Lieder index:
1. Abbitte (Apology)
2. An die Parzen
3. Geh unter, schöne Sonne
4. Hyperions Schicksalslied
1.
"Abbitte"
Text by Friedrich Hölderlin (1770-1843)
Music by Wolfgang Fortner, 1934
See also:
Josef Bohuslav Foerster (1859-1951), 1939
Josef Matthias Hauer (1883-1959), op. 12 no. 2 (1914)
Hermann Heiss (1897-1966)
Hans Pfitzner (1869-1949)
op. 29 no. 1 (1921)
Heilig Wesen! gestört hab ich die goldene
Götterruhe dir oft, und der geheimeren,
Tieferen Schmerzen des Lebens
Hast du manche gelernt von mir.
O vergiß es, vergib! gleich dem Gewölke dort
Vor dem friedlichen Mond, geh ich dahin, und du
Ruhst und glänzt in deiner
Schöne wieder, du süßes Licht!
2. "An
die Parzen"
Text by Friedrich Hölderlin (1770-1843)
Music by Wolfgang Fortner, 1934
See also:
Josef Matthias Hauer (1883-1959), op. 23 no. 4, published
1929
Paul Hindemith (1895-1963),
1935
Paul von Klenau (1883-1946), 1942
Hermann Reutter (1900-1985), op. 56 no. 1 (publ. 1944)
Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
Daß williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättiget, dann mir sterbe.
Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
Doch ist mir einst das Heilge, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht gelungen,
Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinabgeleitet; einmal
Lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.
3. "Geh
unter, schöne Sonne"
Text by Friedrich Hölderlin (1770-1843)
Music by Wolfgang Fortner, 1933
Geh unter, schöne Sonne, sie achteten
Nur wenig dein, sie kannten dich, Heilge, nicht.
Denn mühelos und stille bist du
Über den Mühsamen aufgegangen.
Mir gehst du freundlich unter und auf, o Licht,
Und wohl erkennt mein Auge dich, herrliches!
Denn göttlich stille ehren lernt ich,
Da Diotima den Sinn mir heilte.
O du, des Himmels Botin, wie lauscht ich dir,
Dir, Diotima! Liebe! wie sah von dir
Zum goldnen Tage dieses Auge
Glänzend und dankend empor. Da rauschten
Lebendiger die Quellen, es atmeten
Der dunkeln Erde Blüten mich liebend an,
Und lächelnd über Silberwolken
Neigte sich segnend herab der Äther.
4.
"Hyperions Schicksalslied"
Text by Friedrich Hölderlin (1770-1843)
Music by Wolfgang Fortner, 1934
See also:
Johannes Brahms (1833-1897),
op. 54 (1868), published 1871, known as "Schicksalslied"
Josef Matthias Hauer (1883-1959), op. 6 no. 2 (1914)
Erich J. Wolff (1874-1913), op. 10 no. 1, published 1907
Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren Euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige saiten.
Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
in bescheidener Knospe
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn;
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahrlang ins Ungewisse hinab.
|