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Karl Löwe

(1796 - 1869)
 

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The Lieder of  Karl Löwe


Lieder – complete index


 
Lieder - index a:

1. "Amanda"
2. "An die Natur"
3. "Weil' auf mir, du dunkles Auge"
4. "Das Fischergewerbe"
5. "Das Schifflein"
6. "Der fünfte Mai"
7. "Der Zahn"
8. "Die schlanke Wasserlilie"
9. "Wilkommen im Grünen!"
10. "Gott ist mein Lied"
11. "Groß ist der Herr! Die Himmel ohne Zahl"
12. "Leise zieht durch mein Gemüt"
13. "Liebe rauscht der Silberbach"
14. "Sehnsucht"
15. "Dein Schwert, wie ist's von Blut so rot"
16. "Der Wirthin Töchterlein"
17. "Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?"
18. "Herr Oluf"
19. "Walpurgisnacht"
20. "Elvershöh"
21. "Die drei Lieder (König Sifrid)"
22. "Mein Geist ist trüb'"
23. "Der Mutter Geist"
24. "Die Lotusblume"
25. "Über allen Gipfeln ist Ruh"
26. "Der du von dem Himmel bist"
27. "Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer"
28. "Meine Ruh' ist hin"
29. "Nur wer die Sehnsucht kennt"
30. "Graf Eberhards Weißdorn"
31. "Im Sommer such ein Liebchen dir in Garten und Gefild!"
32. "Die Zufriedenen"
33. "Graf Eberstein"
34. "Sie liebten sich beide"
35. "Du schönes Fischermädchen"
36. "Ich hab' im Traum geweinet"
37. "Zum Sehen geboren"
38. "Gutmann und Gutweib"
39. "Ach neige, du Schmerzenreiche"
40. "Der alte Goethe"
41. "Die verliebte Schäferin Scapine"
42. "Die Geister der Wüste"
43. "Der verschmachtende Pilger"
44. "Melek in der Wüste"
45. "Die Oasis"
46. "Lied eines Vögleins in der Oasis"
47. "Melek am Quell"
48. "Maisuna am Brunnen"
49. "Ali und Fatme"
50. "Assad mit dem Selam"
51. "Taubenpost"
52. "Gulhinde am Putztische"
53. "Abendgesang"

1. "Amanda"
 
Text by Anonymous
Music by Johann Karl Gottfried Loewe

Um die blüthenvollen Äste
Summen Bienchen, säuseln Weste;
In der dichten Rosenlaube
Girrt die sanfte Turteltaube,
Und der Blüthen Balsam duft
Füllt die ganze Frühlingsluft.
Seht, vom Zephyr angesäuselt,
Seht, wie sich die Welle kräuselt!
Zärtlich rauscht die Pappelweide,
Und es tönt Gesang der Freude
Von der kleinen Sänger Chor,
Aus beblümtem Hain hervor.
Möcht' ich unter diesen Linden,
Möcht' ich doch Amanda finden!
Tauscht' ich diesen Hain und Wiese
Nicht mit einem Paradiese!
Wäre doch Amanda hier,
Glück und Freude ist sie mir.

2. "An die Natur"
 
Text by Friedrich Leopold,Graf zu Stolberg-Stolberg (1750-1819)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, before 1826

See also:
 
Franz Schubert
(1797-1828), D. 372 (1816?), published 1895
Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800), published 1782-90
Ernest Vietor (fl. 1905-1930), op. 14 no. 1 (1936)

 
Süße, heilige Natur,
Laß mich gehn auf deiner Spur,
Leite mich an deiner Hand,
Wie ein Kind am Gängelband!
Wenn ich dann ermüdet bin,
Sink' ich dir am Busen hin,
Atme süße Himmelslust
Hangend an der Mutterbrust.
Ach! wie wohl ist mir bei dir!
Will dich lieben für und für;
Laß mich gehn auf deiner Spur,
Süße, heilige Natur!

3. "Weil' auf mir, du dunkles Auge"
 
Text by Nikolaus Lenau (1802-1850)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Das dunkle Auge"

See also:

Leopold Damrosch (1832-1885), "Bitte", op. 5 no. 1
Robert Franz (1815-1892), "Bitte", op. 9 no. 3 (1860?)
Adolf Hoffman (fl. 1887), "Gebet", op. 5 no. 3, published 1844
Charles Edward Ives (1874-1954), "Weil' auf mir" (1902), set in German and in English translation by Westbrook
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Bitte", op. 7 no. 5
Moritz Moszkowski (1854-1925), "Bitte", op. 13 no. 1, published 1877
Carl Orff (1895-1982), "Bitte"
Max Reger (1873-1916), "Bitte" (1890/1891)
Léandre Schlegel (1844-1913), "Bitte", op. 20 (1900), from Deutsche Liebeslieder, no. 6
Johann Vesque von Püttlingen (1803-1883), "Bitte", op. 43 no. 2 (1844-51?)
Felix Weingartner (1863-1942), "Bitte", op. 16 no. 6, published 1891

 
Weil' auf mir, du dunkles Auge,
übe deine ganze Macht,
ernste, milde [träumereiche],
unergründlich süße Nacht.
Nimm mit deinem Zauberdunkel
diese Welt von hinnen mir,
daß du über meinem Leben
einsam schwebest für und für.

