Lieder complete index
Index c:
WoO. ? La partenza
(Der Abschied)
WoO. 107. Schilderung eines Mädchens
WoO. 108. An einen Säugling
WoO. 113. Klage
WoO. 117. Der freie Mann
WoO. 118 (no. 1) Seufzer eines Ungeliebten und Gegenliebe
WoO. 121. Abschiedsgesang an Wiens Bürger
WoO. 122. Kriegslied der Österreicher
WoO. 123. Ich liebe dich
WoO. 126. Opferlied
WoO. 129. Der Wachtelschlag
WoO. 132. Als die Geliebte sich trennen wollte
WoO. 133. In questa tomba oscura
WoO. 134. Sehnsucht
WoO. 135. Die laute Klage
WoO. 136. Andenken
WoO. 137. Lied aus der Ferne
WoO. 138. Der Jüngling in der Fremde
WoO. 139. Der Liebende
WoO. 140. An die Geliebte
WoO. 142. Der Bardengeist
WoO. 143. Des Kriegers Abschied
WoO. 145. Das Geheimnis
WoO. 146. Sehnsucht
WoO. 147. Ruf vom Berge
WoO. 148. So oder so
WoO. 149. Resignation
WoO. 150. Abendlied unterm gestirnten Himmel
WoO. 235. Zärtliche Liebe
WoO. ?
"La partenza"
Text by Pietro Metastasio (1698-1782) (Actually P. Antonio Domenico Bonaventura Trapassi)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. ?
Ecco quel fiero istante!
Nice, mia Nice, adio!
Come vivrò, ben mio,
Così lontan da te?
Io vivrò sempre in pene,
Io non avrò più bene,
E tu, chi sa se mai ti sovverai di me!
WoO. 107
"Schilderung eines Mädchens"
Text by Anonymous
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 107
Schildern, willst du Freund, soll ich dir Elisen?
Möchte Uzens Geist in mich sich ergießen.
Wie in einer Winternacht Sterne strahlen,
Würde ihrer Augen Pracht Oeser malen.
WoO.108 "An einen
Säugling"
Text by Johann von Döhring
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 108
Noch weißt du nicht wes Kind du bist,
Wer dir die Windeln schenket,
Wer um dich wacht, und wer sie ist,
Die erwärmt und tränket.
Geneuß indes mit frommem Sinn,
Geneuß! Nach wenig Jahren
Wird sich in deiner Pflegerin
Die Mutter offenbaren.
So hegt und pflegt uns alle hier,
Auf gleich verborgne Weise,
Ein Geber, Dank sei ihm dafür!
Mit Gütern, Trank und Speise.
Zwar faßt ihn nicht mein dunkler Sinn,
Allein nach wenig Jahren wird,
Wenn ich fromm und gläubig bin,
Er mir sich offenbaren.
WoO.113 "Dein Silber
schien durch Eichengrün"
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 113 (1790?)
See also:
Jan Bed`rich (Johann Friedrich) Kittl (1806-1868), "Klage", op.
16 no. 2, published 1844
Franz Schubert (1797-1828), D. 436 "Klage an den Mond" (1816), first published in 1850
Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), "Klage" Kleine Balladen und
Lieder Heft V no. 29
Dein Silber schien
Durch Eichengrün,
Das Kühlung gab,
Auf mich herab,
O Mond, und lachte Ruh'
Mir frohem Knaben zu.
Wenn jetzt dein Licht
Durch's Fenster bricht,
Lacht's keine Ruh'
Mir Jüngling zu,
Sieht's meine Wange blaß,
Mein Auge tränennaß.
Bald, lieber Freund,
Ach bald bescheint
Dein Silberschein
Den Leichenstein,
Der meine Asche birgt,
Des Jünglings Asche birgt!
WoO.117 "Der freie
Mann"
Text by Gottlieb Konrad Pfeffel (1736-1809)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 117 (1797)
Wer, wer ist ein freier Mann?
Der, dem nur eig'ner Wille
Und keines Zwingherrn Grille
Gesetze geben kann;
Der ist ein freier Mann!
Ein freier, freier Mann!
