Lieder complete index
Index b:
op. 82. Vier Arietten
1. Dimmi, ben mio
(Hoffnung)
2. T'intendo, si
(Liebesklage)
3. L'amante impaziente
(Stille frage)
4. L'amante impaziente
(Liebes-Ungeduld)
op. 83.
1. Wonne der Wehmut
2. Sehnsucht
3. Mit einem gemalten
Band
op. 84. Zwei Lieder aus Goethes "Egmont"
1. Die Trommel
gerühret
2. Freudvoll und
leidvoll
op. 88. Das Glück der Freundschaft
op. 94. An die Hoffnung
op. 98. An die ferne Geliebte
1.Auf dem Hügel sitz
ich spähend
2.Wo die Berge so blau
3.Leichte Segler in den
Höhen
4.Diese Wolken in den
Höhen
5.Es kehret der Maien
6.Nimm sie hin denn,
diese Lieder
op. 99. Der Mann von Wort
op. 100. Merkenstein
op. 128. Der Kuß
op. 82 n.1
"Dimmi, ben mio"
Text by anonymous poet
Music by Ludwig van Beethoven, op. 82 no. 1, from "Vier Arietten" (1811)
Dimmi, ben mio, che m'ami,
Dimmi che mia tu sei.
E non invidio ai Dei
La lor' divinità!
Con un tuo sguardo solo,
Cara, con un sorriso
Tu m'apri il paradiso
Di mia felicità!
op. 82 n.2
"T'intendo, sì"
Text by Pietro Metastasio (1698-1782) (P. Antonio Domenico Bonaventura Trapassi), from
Amor Timido
Music by Ludwig van Beethoven, op. 82 no. 2, from
"Vier Arietten" (1811)
T'intendo, sì, mio cor,
Con tanto palpitar!
So che ti vuoi lagnar,
Che amante sei.
Che amante sei.
Ah! taci il tuo dolor,
Ah! soffri il tuo martir
Tacilo, tacilo e non tradir
L'affetti miei, l'affetti miei!
op. 82 n.3
"L'amante impaziente"
Text by Pietro Metastasio (1698-1782) (P. Antonio Domenico Bonaventura Trapassi), from
Amor Timido
Music by Ludwig van Beethoven, op. 82 no. 3, from
"Vier Arietten" (1811)
Che fa, che fa il mio bene?
Perchè, perchè non viene?
Vedermi vuole languir
Così, così, così!
Oh come è lento nel corso il sole!
Ogni momento mi sembra un dì,
Ogni momento mi sembra un dì,
Sì, sì, mi sembra un dì!
Ah! che fa, che fa il mio bene?
Perchè, perchè non viene?
Vedermi vuole languir
Così, così, così!
Perchè, perchè non vien il mio ben,
Languir, languir, vedermi vuole così!
Perchè, ah! perchè non vien il mio ben,
Languir, languir, vedermi vuole, languir
Così, così, sì, vedermi languir così,
Così, così!
op. 82 n.4
"L'amante impaziente"
Text by Pietro Metastasio (1698-1782) (P. Antonio Domenico Bonaventura Trapassi), from
Amor Timido
Music by Ludwig van Beethoven, op. 82 no. 4, from
"Vier Arietten" (1811)
Che fa, che fa il mio bene?
Perchè, perchè non viene?
Vedermi vuole languir
Così, così, così!
Oh come è lento nel corso il sole!
Ogni momento mi sembra un dì,
Ogni momento mi sembra un dì,
Sì, sì, mi sembra un dì!
Ah! che fa, che fa il mio bene?
Perchè, perchè non viene?
Vedermi vuole languir
Così, così, così!
Perchè, perchè non vien il mio ben,
Languir, languir, vedermi vuole così!
Perchè, ah! perchè non vien il mio ben,
Languir, languir, vedermi vuole, languir
Così, così, sì, vedermi languir così,
Così, così!