4. "Das Fischergewerbe"
 
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Das Fischergewerbe", before 1826

See also:
 
Franz Schubert (1797-1828), "Fischerlied", D. 351 (1816?), published 1895, D. 364 (1816?) (two tenors, two bases) and D. 562 (1817), published 1895
 


 
Das Fischergewerbe
Gibt rüstigen Mut!
Wir haben zum Erbe
Die Güter der Flut.
Wir graben nicht Schätze,
Wir pflügen kein Feld;
Wir ernten im Netze,
Wir angeln uns Geld.
Wir haben die Reusen
Den Schilfbach entlang.
Und ruhn bei den Schleusen,
Zu sondern den Fang.
Goldweiden beschatten
Das moosige Dach;
Wir schlummern auf Matten
Im kühlen Gemach.
Mit roten Korallen
Prangt Spiegel und Wand.
Den Estrich der Hallen
Deckt silberner Sand.
Das Gärtchen daneben
Grünt ländlich umzäunt
Von kreuzenden Stäben
Mit Baste vereint.
Im Antlitz der Buben
Lacht mutiger Sinn.
Sie meiden die Stuben
Bei Tagesbeginn;
Sie tauchen und schwimmen
Im eisigen See,
Und barfuß erklimmen
Die Klippen von Schnee.
Oft rudern wir ferne
Im wiegenden Kahn;
Dann blinken die Sterne
So freundlich uns an;
Der Mond aus den Höhen,
Der Mond aus dem Bach,
So schnell wir entflöhen,
Sie gleiten uns nach.
Wir trotzen dem Wetter,
Das Finster uns droht,
Wann schöpfende Bretter
Kaum hemmen den Tod.
Wir trotzen auch Wogen
Auf krachendem Schiff,
In Tiefen gezogen,
Geschleudert ans Riff!
Der Herr, der in Stürmen
Der Mitternacht blitzt,
Vermag uns zu schirmen,
Und kennt, was uns nützt.
Gleich unter dem Flügel
Des Ewigen ruht
Der Rasengruft Hügel
Das Grab in der Flut.

5. "Das Schifflein"
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, 1835

See also:

Robert Gund (1865-1927), op. 39 no. 3 (1914)
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), op. 99 no. 4 (1841)
Robert Schumann (1810-1856), op. 146 no. 5 (1849)
(Philipp) Friedrich Silcher (1789-1860)

 
Ein Schifflein ziehet leise
Den Strom hin seine Gleise.
Es schwiegen, die drin wandern,
Denn keiner kennt den andern.
Was zieht hier aus dem Felle
Der braune Waldgeselle?
Ein Horn, das sanft erschallet:
Das Ufer widerhallet.
Von seinem Wanderstabe
Schraubt jener Stift und Habe,
Und mischt mit Flötentönen
Sich in des Hornes Dröhnen.
Das Mädchen saß so blöde,
Als fehlt' ihr gar die Rede,
Jetzt stimmt sie mit Gesange
Zu Horn- und Flötenklange.
Die Ruder auch sich regen
Mit taktgemäßen Schlägen.
Das Schiff hinunter flieget,
von Molodie gewieget.
Hart stößt es auf am Strande,
Man trennt sich in die Lande:
"Wann treffen wir uns, Brüder?
Auf einem Schifflein wieder?"

6. "Der fünfte Mai"
 
Text by Anonymous
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, 1837
 

 
Die Feuerschlünde am Seinestrand,
Auch Königskanonen beigenannt,
Denn sie rufen dem Volke donnernd zu,
Wenn ihr König geht in die ewige Ruh,
Sie stehen so lange verstummt und kalt,
Wie Riesenleichen, deren Stimme verhallt.
Doch einst im Maimond, bei vollem Pokal
Sitzt der Frankenkönig beim fröhlichen Mahl,
Da krachen die stummen Verkünder all,
Die Königskanonen mit donnerdem Schall;
Den Himmel umwebet ein schwarzes Gewand,
Das Weltmeer brauset, es zittert das Land.
Gewaltig tönet vom brausendem Meer
Wie grollender Donner die Mahnung daher:
"Wo auch die mächtige Eiche fällt,
Ihr Sturz erschüttert die weite Welt,
Und steht euer König auch lebend da,
Gedenket an Sanct Helena!"

7. "Der Zahn"
 
Text by Matthias Claudius (1740-1815)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe
 
 


Victoria! Victoria!
der kleine weiße Zahn ist da.
Victoria! Victoria!
der weiße Zahn ist da.
Du Mutter! komm, und Groß und Klein
im Hause! kommt und kukt hinein,
Und seht den hellen weißen Schein.
Der Zahn soll Alexander heissen.
"Du liebes Kind! Gott halt' ihn dir gesund,
Und geb' dir Zähne mehr in deinen kleinen Mund
Und immer was dafür zu beissen!"

8. "Die schlanke Wasserlilie"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Die schlanke Wasserlilie" (1847)

See also:

Robert Franz (1815-1892), "Die schlanke Wasserlilie", op. 51 no. 7 (1879)
Hans Erich Pfitzner (1869-1949), "Die schlanke Wasserlilie", 1884-6?
Sergei Vasil'yevich Rachmaninov (1873-1943), op. 8 no. 1 "Rechnaja lileja", In Russian, translated by Aleksey Nikolayevich Pleshcheyev (1825-1893)
Frank Valentine van der Stucken (1858-1929), "Blumen III", op. 4 no. 3 (1879)

 
Die schlanke Wasserlilie
Schaut träumend empor aus dem See;
Da grüßt der Mond herunter
Mit lichtem Liebesweh.
Verschämt senkt sie das Köpfchen
Wieder hinab zu den Welln -
Da sieht sie zu ihren Füßen
Den armen blassen Geselln.