Wer, wer ist ein freier Mann?
Der das Gesetz verehret,
Nichts thut, was es verwehret,
Nichts will, als was er kann;
Der ist ein freier Mann!
Ein freier, freier Mann!
Wer, wer ist ein freier Mann?
Dem nicht Geburt noch Titel,
Nicht Sammtrock oder Kittel
Den Bruder bergen kann;
Der ist ein freier Mann!
Ein freier, freier Mann!
Wer, wer ist ein freier Mann?
Der, in sich selbst verschlossen,
Der feilen Gunst der Grossen
Und Kleinen trotzen kann;
Der ist ein freier Mann!
Ein freier, freier Mann!
Wer, wer ist ein freier Mann?
Der fest auf seinem Stande,
Auch selbst vom Vaterlande
Den Undank dulden kann;
Der ist ein freier Mann!
Ein freier, freier Mann!
Wer, wer ist ein freier Mann?
Der, muß er Gut und Leben
Gleich für die Freiheit geben,
Doch nichts verlieren kann;
Der ist ein freier Mann!
Ein freier, freier Mann!
Wer, wer ist ein freier Mann?
Der bei des Todes Rufe
Keck auf des Grabes Stufe
Und rückwärts blicken kann;
Der ist ein freier Mann!
Ein freier, freier Mann!
WoO.118 "Seufzer
eines Ungeliebten und Gegenliebe"
Text by Gottfried August Bürger (1747-1794)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 118 no.1
Hast du nicht Liebe zugemessen
Dem Leben jeder Kreatur?
Warum bin ich allein vergessen,
Auch meine Mutter du! du Natur?
Wo lebte wohl in Forst und Hürde,
Und wo in Luft und Meer, ein Tier,
Das nimmermehr geliebet würde?
Geliebt wird alles, wird alles ausser mir, ja alles außer mir!
Wenngleich im Hain, auf Flur und Matten
Sich Baum und Staude, Moos und Kraut
Durch Liebe und Gegenliebe gatten;
Vermählt sich mir doch keine Braut.
Mir wächst vom süßesten der Triebe
Nie Honigfrucht zur Lust heran.
Denn ach! Mir mangelt Gegenliebe,
Die Eine, nur Eine gewähren kann.
Wüßt' ich, daß du mich lieb und wert
Ein bißchen hieltest,
Und von dem, was ich für dich,
Nur ein Hundertteilchen fühltest;
Daß dein Dank hübsch meinem Gruß
Halben Wegs entgegenkäme,
Und dein Mund den Wechselkuß
Gerne gäb' und wieder nähme:
Dann, o Himmel, außer sich,
Würde ganz mein Herz zerlodern!
Leib und Leben könnt' ich
Dich nicht vergebens lassen fodern!
Gegengunst erhöhet Gunst,
Liebe nähret Gegenliebe,
Und entflammt zur Feuersbrunst,
Was ein Aschenfünkchen bliebe.
WoO.121
"Abschiedsgesang an Wiens Bürger"
Text by Friedelberg (d. 1800)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 121 (1796), dedicated to Col. v. Kövesdy
Keine Klage soll erschallen,
Wenn vom hier die Fahne zieht,
Thränen keinem Aug' entfallen,
Das im Scheiden nach ihr sieht.
Es ist Stolz auf diese Zierde
Und Gefühl der Bürgerwürde,
Was auf Aller Wangen glüht.
Freunde! wünscht ihr Siegestönen
Uns zur edlen Reise Glück.
Heiter, folg' uns nach ihr Schönen!
Euer seelenvoller Blick!
Unser's Landes Ruhm zu mehren,
Zieh'n wir muthig hin und kehren
Würdiger zu euch zurück.
Trotzend steh'n vor Donnerschlünden
Kann wohl auch der Bösewicht.
Milden Sinn und Muth verbinden,
Menschheit ehren kann er nicht!
Nie das Glück der Tugend trüben,
Brüderlich den Landmann lieben:
Das ist deutscher Helden Pflicht!
Freu't euch, Väter, jubelt, Mütter!