Op. 83 n.1
"Wonne der Wehmut"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Ludwig van Beethoven, op. 83 no. 1 (1810)
See also:
Robert Franz (1815-1892), op. 33 no. 1,
published 1864
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), published 1788
Franz Salmhofer (1900-1975), op. 5 no. 3, from Vier Lieder, published
1923
Franz Schubert (1797-1828), D. 260 (1815), published 1829
Frank Valentine van der Stucken (1858-1929), op. 5 no. 5 (1879)
Václav Jan K`rtitel Tomá`sek (1774-1850), op. 61 no. 1 (1815?), from
Gedichte von Goethe IX, 1
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), 1807
Winfried (Petrus Ignatius) Zillig (1905-1963), 1941, from Zehn Lieder
nach Gedichten von Goethe
Trocknet nicht, trocknet nicht,
Tränen der ewigen Liebe!
Ach, nur dem halbgetrockneten Auge
Wie öde, wie tot die Welt ihm erscheint!
Trocknet nicht, trocknet nicht,
Tränen unglücklicher Liebe!
Op. 83 n.2
"Sehnsucht"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Ludwig van Beethoven, op. 83 no. 2 (1810)
See also:
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), 1839
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), published 1805
Franz Schubert (1797-1828), D. 123 (1814), published 1842
Hugo Wolf (1860-1903), op. 3 no. 2 (1875)
Was zieht mir das Herz so?
Was zieht mich hinaus?
Und windet und schraubt mich
Aus Zimmer und Haus?
Wie dort sich die Wolken
Am Felsen verziehn!
Da möcht ich hinüber,
Da möcht ich wohl hin!
Nun wiegt sich der Raben
Geselliger Flug;
Ich mische mich drunter
Und folge dem Zug.
Und Berg und Gemäuer
Umfittigen wir;
Sie weilet da drunten,
Ich spähe nach ihr.
Da kommt sie und wandelt;
Ich eile sobald,
Ein singender Vogel,
Im buschigen Wald.
Sie weilet und horchet
Und lächelt mit sich:
"Er singet so lieblich
Und singt es an mich."
Die scheidende Sonne
Vergüldet die Höh'n;
Die sinnende Schöne,
Sie läßt es geschehn.
Sie wandelt am Bache
Die Wiesen entlang,
Und finster und finstrer
Umschlingt sich der Gang;
Auf einmal erschein ich,
Ein blinkender Stern.
"Was glänzet da droben,
So nah und so fern?"
Und hast du mit Staunen
Das Leuchten erblickt,
Ich lieg dir zu Füßen,
Da bin ich beglückt!
Op. 83 n.3
"Mit einem gemalten Band"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Ludwig van Beethoven, op. 83 no. 3
See also:
Armin Knab (1881-1951), Goethe-lieder,
1924-46
Ernst Pepping (1901-1981), 1946
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814) (1809)
Othmar Schoeck (1886-1957) op. 19a Nr. 4 (1909-14)
Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute, junge Frühlings-Götter
Tändelnd auf ein luftig Band.
Zephir, nimm's auf deine Flügel,
Schling's um meiner Liebsten Kleid;
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit.
Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes Leben!
Und ich bin belohnt genug.
Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!
Op. 84 n.1
"Die Trommel gerühret"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) , from "Egmont"
Music by Ludwig van Beethoven, op. 84 no. 1
Die Trommel gerühret,
Das Pfeifchen gespielt!
Mein Liebster gewaffnet
Dem Haufen befiehlt,
Die Lanze hoch führet,
Die Leute regieret.
Wie klopft mir das Herz! Wie wallt mir das Blut!
O hätt' ich ein Wämslein Und Hosen und Hut!
Ich folgt' ihm zum Thor 'naus mit muthigem Schritt,
Ging' durch die Provinzen, ging' überall mit.
Die Feinde schon weichen,
Wir schiessen da drein;
Welch' Glück sondergleichen,
Ein Mannsbild zu sein!