9. "Wilkommen im Grünen!"
 
Text by Johann Heinrich Voss (1751-1826)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Frühlingslied", before 1829

See also:
 
Felix Mendelssohn-Bartholdy
(1809-1847), "Im Grünen", op. 8 no. 11 (1828)
Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800), "Im Grünen", published 1782-90

 
Wilkommen im Grünen!
Der Himmel ist blau,
Und blumig die Au,
Der Lenz ist erschienen!
Er spiegelt sich hell
Am luftigen Quell,
Willkommen im Grünen!
Willkommen im Grünen!
Das Vögelchen springt
Auf Sproßen und singt:
Der Lenz ist erschienen!
Ihm säuselt der West
Ums heimliche Nest,
Willkommen im Grünen!

10. "Gott ist mein Lied"
 
Text by Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Gott ist mein Lied" (1826)

See also:
 
Ludwig van Beethoven
(1770-1827), "Gottes Macht und Vorsehung", op. 48 no. 5 (1803)

 
Gott ist mein Lied!
Er ist der Gott der Stärke,
Hehr ist sein Nam'
Und groß sind seine Werke,
Und alle Himmel sein Gebiet.

11. "Groß ist der Herr! Die Himmel ohne Zahl"
 
Text by Ewald Christian von Kleist (1715-1759)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Groß ist der Herr" (1820)

See also:
 
Franz Schubert (1797-1828), "Gott in der Natur", D. 757 (1822), published 1839 as op. posth. 133, quartet for women's voices with piano accompaniment
Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800), "Hymne", published 1784

 
Groß ist der Herr! Die Himmel ohne Zahl
Sind Säle seiner Burg,
Sein Wagen Sturm und donnerndes Gewölk
Und Blitze sein Gespann.
Die Morgenröth' ist nur ein Widerschein
Von seines Kleides Saum,
Und gegen seinen Glanz ist Dämmerung der Sonne
Flammend Licht.
Er sieht mit gnäd'gem Blick zur Erde herab,
Sie grünet, blüht und lacht.
Er schilt, es fähret Feuer vom Felsen auf,
Und Meer und Himmel bebt.
Lobt den Gewaltigen, den großen Herrn,
Ihr Lichter seiner Burg,
Ihr Sonnenheere flammt zu seinem Ruhm,
Ihr Erden singt sein Lob.

12. "Leise zieht durch mein Gemüt"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Leise zieht durch mein Gemüt", 1838

See also:

Robert Franz (1815-1892), "Leise zieht durch mein Gemüt", op. 41 no. 1 (1867?)
Edvard Grieg (1843-1907), "Gruß" (Greetings), op. 48 no. 1 (1884)
Charles Edward Ives (1874-1954), "Gruß", in German
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), "Gruß", op. 19 no. 5
Ernest Vietor (fl. 1905-1930), "Frühlingsbotschaft", op. 12 no. 2 (1934-5), from Frühlingslieder

 
Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute,
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite.
[Zieh] hinaus bis an das Haus,
Wo die [Veilchen] sprießen,
Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich laß sie grüßen.

13. "Liebe rauscht der Silberbach"
 
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Liebe rauscht der Silberbach", from Canon-Kranz (1817)

See also:
 
Franz Schubert (1797-1828), "Liebe", D. 983a

 
Liebe rauscht der Silberbach,
Liebe lehrt ihn sanfter wallen,
Seele haucht sie in das Ach!
Klagenreicher Nachtigallen;
Liebe, Liebe lispelt nur
Auf der Laute der Natur.

14. "Sehnsucht"
 
Text by Christian Ludwig Reissig (1783-1822+)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe

See also:
 
Ludwig van Beethoven
(1770-1827), WoO. 146

 
Die stille Nacht umdunkelt
Erquickend Tal und Höh',
Der Stern der Liebe funkelt
Sanft wallend in dem See.
Verstummt sind in den Zweigen
Die Sänger der Natur;
Geheimnisvolles Schweigen
Ruht auf der Blumenflur.
Ach, mir nur schließt kein Schlummer
Die müden Augen zu:
Komm, lindre meinen Kummer,
Du stiller Gott der Ruh!
Sanft trockne mir die Tränen
Gib süßer Freude Raum,
Komm, täusche hold mein Sehnen
Mit einem Wonnetraum!
O zaubre meinen Blicken
Die Holde, die mich flieht,
Laß mich ans Herz sie drücken,
Daß edle Lieb' entglüht!
Du Holde, die ich meine,
Wie sehn' ich mich nach dir;
Erscheine, ach, erscheine
Und läche Hoffnung mir!