Nirgend, wo das Corps erscheint,
Nicht bei Feinden, wird ihm bitter
Von der Unschuld nachgeweint.
Edel wollen wir uns rächen,
Schweigen bis die Thaten sprechen,
Sie bewund're selbst der Feind!
Bess're Menschen, bess're Bürger,
Als wir nun von hinnen geh'n,
Keine sittenlose Würger,
Sollt ihr in uns wiederseh'n.
Unser Wien empfängt uns wieder,
Ruhmbekränzet, stark und bieder;
Auf! laßt hoch die Fahne weh'n!
Laßt uns folgen dieser Fahne,
Durch Theresens Kunstwerk reich;
Deren Goldband uns ermahne:
Tugend mach uns Fürsten gleich.
Ha! wenn wir zurück sie bringen,
Wollen wir im Jubel singen:
Dieses Band hielt Österreich!
WoO. 122 "Kriegslied
der Österreicher"
Text by Friedelberg (d. 1800)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 122
Ein großes deutsches Volk sind wir,
Sind mächtig und gerecht.
Ihr Franken das bezweifelt ihr?
Ihr Franken kennt uns schlecht!
Denn unser Fürst ist gut,
Erhaben unser Muth,
Süß uns'rer Trauben Blut,
Und uns're Weiber schön;
Wie kann's uns beßer geh'n?
Wir streiten nicht für Ruhm und Sold,
Nur für des Friedens Glück!
Wir kehren, arm an fremden Gold,
Zu unser'm Herd zurück.
Denn guten Bürgern nur
Blüht Segen der Natur
Auf Weinberg, Wald und Flur.
Gerecht ist unser Krieg;
Uns, uns gehört der Sieg!
Mit Piken, Sensen und Geschoß
Eilt Klein und Groß herbei!
Für's Vaterland stimmt Klein und Groß,
Stimmt an das Feldgeschrei!
Da steh'n wir unverwandt
Für Haus und Hof und Land
Mit Waffen in der Hand
Und schlagen muthig d'rein,
Wie viel auch ihrer sei'n!
Mann, Weib und Kind in Österreich
Fühlt tief den eig'nen Wert.
Nie, Franken! werden wir von euch
Besieget und bethört.
Denn unser Fürst ist gut,
Erhaben unser Muth,
Süß uns'rer Trauben Blut,
Und uns're Weiber schön;
Wie kann's uns beßer geh'n?
WoO. 123 "Ich liebe
dich, so wie du mich"
Text by K. F. Herrosee
Music by Ludwig van Beethoven, "Ich liebe dich", WoO 123
(1795?), "Zärtliche Liebe", WoO 235
Ich liebe dich, so wie du mich,
Am Abend und am Morgen,
Noch war kein Tag, wo du und ich
Nicht teilten unsre Sorgen.
Auch waren sie für dich und mich
Geteilt leicht zu ertragen;
Du tröstest im Kummer mich,
Ich weint in deine Klagen.
Drum Gottes Segen über dir,
Du, meines Lebens Freude.
Gott schütze dich, erhalt dich mir,
Schütz und erhalt uns beide.
WoO. 126
"Opferlied"
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 126 (1797)
See also:
Karl Friedrich Zelter (1758-1832)
Die Flamme lodert, milder Schein
Durchglänzt den [dunkeln]* Eichenhain
Und Weihrauchdüfte wallen.
O neig' ein gnädig Ohr zu mir
Und laß des Jünglings Opfer dir,
Du Höchster, wohlgefallen.
Sei stets der Freiheit Wehr und Schild!
Dein Lebensgeist durchathme mild
Luft, Erde, Feu'r und Fluten!
Gib mir als Jüngling und als Greis
Am väterlichen Heerd, o Zeus,
Das Schöne zu dem Guten.
WoO. 129 "Der
Wachtelschlag"
Text by Samuel Friedrich Sauter (1766-1846)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 129 (1803)
See also:
Franz Schubert (1797-1828), D. 742 (1822), published as op. 68
Ach! mir schallt's dorten so lieblich hervor:
Fürchte Gott, fürchte Gott!
Ruft mir die Wachtel ins Ohr.