Op. 84 n.2
"Freudvoll und leidvoll"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) , from "Egmont"
Music by Ludwig van Beethoven, "Freudvoll und leidvoll", op. 84 no. 2 (1810)
See also:
Cor (Cornelius Wilhelm) de Groot (b.
1914), "Wonne der Liebe", from 7 Goethe Lieder (2), published 194-?
Johann Christoph Kienlen (1783-1829), "Freudvoll und leidvoll"
(1810)
Franz Liszt (1811-1886), "Freudvoll und
leidvoll" (1844, 1860)
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Klärchens Lied aus
Egmont", published 1804
Franz Schubert (1797-1828), "Die Liebe" (Love), D. 210 (1815), published 1838
Ernest Vietor (fl. 1905-1930), "Aus Egmont", op. 10 no. 1
(1933)
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Clärchen" (1804)
Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein;
[Langen]
Und bangen
In schwebender Pein;
Himmelhoch jauchzend
Zum Tode betrübt;
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
Op.88
"Das Glück der Freundschaft"
Text by Anonymous (Italian)
Music by Ludwig van Beethoven, op. 88, published in 1804
Der lebt ein Leben wonniglich,
Deß Herz ein Herz gewinnt;
Geteilte Lust verdoppelt sich,
Geteilter Gram zerrinnt.
Beblümte Wege wandelt ab,
Wem trauliches Geleit;
Den Arm die gold'ne Freundschaft gab
In dieser eh'rnen Zeit.
Sie weckt die Kraft und spornt den Mut
Zu schönen Taten nur,
Und nährt in uns die heil'ge Glut
Für Wahrheit und Natur.
Erreichet hat des Glückes Ziel,
Wer eine Freundin fand,
Mit der der Liebe Zartgefühl
Ihn inniglich verband.
Entzückt von ihr, ihr beigesellt,
Verschönert sich die Bahn;
Durch sie allein blüht ihm die Welt
Und Alles lacht ihn an.
Op. 94
"An die Hoffnung"
Text by Christoph August Tiedge (1752-1841)
Music by Ludwig van Beethoven, op. 94, 1813
Ob ein Gott sei? Ob er einst erfülle,
Was die Sehnsucht weinend sich verspricht?
Ob, vor irgendeinem Weltgericht,
Sich dies rätselhafte Sein enthülle?
Hoffen soll der Mensch! Er frage nicht!
Die du so gern in heilgen Nächten feierst
Und sanft und weich den Gram verschleierst,
Der eine zarte Seele quält,
O Hoffnung! Laß, durch dich emporgehoben,
Den Duldner ahnen, daß dort oben
Ein Engel seine Tränen zählt!
Wenn, längst verhallt, geliebte Stimmen schweigen;
Wenn unter ausgestorbnen Zweigen
Verödet die Erinnerung sitzt:
Dann nahe dich, wo dein Verlaßner trauert,
Und, von der Mitternacht umschauert,
Sich auf versunkne Urnen stützt.
Und blickt er auf, das Schicksal anzuklagen,
Wenn scheidend über seinen Tagen
Die letzten Strahlen untergehn:
Dann laß ihn, um den Rand des Erdentraumes,
Das Leuchten eines Wolkensaumes
Von einer nahen Sonne sehn!
Op. 98
"An die ferne Geliebte"
Texts by Aloys (Isidor) Jeitteles (1764-1858)
Music by Ludwig van Beethoven, op.98
1.Auf dem Hügel sitz
ich spähend
2.Wo die Berge so blau
3.Leichte Segler in den
Höhen
4.Diese Wolken in den
Höhen
5.Es kehret der Maien
6.Nimm sie hin denn,
diese Lieder
Op. 98 n.1
Auf dem Hügel sitz ich spähend
Auf dem Hügel sitz ich spähend
In das blaue Nebelland,
Nach den fernen Triften sehend,
Wo ich dich, Geliebte, fand.
Weit bin ich von dir geschieden,
Trennend liegen Berg und Tal
Zwischen uns und unserm Frieden,
Unserm Glück und unsrer Qual.