15. "Dein Schwert, wie ist's von Blut so rot"
 
Text by Johann Gottfried Herder (1744-1803) after a Scottish ballad from "Reliques of Ancient English Poetry" by Thomas Percy (1729-1811)

Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Edward", op. 1 no. 1

See also:
 
Johannes Brahms
(1833-1897), "Edward", op. 75 no. 1 (1877)
Franz Schubert (1797-1828), "Eine altschottische Ballade", D. 923 (1827), published 1863
Josef Antonín `St`epán (1726-1797), "Edward und seine Mutter", published 1778-9

 
Dein Schwert, wie ist's von Blut so rot?
Edward, Edward!
Dein Schwert, wie ist's von Blut so rot?
Und gehst so traurig da? O!
Ich hab geschlagen meinen Geier tot,
Mutter, Mutter!
Ich hab geschlagen meinen Geier tot,
Und das, das geht mir nah. O!
Deines Geiers Blut ist nicht so rot,
Edward, Edward!
Deines Geiers Blut ist nicht so rot,
Mein Sohn, bekenn mir frei. O!
Ich hab geschlagen mein Rotroß tot,
Mutter, Mutter!
Ich hab geschlagen mein Rotroß tot,
Und's war so stolz und treu. O!
Dein Roß war alt und hast's nicht not,
Edward, Edward!
Dein Roß war alt und hast's nicht not,
Dich drückt ein andrer Schmerz. O!
Ich hab geschlagen meinen Vater tot!
Mutter, Mutter!
Ich hab geschlagen meinen Vater tot,
Und das, das quält mein Herz! O!
Und was wirst du nun an dir tun,
Edward, Edward?
Und was wirst du nun an dir tun,
Mein Sohn, das sage mir! O!
Auf Erden soll mein Fuß nicht ruhn!
Mutter, Mutter!
Auf Erden soll mein Fuß nicht ruhn!
Will wandern übers Meer! O!
Und was soll werden dein Hof und Hall,
Edward, Edward?
Und was soll werden dein Hof und Hall,
So herrlich sonst, so schön? O!
Ach immer steh's und sink und fall!
Mutter, Mutter!
Ach immer steh's und sink und fall,
Ich werd es nimmer sehn! O!
Und was soll werden aus Weib und Kind,
Edward, Edward?
Und was soll werden aus Weib und Kind,
Wann du gehst übers Meer? O!
Die Welt ist groß, laß sie betteln drin,
Mutter, Mutter!
Die Welt ist groß, laß sie betteln drin,
Ich seh sie nimmermehr! O!
Und was soll deine Mutter tun,
Edward, Edward?
Und was soll deine Mutter tun,
Mein Sohn, das sage mir? O!
Der Fluch der Hölle soll auf euch ruhn,
Mutter, Mutter!
Der Fluch der Hölle soll auf euch ruhn,
Denn ihr, ihr rietet's mir! O!

16. "Der Wirthin Töchterlein"
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 1 no. 2

See also:

(Philipp) Friedrich Silcher (1789-1860)

 
Es zogen drei Bursche wohl über den Rhein,
bei einer Frau Wirthin da kehrten sie ein.
"Frau Wirthin, hat sie gut Bier und Wein?
Wo hat sie ihr schönes Töchterlein?"
"Mein Bier und Wein ist frisch und klar,
mein Töchterlein liegt auf der Todtenbahr'."
Und als sie traten zur Kammer hinein,
da lag sie in einem schwarzen Schrein.
Der Erste schlug den Schleier zurück
und schaute sie an mit traurigem Blick:
"Ach lebtest du noch, du schöne Maid!
Ich würde dich lieben von dieser Zeit!"
Der Zweite deckte den Schleier zu
und kehrte sich ab und weinte dazu:
"Ach, daß du liegst auf der Todtenbahr'!
Ich hab' dich geliebt so manches Jahr!"
Der Dritte der hub ihn wieder sogleich
und küßte sie auf den Mund so bleich:
"Dich liebt' ich immer, dich lieb' ich nocht heut'
und werde dich lieben in Ewigkeit!"

17. "Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?"
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Erlkönig", op. 1 no. 3 (1818

See also:

Gottlob Bachmann (1763-1840), "Erlkönig", op. 43. Published 1798/99?
Anselm Hüttenbrenner (1794-1868), "Erlkönig", 1829
Bernhard Joseph Klein (1793-1832), "Der Erlkönig", published 1815?
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Erlkönig", published 1794
Andreas Jakob Romberg (1767-1821), "Erlkönig", published 1793
Louis Schlottmann (1826-1905), "Erlkönig", op. 44 no. 8. Published 1878?
Julius Schneider (1805-1885), "Erlkönig", 1828
Corona Elisabeth Wilhelmine Schröter (1751-1802), "Der Erlkönig" (1782)
Franz Schubert (1797-1828), "Erlkönig", D. 328 (October, 1815). First published in 1821 as op 1
Ludwig Spohr (1784-1859), "Erlkönig", op. 154 no. 4 (slightly different version)
Václav Jan K`rtitel Tomá`sek (1774-1850), "Erlkönig", op. 59 no. 1 (1815?), from Gedichte von Goethe, VII:1
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Der Erlkönig", 1797

 
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.
"Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?"
"Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?"
"Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif."
"Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand."
"Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?"
"Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind:
In dürren Blättern säuselt der Wind."
"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."
"Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort?"
"Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau."
"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."
"Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!"
Dem Vater grausets, er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Müh' und Not:
In seinen Armen das Kind war tot.