Sitzend im Grünen, von Halmen umhüllt,
Mahnt sie dem Horcher am Saatengefild:
Liebe Gott, liebe Gott!
Er ist so gütig, so mild.
Wieder bedeutet ihr hüpfender Schlag:
Lobe Gott, lobe Gott!
Der dich zu loben vermag.
Siehst du die herrlichen Früchte im Feld?
Nimm es zu Herzen, Bewohner der Welt:
Danke Gott, danke Gott!
Der dich ernährt und erhält.
Schreckt dich im Wetter der Herz der Natur:
Bitte Gott, bitte Gott!
Ruft sie, er schonet die Flur.
Machen Gefahren der Krieger dir bang:
Traue Gott, traue Gott!
Sieh', er verziehet nicht lang.
WoO. 132 "Als die
Geliebte sich trennen wollte"
Text by Stephan von Breuning (1774-1827), nach dem Französischen
des Soulié
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 132
Der Hoffnung letzter Schimmer sinkt dahin,
Sie brach die Schwüre all' mit flücht'gem Sinn;
So schwinde mir zum Trost auch immerdar
Bewußtsein, Bewußtsein, daß ich zu glücklich war!
Was sprach ich? Nein, von diesen meinen Ketten
Kann kein Entschluß, kann keine Macht mich retten;
Ach! selbst am Rande der Verzweifelung bleibt ewig,
Bleibt ewig süß mir die Erinnerung!
Ha! holde Hoffnung, kehr' zu mir zurücke,
Reg' all mein Feuer auf mit einem Blicke,
Der Liebe Leiden seien noch so groß, wer liebt,
Wer liebt, fühlt ganz unglücklich nie sein Los!
Und du, die treue Lieb' mit Kränkung lohnet,
Fürcht' nicht die Brust, in der dein Bild noch wohnet,
Dich hassen könnte nie dies fühlend' Herz,
Vergessen, vergessen? eh' erliegt es seinem Schmerz.
WoO. 133 "In questa
tomba oscura"
Text by Giuseppe Carpani (1752-1825)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 133 (1807)
In questa tomba oscura lasciami riposar;
Quando vivevo, ingrata, dovevi a me pensar,
Lascia che l'ombre ignude godansi pace almen
E non, e non bagnar mie ceneri d'inutile velen.
WoO. 134 "Nur wer
die Sehnsucht kennt"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Ludwig van Beethoven, , "Sehnsucht" (4 settings), WoO. 134 (1808)
See also:
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847),
"Mignon" (1826)
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Sehnsucht", published
1795-6
Franz Schubert (1797-1828), D. 310a, D. 310b, D. 359, D. 481, D. 656, D. 877, D. 877, D. 310, D.
359, D. 481, D. 656, D. 877
Robert Schumann (1810-1856), "Nur wer die Sehnsucht kennt", op. 98a no. 3 (May/June
1849)
Peter Ilyich Tchaikovsky (1840-1893), "Pesn' Min'ony: Net, tolko tot, kto znal", op. 6 no. 6
(Russian tr. by L. A.Mej)
Hugo Wolf (1860-1903), "Mignon II", from
Goethe-Lieder no. 6
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Sehnsucht" (1795); (1812);
published 1821
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh ich [am] Firmament
Nach jener Seite.
Ach! der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!
WoO. 135 "Die laute
Klage"
Text by Johann Gottfried Herder (1744-1803)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 135
Turteltaube, du klagest so laut
Und raubest dem Armen seinen einzigen Trost,
Süßen vergessenden Schlaf.
Turteltaub', ich jammre wie du,
Und berge den Jammer in's verwundete Herz,
In die verschlossene Brust.
Ach, die hart verteilende Liebe!
Sie gab dir die laute Jammerklage zum Trost,
Mir den verstummenden Gram!