Ach, den Blick kannst du nicht sehen,
Der zu dir so glühend eilt,
Und die Seufzer, sie verwehen
In dem Raume, der uns teilt.
Will denn nichts mehr zu dir dringen,
Nichts der Liebe Bote sein?
Singen will ich, Lieder singen,
Die dir klagen meine Pein!
Denn vor Liebesklang entweichet
Jeder Raum und jede Zeit,
Und ein liebend Herz erreichet
Was ein liebend Herz geweiht!
Op. 98 n.2
Wo die Berge so blau
Wo die Berge so blau
Aus dem nebligen Grau
Schauen herein,
Wo die Sonne verglüht,
Wo die Wolke umzieht,
Möchte ich sein!
Dort im ruhigen Tal
Schweigen Schmerzen und Qual.
Wo im Gestein
Still die Primel dort sinnt,
Weht so leise der Wind,
Möchte ich sein!
Hin zum sinnigen Wald
Drängt mich Liebesgewalt,
Innere Pein.
Ach, mich zög's nicht von hier,
Könnt ich, Traute, bei dir
Ewiglich sein!
Op. 98 n.3
Leichte Segler in den Höhen
Leichte Segler in den Höhen,
Und du, Bächlein klein und schmal,
Könnt mein Liebchen ihr erspähen,
Grüßt sie mir viel tausendmal.
Seht ihr, Wolken, sie dann gehen
Sinnend in dem stillen Tal,
Laßt mein Bild vor ihr entstehen
In dem luft'gen Himmelssaal.
Wird sie an den Büschen stehen,
Die nun herbstlich falb und kahl.
Klagt ihr, wie mir ist geschehen,
Klagt ihr, Vöglein, meine Qual.
Stille Weste, bringt im Wehen
Hin zu meiner Herzenswahl
Meine Seufzer, die vergehen
Wie der Sonne letzter Strahl.
Flüstr' ihr zu mein Liebesflehen,
Laß sie, Bächlein klein und schmal,
Treu in deinen Wogen sehen
Meine Tränen ohne Zahl!
Op. 98 n.4
Diese Wolken in den Höhen
Diese Wolken in den Höhen,
Dieser Vöglein muntrer Zug,
Werden dich, o Huldin, sehen.
Nehmt mich mit im leichten Flug!
Diese Weste werden spielen
Scherzend dir um Wang' und Brust,
In den seidnen Locken wühlen.
Teilt ich mit euch diese Lust!
Hin zu dir von jenen Hügeln
Emsig dieses Bächlein eilt.
Wird ihr Bild sich in dir spiegeln,
Fließ zurück dann unverweilt!
Op. 98 n.5
Es kehret der Maien, es blühet die Au
Es kehret der Maien, es blühet die Au,
Die Lüfte, sie wehen so milde, so lau,
Geschwätzig die Bäche nun rinnen.
Die Schwalbe, die kehret zum wirtlichen Dach,
Sie baut sich so emsig ihr bräutlich Gemach,
Die Liebe soll wohnen da drinnen.
Sie bringt sich geschäftig von kreuz und von quer
Manch weicheres Stück zu dem Brautbett hieher,
Manch wärmendes Stück für die Kleinen.
Nun wohnen die Gatten beisammen so treu,
Was Winter geschieden, verband nun der Mai,
Was liebet, das weiß er zu einen.
Es kehret der Maien, es blühet die Au.
Die Lüfte, sie wehen so milde, so lau.
Nur ich kann nicht ziehen von hinnen.
Wenn alles, was liebet, der Frühling vereint,
Nur unserer Liebe kein Frühling erscheint,
Und Tränen sind all ihr Gewinnen.
Op. 98 n.6
Nimm sie hin denn, diese Lieder
Nimm sie hin denn, diese Lieder,
Die ich dir, Geliebte, sang,
Singe die dann abends wieder
Zu der Laute süßem Klang.