18. "Herr Oluf"
 
Text: "Ballade nach dem Dänischen", German translation by Johann Gottfried Herder (1744-1803)

Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 2 no. 2 (1821)

 
Herr Oluf reitet spät und weit,
Zu bieten auf seine Hochzeitleit'.
Du tanzen die Elfen auf grünem Strand,
Erlkönigs Tochter reicht ihm die Hand:
"Willkommen, Herr Oluf, komm tanzen mit mir,
Zwei göldene Sporen schenke ich dir."
"Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,
Denn morgen is mein Hochzeittag."
"Tritt näher, Herr Oluf, komm tanzen mit mir,
Ein Hemd von Seiden schenke ich dir,
Ein Hemd von Seiden so weiß und fein,
Meine Mutter bleicht's mit Mondenschein!"
"Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,
Denn morgen ist mein Hochzeittag."
"Tritt näher, Herr Oluf, komm tanzen mit mir,
Einen Haufen Goldes schenke ich dir."
"Einen Haufen Goldes nähme ich wohl,
Doch tanzen ich nicht darf noch soll."
"Und willst du, Herr Oluf, nicht tanzen mit mir,
Soll Seuch' und Krak, heit folgen dir!"
Sie thät ihm geben einen Schlag aufs Herz,
Sein Lebtag fühlt' er nicht solchen Schmerz.
Drauf thät sie ihn heben auf sein Pferd:
"Reit' heim zu deinem Fräulein werth!"
Und als er kam vor Hauses Thür,
Seine Mutter zitternd stand dafür:
"Sag an, mein Sohn, und sag mir gleich,
Wovon du bist so blaß und bleich?"
"Und sollt ich nicht sein blaß und bleich?
Ich kam in Erlenkönigs Reich."
"Sag an, mein Sohn, so lieb und traut,
Was soll ich sagen deiner Braut?"
"Sagt ihr, ich ritt in den Wald zur Stund,
Zu proben allda mein Roß und Hund."
Früh Morgens als der Tag kaum war,
Da kam die Braut mit der Hochzeitschar.
Sie schenkten Meth, sie schenkten Wein:
"Wo ist Herr Oluf, der Bräutigam mein?"
"Herr Oluf ritt in den Wald zur Stund,
Zu proben allda sein Roß und Hund."
Die Braut hob auf den Scharlach roth,
Da lag Herr Oluf und war todt.

19. "Walpurgisnacht"
 
Text by Willibald Alexis (Wilhelm Häring) (1798-1871)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 2 no. 3 (1824)

See also:

Johannes Brahms (1833-1897), op. 75 no. 4 (1878)

 
 
Liebe Mutter, heut' Nacht heulte Regen und Wind.
"Ist heute der erste Mai, liebes Kind."
Liebe Mutter, es donnerte auf dem Brocken droben.
"Liebes Kind, es waren die Hexen oben."
Liebe Mutter, ich möcht keine Hexen sehn.
"Liebes Kind, es ist wohl schon oft geschehn."
Liebe Mutter, ob wohl im Dorf Hexen sind?
"Sie sind dir wohl näher, mein liebes Kind."
Liebe Mutter, worauf fliegen die Hexen zum Berg?
"Liebes Kind, auf dem Rauche von heissem Werg."
Liebe Mutter, worauf reiten die Hexen zum Spiel?
"Liebes Kind, sie reiten auf'nem Besenstiel."
Liebe Mutter, ich sah gestern im Dorf viel Besen.
"Es sind auch viel Hexen auf'm Brocken gewesen."
Liebe Mutter, 's hat gestern im Schornstein geraucht.
"Liebes Kind, es hat Einer das Werg gebraucht."
Liebe Mutter, in der Nacht war dein Besen nicht zu Haus.
"Liebes Kind, so war er zum Blocksberg hinaus."
Liebe Mutter, dein Bett war leer in der Nacht.
"Deine Mutter hat oben auf dem Blocksberg gewacht."

20. "Elvershöh"
 
Text: Ballade nach dem Dänischen, German translation by Johann Gottfried Herder (1744-1803)

Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 3 no. 2 (1820)

 
Ich legte mein Haupt auf Elvershöh,
Meine Augen begannen zu sinken.
Da kamen gegangen zwei Jungfraun schön,
Die thäten mir lieblich winken.
Die eine, die strich mein weißes Kinn,
Die andere lispelt ins Ohr mir:
"Steh auf, du muntrer Jüngling,
Und erhebe den Tanz hier!
Meine Jungfraun sollen dir Lieder singen,
Die schönsten Lieder zu hören."
Die eine begann zu singen ein Lied,
Die Schönste aller Schönen;
Der brausende Strom, er floß nicht mehr
Und horcht den Zaubertönen,
Der brausende Strom, er floß nicht mehr,
Stand still und horchte fühlend.
Die Fischlein all' in heller Fluth,
Sie scherzten auf und nieder,
Die Vöglein all' im grünen Hain,
Sie hüpften und zirpten Lieder.
"Hör' an, du muntrer Jüngling, hör' an,
Willst du hier bei uns bleiben?
Wir wollen dich lehren das Runenbuch
und Zaubereien schreiben.
Wir wollen dich lehren, den wilden Bär
zu binden mit Wort und Zeichen.
Der Drache, der ruht auf rothem Gold,
soll vor dir fliehn und weichen."
Sie tanzten hin, sie tanzten her;
Zu buhlen ihr Herz begehret.
Der muntre Jügling, er
Saß da, gestützt auf seinem Schwerte.
"Hör' an, du muntrer Jüngling, hör' an!
Willst du nicht mit uns sprechen,
So reissen wir dir mit Messer und Schwert
Das Herz aus, uns zu rächen."
Und da, mein gutes, gutes Glück!
Der Hahn fing an zu krähn.
Ich wär sonst blieben auf Elvershöh,
Bei Elvers Jungfraun schön.
Drum rath ich jedem Jüngling an,
Der zieht nach Hofe fein,
Er setze sich nicht auf Elvershöh,
Allda zu schlummern ein.