WoO. 136 "Ich denke
dein"
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Music by Ludwig van Beethoven, "Andenken", WoO. 136
See also:
Ferdinand Ries (1784-1838), "Ich denke dein"
(I think of you), op. 7 no. 2, published 1810
Franz Schubert (1797-1828), "Andenken", D. 99 (1814), published 1894
Carl Maria von Weber (1786-1826), "Ich denke dein!", op. 66 no. 3 (1806)
Hugo Wolf (1860-1903), "Andenken", 1876
Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), "Andenken", from Kleine
Balladen und Lieder Heft III no. 18
Ich denke dein,
Wenn durch den Hain
Der Nachtigallen
Akkorde schallen!
Wann denkst du mein?
Ich denke dein
Im Dämmerschein
Der Abendhelle
Am Schattenquelle!
Wo denkst du mein?
Ich denke dein
Mit süßer Pein
Mit bangem Sehnen
Und heißen Tränen!
Wie denkst du mein?
O denke mein,
Bis zum Verein
Auf besserm Sterne!
In jeder Ferne
Denk ich nur dein!
WoO. 137 "Lied aus
der Ferne"
Text by Christian Ludwig Reissig (1783-1822)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 137
Als mir noch die Träne der Sehnsucht nicht floß,
Und neidisch die Ferne nicht Liebchen verschloß,
Wie glich da mein Leben dem blühenden Kranz,
Dem Nachtigallwäldchen, voll Spiel und voll Tanz!
Nun treibt mich oft Sehnsucht hinaus auf die Höhn,
Den Wunsch meines Herzens wo lächeln zu seh'n!
Hier sucht in der Gegend mein schmachtender Blick,
Doch kehret es nimmer befriedigt zurück.
Wie klopft es im Busen, als wärst du mir nah,
O komm, meine Holde, dein Jüngling ist da!
Ich opfre dir alles, was Gott mir verlieh,
Denn wie ich dich liebe, so liebt' ich noch nie!
O Teure, komm eilig zum bräutlichen Tanz!
Ich pflege schon Rosen und Myrten zum Kranz.
Komm, zaubre mein Hüttchen zum Tempel der Ruh,
Zum Tempel der Wonne, die Göttin sei du!
WoO. 138 "Der
Jüngling in der Fremde"
Text by Christian Ludwig Reissig (1783-1822)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 138
Der Frühling entblühet dem Schoß der Natur,
Mit lachenden Blumen bestreut er die Flur:
Doch mir lacht vergebens das Thal und die Höh',
Es bleibt mir im Busen so bang' und so weh.
Begeisternder Frühling, du heilst nicht den Schmerz!
Das Leben zerdrückte mein fröhliches Herz
Ach, blüht wohl auf Erden für mich noch die Ruh',
So führ' mich dem Schosse der Himmlischen zu!
Ich suchte sie Morgens im blühenden Thal;
Hier tanzten die Quellen im purpurnen Strahl,
Und Liebe sang schmeichelnd im duftenden Grün,
Doch sah ich die lächelnde Ruhe nicht blüh'n.
Da sucht' ich sie Mittags, auf Blumen gestreckt,
Im Schatten von fallenden Blüthen bedeckt,
Ein kühlendes Lüftchen umfloß mein Gesicht,
Dochsah ich die schmeichelnde Ruhe hier nicht.
Nun sucht' ich sie Abends im einsamen Hain.
Die Nachtigall sang in die Stille hinein,
Und Luna durchstrahlte das Laubdach so schön,
Doch hab' ich auch hier meine Ruh' nicht geseh'n!
Ach Herz, dich erkennt ja der Jüngling nicht mehr!
Wie bist du so traurig, was schmerzt dich so sehr?
Dich quälet die Sehnsucht, gesteh' es mir nur,
Dich fesselt das Mädchen der heimischen Flur!
WoO. 139 "Der
Liebende"
Text by Christian Ludwig Reissig (1783-1822)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 139
Welch ein wunderbares Leben,
Ein Gemisch von Schmerz und Lust,
Welch ein nie gefühltes Beben
Waltet jetzt in meiner Brust!
Herz, mein Herz, was soll dies Pochen?
Deine Ruh' ist unterbrochen,
Sprich, was ist mit dir gescheh'n?
So hab' ich dich nie geseh'n!
Hat dich nicht die Götterblume
Mit dem Hauch der Lieb' entglüht,
Sie, die in dem Heiligthume
Reiner Unschuld auf geblüht?