Wenn das Dämmrungsrot dann zieht
Nach dem stillen blauen See,
Und sein letzter Strahl verglühet
Hinter jener Bergeshöh;
Und du singst, was ich gesungen,
Was mir aus der vollen Brust
ohne Kunstgepräng erklungen,
Nur der Sehnsucht sich bewußt:
Dann vor diesen Liedern weichet
Was geschieden uns so weit,
Und ein liebend Herz erreichet
Was ein liebend Herz geweiht.
Op. 99
"Der Mann von Wort"
Text by Friedrich August Kleinschmidt (1749-?)
Music by Ludwig van Beethoven, op. 99
Du sagtest, Freund, an diesen Ort
komm ich zurück, das war dein Wort.
Du kamest nicht; ist das ein Mann,
auf dessen Wort man trauen kann?
Fast größer bild' ich mir nichts ein,
als seines Wortes Mann zu sein;
wer Worte, gleich den Weibern, bricht,
verdient des Mannes Namen nicht.
Ein Wort, ein Mann, war deutscher Klang,
der von dem Mund zum Herzen drang,
und das der Schlag von deutscher Hand,
gleich heil'gen Eiden, fest verband.
Und dieses Wort, das er dir gab,
brach nicht die Furcht am nahen Grab,
nicht Weibergunst, noch Menschenzwang,
nicht Gold, nicht Gut, noch Fürstenrang.
Wenn so dein deutscher Ahne sprach,
dann folg', als Sohn, dem Vater nach,
der seinen Eid: Ein Wort, ein Mann,
als Mann von Wort verbürgen kann.
Nun sind wir auch der Deutschen wert,
des Volkes, das die Welt verehrt.
Hier meine Hand; wir schlagen ein,
und wollen deutsche Männer sein.
Op. 100
"Merkenstein"
Text by Johann Baptist Rupprecht (1776-1846)
Music by Ludwig van Beethoven, op. 100
Merkenstein! Merkenstein!
Wo ich wandle, denk' ich dein.
Wenn Aurora Felsen rötet,
Hell im Busch die Amsel flötet,
Weidend Herden sich zerstreun,
Denk' ich dein, Merkenstein!
Merkenstein! Merkenstein!
Dich erhellt mir Hesper's Schein,
Duftend rings von Florens Kränzen
Seh' ich die Gemächer glänzen,
Traulich blickt der Mond hinein.
Merkenstein! Merkenstein!
Merkenstein! Merkenstein!
Weckend soll der Morgen sein,
Laß uns dort von Ritterhöhen
Nach der Vorzeit Bildern spähen:
Sie, so groß und wir so klein!
Merkenstein! Merkenstein!
Merkenstein! Merkenstein!
Bei der schwülen Mittagspein
Sehn' ich mich nach deinen Gängen,
Deinen Grotten, Felsenhängen,
Deiner Kühlung mich zu freun.
Merkenstein! Merkenstein!
Merkenstein! Merkenstein!
Dir nur hüllt die Nacht mich ein.
Ewig möcht' ich wonnig träumen
Unter deinen Schwesterbäumen,
Deinen Frieden mir verleihn!
Merkenstein! Merkenstein!
Merkenstein! Merkenstein!
Höchster Anmut Lust-Verein.
Ewig jung ist in Ruinen
Mir Natur in dir erschienen;
Ihr, nur ihr mich stets zu weihn,
Denk' ich dein, Merkenstein!
Op. 128
"Ich war bei Chloen ganz allein"
Text by Christian Felix Weisse (1726-1804)
Music by Ludwig van Beethoven, "Der Kuß", op. 128 (1822)
See also:
Carl Bohm (1844-1920), "Lange
nachher", op. 326 no. 7
Ich war bei Chloen ganz allein,
Und küssen wollt ich sie:
Jedoch sie sprach,
Sie würde schrein,
Es sei vergebne Müh.
Ich wagt es doch und küßte sie,
Trotz ihrer Gegenwehr.
Und schrie sie nicht?
Jawohl, sie schrie,
Doch lange hinterher.
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