21. "Die drei Lieder (König Sifrid)"
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 3 no. 3 (1825)

 
In der hohen Hall' saß König Sifrid:
"Ihr Harfner, wer weiß mir das schönste Lied?"
Und ein Jüngling trat aus der Schar behende,
Die Harf' in der Hand, das Schwert an der Lende:
"Dre Lieder weiß ich; den ersten Sang,
Den hast du ja wohl vergessen schon lang:
Meinen Bruder hast du meuchlings erstochen,
Und aber, hast ihn meuchlings erstochen!
Das andre Lied, das hab' ich erdacht
In einer finstern und stürmischen Nacht:
Mußt mit mir fechten auf Leben und Sterben,
Und aber, mußt fechten auf Leben und Sterben!"
Da lehnt er die Harfe wohl an den Tisch,
Und sie zogen beide die Schwerter frisch
Und fochten lange mit wildem Schalle,
Bis der König sank in der hohen Halle.
"Nun sing' ich das dritte und schönste Lied,
Das werd' ich nimmer zu singen müd':
König Sifrid liegt in seim rothem Blute,
Und aber, liegt in seim rothen Blute!"

22. "Mein Geist ist trüb'"
 
Text by Franz Theremin (1780-1846) after George Gordon Noel Byron, Lord Byron (1788-1824)

Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 5 no. 5
 


Mein Geist ist trüb, den Ton der Saiten,
den jetzt mein wildes Herz erträgt,
laß ihn in meine Ohren gleiten,
von deiner Fingen Kunst erregt.
Wenn einen Wunsch mein Herz gepflegt,
in diesem Ton wird Hoffnung blühen,
die Thräne, die das Auge hegt,
wird fließen, statt im Hirn zu glühen.
Doch wild und tief mußt du beginnen,
mit keinem Ton, der freudig klingt,
in Thränen muß mir das zerrinnen,
wovon die Brust mir sonst zerspringt.
Denn daß es sich zum Schweigen zwingt,
sich nur von Kummer nährt, ist lange;
und jetzt, wo es so schrecklich ringt,
jetzt brich es, oder schmilzt in Klange.

23. "Der Mutter Geist"
 
Text by Therese Albertine L. von Jacob (Therese Robinson) ("Talvj") (1797-1870)

Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 8 no. 2, composed in 1824, "nach dem Dänischen"

 
 
Herr Dÿring ritt wohl durch das Land,
Und freit eines zweiten Weibes Hand.
Führt heim die Braut, die er sich erfreit:
Das war eine böse und grimmige Maid.
Sie trat in den Schloßhof, da standen umher
Die sieben Kindlein und weineten sehr.
Die Kindlein standen in Furcht und Leid,
Mit zornigem Aug schaut auf sie die Maid.
Sie gab den Kindlein nicht Brot noch Bier:
"Soll Hunger und Haß nur haben von mir!"
Sie nahm den Kindlein die Bettlein neu:
"Sollt liegen alle sieb'n auf nackter Streu!"
Nahm ihnen das große Wachslicht fort:
"Sollt liegen allnächtlich am finstern Ort!"
'S war spät in der Nacht, und der Kindlein Gewein
Drang bis zur Mutter ins Grab hinein.
Und als es vernahm unter der Erde die Frau:
"Ich muß gehn und nach meinen Kindern schaun!"
Und stöhnte zum Herrn mit brünstigem Flehn:
"Laß, Herr, mich zu meinen Kindlein gehn!"
Sie bettelt so sehr und bettelt so lang,
Bis der Herr ihr endlich gewährte den Gang.
Sie hob sich und schwang sich mit starkem Gebein,
Das spaltet Gemäuer und Marmorstein.
Und als sie sich nahte dem Hofe alsbald,
Der Hunde Geheul die Luft durchschallt.
Und als sie kam an des Schloßes Thor,
Ihre älteste Tochter stand davor.
"Was stehst du hier, liebe Tochter mein?
Wo sind deine kleine Brüder und Schwesterlein?"
"Bist wahrlich ein Weib so schön und fein,
Doch bist du nicht liebe Mutter mein!"
"Oh! wie sollt ich sein schön und fein?
Tief in der Erd' ist mein Kämmerlein!"
"Meine Mutter war weiß mit Wängelein roth,
Doch du bist bleicher als der Tod!"
"Oh! wie sollt ich sein weiß und roth?
Bin ja schon so lange kalt und todt!"
Und als sie kam in die innerste Hall,
Da lagen die Kindlein und weineten all!
Sie kleidet das Eine und reinigt den Rock,
Sie kämmt und glättet des Andern Gelock,
Das Dritte wiegete sie auf ihrem Knie,
Das Vierte eyte und streichelte sie.
Das Fünfte nimmt auf den Schoß sie und Arm,
Das Sechste herzte am Busen sie warm...
Und wandt sich zur Tochter und sprach zu ihr:
"Geh, heiß Jungherr Dÿring kommen zu mir!"
Und als der Jungherr trat ins Gemach,
Mit zornigem Muthe sie also sprach:
"Ich ließ dir in Fülle Bier und Brot,
Meine Kindlein sterben vor Hunger und Noth!
Ich ließ ihnen blaue Bettlein neu,
Meine Kindlein liegen auf nackter Streu!
Ich ließ eine Menge großer Wachslicht dir,
Meine Kindlein liegen im Finstern hier!
So oft ich kehre zu dir zurück,
Sei Sorg und Angst und Fluch dein Geschick!
Und du, o Hündlein, wache mir du,
Daß Keiner den Kindlein ein Leides thu!"
Und wenn sie hörten knurren den Hund,
So reichten sie den Kindlein Nahrung zur Stund.
Und vor dem Geist, bei des Hundes Gebell,
Bekreuzten und segneten sie sich zur Stell'.
Und wenn scheu sie das Hündlein heulen sahn,
So schauderten sie vor der Todten Nah'n.