Ja, die schöne Himmelsblüthe
Mit dem Zauberblick voll Güte
Hält mit einem Band mich fest,
Das sich nicht zerreissen läßt!
Oft will ich die Theure fliehen;
Thränen zittern dann im Blick,
Und der Liebe Geister ziehen
Auf der Stelle mich zurück.
Denn ihr pocht mit heißen Schlägen
Ewig dieses Herz entgegen,
Aber ach, sie fühlt es nicht,
Was mein Herz im Auge spricht!
WoO. 140 "An die
Geliebte"
Text by Josef Ludwig Stoll (1778-1815)
Music by Ludwig van Beethoven, 1811, 1814, woO 140
See also:
Franz Schubert (1797-1828), D. 303 (October 15, 1815), first published in 1887
O daß ich dir vom stillen Auge
In seinem liebevollen Schein
Die Tränen von der Wange sauge,
Eh sie die Erde trinket ein!
Wohl hält sie zögernd auf der Wange
Und will sie heiß der Treue weihn.
Nun ich sie so im Kuß empfange,
Nun sind auch deine Schmerzen mein, ja mein!
WoO. 142 "Der
Bardengeist"
Text by Franz Rudolf Herrmann (1787-1823)
Music by Ludwig van Beethoven, 1811, 1814, WoO 142
Dort auf dem hohen Felsen singt ein alter Bardengeist;
Es tönt wie Äolsharfenklang
Im bangen schweren Trauersang,
Der mir das Herz zerreißt.
Und wie vom Berge zart und lind
In's süße Blumenland
Kastalia's heil'ge Quelle rinnt:
So wallt und rauscht im Morgenwind
Das silberne Gewund.
Nur leise rauscht sein Lied dahin
Beim grauen Dämmerschein,
Und zu den hellen Sternen hin
Entschwebt sein Herz, sein tiefer Sinn
In süßen Träumerei'n.
Und still ergriff mich mehr und mehr
Sein wunderbares Lied.
Was siehst du, Geist, so bang und schwer?
Was suchst du dort im Sternenheer?
Wie dir die Seele glüht!
"Ich suche wohl, nicht find' ich mehr,
Ach, die Vergangenheit!
Ich sehe wohl so bang und schwer,
Ich suche dort im Sternenheer
Der Deutschen gold'ne Zeit."
"Hinunter ging die Sonne schon,
Kaum blieb ein Wiederschein;
Mit Arglist und mit frechem Hohn
Pflanzt nun die düstre Nacht den Mohn
Um's Grab der Väter ein."
"Ja, herrlich, unerschüttert, kühn
Stand einst der Deutsche da;
Ach, über schwanke Trümmer zieh'n
Verhängnissvolle Sterne hin!
Es war Teutonia!"
Noch auf dem hohen Felsen sang
Der alte Bardengeist.
Es tönt wie Äolsharfenklang
Ein banger schwerer Trauersang,
Der mir das Herz zerreißt.
WoO. 143 "Des
Kriegers Abschied"
Text by Christian Ludwig Reissig (1783-1822)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO 143
Ich zieh' in's Feld, von Lieb' entbrannt,
Doch scheid' ich ohne Thränen;
Mein Arm gehört dem Vaterland,
Mein Herz der holden Schönen;
Denn zärtlich muß der wahre Held
Stets für ein Liebchen brennen,
Und doch für's Vaterland im Feld
Entschlossen sterben können.
Ich kämpfte nie, ein Ordensband
Zum Preise zu erlangen,
O Liebe, nur von deiner Hand
Wünscht' ich ihn zu empfangen;
Laß' eines deutschen Mädchens Hand
Mein Siegerleben krönen,
Mein Arm gehört dem Vaterland,
Mein Herz der holden Schönen!
Denk' ich im Kampfe liebewarm
Daheim an meine Holde,
Dann möcht ich seh'n, wer diesem Arm
Sich widersetzen wollte;
Denn welch ein Lohn! wird Liebchens Hand
Mein Siegerleben krönen,
Mein Arm gehört dem Vaterland,
Mein Herz der holden Schönen!
Leb' wohl, mein Liebchen, Ehr und Pflicht
Ruft jetzt die deutschen Krieger,
Leb' wohl, leb' wohl und weine nicht,
Ich kehre heim als Sieger;
Und fall' ich durch des Gegners Hand,
Dann soll mein Ruf noch tönen:
Mein Arm gehört dem Vaterland,
Mein Herz der holden Schönen!
WoO. 145 "Das
Geheimnis"
Text by Ignaz Heinrich Freiherr von Wessenberg (1774-1860)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO 145
Wo blüht das Blümchen, das nie verblüht?
Wo strahlt das Sternlein, das ewig glüht?
Dein Mund, o Muse! dein heil'ger Mund
Tu' mir das Blümchen und Sternlein kund.
Verkünden kann es dir nicht mein Mund,
Macht es dein Innerstes dir nicht kund!
Im Innersten glühet und blüht es zart,
Wohl jedem, der es getreu bewahrt!
WoO. 146
"Sehnsucht"
Text by Christian Ludwig Reissig (1783-1822)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 146
See also:
Johann Karl Gottfried Loewe
(1796-1869)
Die stille Nacht umdunkelt
Erquickend Tal und Höh',
Der Stern der Liebe funkelt
Sanft wallend in dem See.
Verstummt sind in den Zweigen
Die Sänger der Natur;
Geheimnisvolles Schweigen
Ruht auf der Blumenflur.
Ach, mir nur schließt kein Schlummer
Die müden Augen zu:
Komm, lindre meinen Kummer,
Du stiller Gott der Ruh!
Sanft trockne mir die Tränen
Gib süßer Freude Raum,
Komm, täusche hold mein Sehnen
Mit einem Wonnetraum!
O zaubre meinen Blicken
Die Holde, die mich flieht,
Laß mich ans Herz sie drücken,
Daß edle Lieb' entglüht!
Du Holde, die ich meine,
Wie sehn' ich mich nach dir;
Erscheine, ach, erscheine
Und läche Hoffnung mir!
WoO. 147 "Ruf vom
Berge"
Text by Georg Friedrich Treitschke (1776-1842)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 147
Wenn ich ein Vöglein wär'
Und auch zwei Flüglein hätt',
Flög ich zu dir!
Weils aber nicht kann sein,
Blieb ich allhier.
Wenn ich ein Sternlein wär'
Und auch viel Strahlen hätt',
Strahlt' ich dich an.
Und du säh'st freundlich auf,
Grüßtest hinan.
Wenn ich ein Bächlein wär'
Und auch viel Wellen hätt',
Rauscht' ich durch's Grün.
Nahte dem kleinen Fuß,
Küßte wohl ihn.
Würd' ich zur Abendluft,
Nähm' ich mir Blüthenduft,
Hauchte dir zu.
Weilend auf Brust und Mund,
Fänd' ich dort Ruh'.
Geht doch kein' Stund der Nacht,
Ohn' daß mein Herz erwacht
Und an dich denkt.
Wie du mir tausendmal
Dein Herz geschenkt.
Wohl dringen Bach und Stern,
Lüftlein und Vöglein fern,
Kommen zu dir.
Ich nur bin festgebannt,
Weine allhier.
WoO. 148 "So oder
so"
Text by Karl Gottlieb Lappe (1773-1843)
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 148
Nord oder Süd! Wenn nur im warmen Busen
Ein Heiligthum der Schönheit und der Musen,
Ein götterreicher Himmel blüht!
Nur Geistes Armuth kann der Winter morden:
Kraft filgt zu Kraft, und Glanz zu Glanz der Norden.
Nord oder Süd! Wenn nur die Seele glüht!
Stadt oder Land! Nur nicht zu eng die Räume,
Ein wenig Himmel, etwas grün der Bäume,
Zum Schatten vor dem Sonnenbrand.
Nicht an das ,,Wo`` ward Seligkeit gebunden;
Wer hat das Glück schon ausser sich gefunden!
Stadt oder Land! Die Außenwelt ist Tand!