24. "Die Lotusblume"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 9, H. I, no. 1 (1828)

See also:

Robert Franz (1815-1892), op. 25 no. 1
Wilhelm Kienzl (1857-1941), op. 8 no. 1
Robert Schumann (1810-1856), op. 25 no. 7 (1840) and op. 33 no. 3 (1840)

 
Die Lotusblume ängstigt
Sich vor der Sonne Pracht
Und mit gesenktem Haupte
Erwartet sie träumend die Nacht.
Der Mond, der ist ihr Buhle
Er weckt sie mit seinem Licht,
Und ihm entschleiert sie freundlich
Ihr frommes Blumengesicht,
Sie blüht und glüht und leuchtet
Und starret stumm in die Höh';
Sie duftet und weinet und zittert
Vor Liebe und Liebesweh.

25. "Über allen Gipfeln ist Ruh"
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Wandrers Nachtlied", op. 9, i, 3a (1817?)

See also:

Ernst Bacon (1898-1990), "Wandrers Nachtlied", published 1928
Hermann Behn (1859?-1927), "Wandrers Nachtlied", op. 2 no. 4 (189-?)
Harald Genzmer (b. 1909), "Über allen Gipfeln ist Ruh" (1940-87), from Acht Lieder nach verschiedenen Dichtern
Cor (Cornelius Wilhelm) de Groot (b. 1914), "Über allen Gipfeln ist Ruh", from 7 Goethe Lieder (no. 5) published 194-?
Ferdinand Hiller (1811-1885), "Wandrers Nachtlied" (1827)
Franz (Ferencz) Liszt (1811-1886), "Über allen Gipfeln ist Ruh", S. 306
Nikolai Karlovich Medtner (1880-1951), "Nochnaja pesn' stranznika" (Wandrers Nachtlied), singable in Russian and German, op. 6 no. 1
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Über allen Gipfeln ist Ruh" (1835)
Ernst Pepping (1901-1981), "Ein Gleiches" (1946), from Haus- und Trostbuch (no. 34), published 1949
Max Reger (1873-1916), "Abendlied", op. 14 no. 2 (1894)
Franz Schubert (1797-1828), "Wandrers Nachtlied (Ein Gleiches)", D. 768, op. 96 no. 3 (c. 1823)
Robert Schumann (1810-1856), "Nachtlied" (Night song), op. 96 no. 1 (1850)
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Ruhe" (1814)
Charles Edward Ives (1874-1954), "Ilmenau", in German and English
 

 
Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde,
Warte nur, balde
Ruhest du auch!

26. "Der du von dem Himmel bist"
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Wandrers Nachtlied", op. 9, i, 3b (1828)

See also:

Bettina von Arnim, née Brentano (1785-1859), "Wandrers Nachtlied", 1842?
Ernst Bacon (1898-1990), "Der du von dem Himmel bist", published 1928
Hermann Behn (1857?-1927), op. 1, ii, no. 6, "Wandrers Nachtlied" (189-?)
Harald Genzmer (b. 1909), "Der du von den Himmel bist", from Acht Lieder nach verschiedenen Dichtern
Hermann (Gustav) Goetz (1840-1876), op. 19 no. 6, "Wandrers Nachtlied" (1862-3)
Cor (Cornelius Wilhelm) de Groot (b. 1914), "Wandrers Nachtlied", from 7 Goethe Lieder (1), published 194-?
Philipp Christoph Kayser (1755-1823), "Um Friede" (1777)
Franz (Ferencz) Liszt (1811-1886), S. 279, "Der du von den Himmel bist", published in 1843, 1856, 1860
Joseph Marx (1882-1964), 1906, "Wanderers Nachtlied"
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Wanders Nachtlied"
Ernst Pepping (1901-1981), "Wandrers Nachtlied", from Haus- und Trostbuch, published 1949
Hans Erich Pfitzner (1869-1949), op. 40 no. 5 "Wanderers Nachtlied II" (1931)
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Wandrers Nachtlied", published 1794 and 1809
Friedrich Wilhelm Rust (1739-1796), "Lied" (before 1781)
Franz Schubert (1797-1828), D. 224 "Wanderers Nachtlied I" (1815)
Eduard Steuermann (1892-1964), "Wandrers Nachtlied" (1931), from Drei Lieder
Václav Jan K`rtitel Tomá`sek (1774-1850), "Wandrers Nachtlied", op. 58 no. 4 (1815), from Gedichte von Goethe, VI:4
Hugo Wolf (1860-1903), "Wandrers Nachtlied", from Sechs Gedichte von Scheffel, Mörike, Goethe and Kerner, no. 5
Philip Wolfrum (1854-1919), "Wandrers Nachtlied", op. 16 no. 5 (1885?)
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Wandrers Nachtlied", 1807
Alexander Zemlinsky (1871-1942), "Wandrers Nachtlied", op. 27 no. 12 (1937/8)
Winfried (Petrus Ignatius) Zillig (1905-1963), 1941, "Wandrers Nachtlied", from Zehn Lieder nach Gedichten von Goethe