Arm oder reich! Sei's Pfirsich oder Pflaume,
Wir pflücken ungleich von des Lebens Baume,
Dir zollt der Ast, mir nur der Zweig.
Mein leichtes Mahl wiegt darum nicht geringe;
Lust am Genuß bestimmt den Wert der Dinge.
Arm oder reich! Die Glücklichen sind reich!
Blaß oder roth! Nur auf den bleichen Wangen
Sehnsucht und Liebe, Zürnen und Erbangen,
Gefühl und Trost für fremde Noth.
Es strahlt der Geist nicht aus des Blutes Welle,
Ein andrer Spiegel brennt in Sonnenhelle,
Blaß oder roth! Nur nicht das Auge todt!
Jung oder alt! Was kümmern uns die Jahre?
Der Geist ist frisch, doch Schelme sind die Haare;
Auch mir ergraut das Haar zu bald.
Doch eilt nur Locken, glänzend euch zu färben,
Es ist nicht Schade, Silber zu erwerben.
Jung oder alt! Doch erst im Grabe kalt!
Schlaf oder Tod! Willkommen, Zwillingsbrüder!
Der Tag ist hin, ihr zieht die Wimper nieder.
Traum ist der Erde Glück und Noth.
Zu kurzer Tag! zu schnell verrauscht das Leben!
Warum so schön und doch so rasch verschweben?
Schlaf oder Tod! Hell strahlt das Morgenroth!
WoO. 149
"Resignation"
Text by Paul Graf von Haugwitz (1791-1856)
Music by Ludwig van Beethoven, G. 252 (WoO. 149)
Lisch aus, mein Licht!
Was dir gebricht,
Das ist nun fort,
an diesem Ort
Kannst du's nicht wieder finden!
Du mußt nun los dich binden.
Sonst hast du lustig aufgebrannt,
Nun hat man dir die Luft entwandt;
Wenn diese fort geweht,
die Flamme irregehet,
Sucht, findet nicht;
lisch aus, mein Licht!
WoO. 150 "Abendlied
unterm gestirnten Himme"
Text by H. Goeble
Music by Ludwig van Beethoven, WoO. 150 (1820)
Wenn die Sonne niedersinket,
Und der Tag zur Ruh sich neigt,
Luna freundlich leise winket,
Und die Nacht herniedersteigt;
Wenn die Sterne prächtig schimmern,
Tausend Sonnenstrahlen flimmern:
Fühlt die Seele sich so groß,
Windet sich vom Staube los.
Schaut so gern nach jenen Sternen,
Wie zurück ins Vaterland,
Hin nach jenen lichten Fernen,
Und vergißt der Erde Tand;
Will nur ringen, will nur streben,
Ihre Hülle zu entschweben:
Erde ist ihr eng und klein,
Auf den Sternen möcht sie sein.
Ob der Erde Stürme toben,
Falsches Glück den Bösen lohnt:
Hoffend blicket sie nach oben,
Wo der Sternenrichter thront.
Keine Furcht kann sie mehr quälen,
Keine Macht kann ihr befehlen;
Mit verklärtem Angesicht,
Schwingt sie sich zum Himmelslicht.
Eine leise Ahnung schauert
Mich aus jenen Welten an;
Lange nicht mehr dauert
Meine Erdenpilgerbahn,
Bald hab ich das Ziel errungen,
Bald zu euch mich aufgeschwungen,
Ernte bald an Gottes Thron
Meiner Leiden schönen Lohn.
WoO. 235 "Ich liebe
dich, so wie du mich"
Text by K. F. Herrosee
Music by Ludwig van Beethoven, "Ich liebe dich", WoO 123 (1795?),
"Zärtliche Liebe", WoO 235
Ich liebe dich, so wie du mich,
Am Abend und am Morgen,
Noch war kein Tag, wo du und ich
Nicht teilten unsre Sorgen.
Auch waren sie für dich und mich
Geteilt leicht zu ertragen;
Du tröstest im Kummer mich,
Ich weint in deine Klagen.
Drum Gottes Segen über dir,
Du, meines Lebens Freude.
Gott schütze dich, erhalt dich mir,
Schütz und erhalt uns beide.
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