 
Der du von dem Himmel bist,
[Alles Leid] und Schmerzen stillst,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit [Erquickung] füllest,
Ach! ich bin des Treibens müde!
[Was soll all der Schmerz und Lust?]
Süßer Friede!
Komm, ach komm in meine Brust!

27. "Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer"
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Ich denke dein", op. 9 vol. III no. 1 (1817?)

See also:

Amy Marcy Cheney Beach (1867-1944), "Nähe des Geliebten" (Near the beloved), op. 35 no. 3, (Eng. title: "With Thee")
Leopold Damrosch (1832-1885), "Nähe des Geliebten", op. 17 no. 1
Stephen (István) Heller (1813-1888), "Nähe des Geliebten" (1830-8?)
Friedrich Heinrich Himmel (1765-1814), "Nähe des Geliebten" (1807?)
Paul Hindemith (1895-1963), "Nähe des Geliebten" (1914)
Josephine Lang (1815-1880), "Nähe des Geliebten", op. 5 no. 1
Eduard Lassen (1830-1904), "Nähe des Geliebten", op. 62 no. 1
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Nähe des Geliebten" (1795?)
Franz Schubert (1797-1828), "Nähe des Geliebten", D. 162 (1815), published 1821 as op. 5 no 2
Robert Alexander Schumann (1810-1856), "Ich denke dein", op. 78 no. 3 (1849)
Václav Jan K`rtitel Tomá`sek (1774-1850), "Nähe des Geliebten", op. 53 no. 2, from Gedichte von Goethe
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Nähe des Geliebten" (1808)
Winfried (Petrus Ignatius) Zillig (1905-1963), "Nähe des Geliebten" (1941), from Zehn Lieder nach Gedichten von Goethe

 
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Hain da geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne.
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

28. "Meine Ruh' ist hin"
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from Faust
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Ich denke dein", op. 9, iii, 2 (1822)

See also:

(Karl) Friedrich Curschmann (1805-1841), "Meine Ruh ist hin", op. 11 no. 5 (1836)
Franz Schubert (1797-1828), "Gretchen am Spinnrad(e)" (Gretchen at the Spinning Wheel), D. 118 (1814), published 1821 as op. 2
Ludwig Spohr (1784-1859), "Gretchen", op. 25 no. 3 (1809)
Richard Wagner (1813-1883), "Meine Ruh ist hin", op. 5 (1831-1832), from Sieben Kompositionen zu Goethes Faust, no. 5
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Margarethe"

 
Meine Ruh' ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr.
Wo ich ihn nicht hab
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.
Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Mein armer Sinn
Ist mir zerstückt.
Nach ihm nur schau ich
Zum Fenster hinaus,
Nach ihm nur geh ich
Aus dem Haus.
Sein hoher Gang,
Sein' edle Gestalt,
Seine Mundes Lächeln,
Seiner Augen Gewalt,
Und seiner Rede
Zauberfluß,
Sein Händedruck,
Und ach, sein Kuß!
Mein Busen drängt sich
Nach ihm hin.
[Ach] dürft ich fassen
Und halten ihn,
Und küssen ihn,
So wie ich wollt,
An seinen Küssen
Vergehen sollt!

29. "Nur wer die Sehnsucht kennt"
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Sehnsucht", op. 9, iii, 5 (1818?)

See also:

Ludwig van Beethoven (1770-1827), "Sehnsucht" (4 settings), WoO. 134 (1808)
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Mignon" (1826)
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Sehnsucht", published 1795-6; published 1805-6
Franz Schubert (1797-1828), D. 310a, D. 310b, D. 359, D. 481, D. 656, D. 877 no. 1, D. 877 no. 4, D. 310 (2 versions) "Nur wer die Sehnsucht kennt" (1815), first published 1895, D. 359 "Sehnsucht" (1816), first published in 1872, D. 481 "Sehnsucht" (September, 1816), first published in 1895, D. 656 "Nur wer die Sehnsucht kennt" (April, 1819), first published in 1867, and D. 877 no 1 and 4 (1826)
Robert Schumann (1810-1856), "Nur wer die Sehnsucht kennt", op. 98a no. 3 (May/June 1849)
Peter Ilyich Tchaikovsky (1840-1893), "Pesn' Min'ony: Net, tolko tot, kto znal", op. 6 no. 6 (Russian, translated by Lev Aleksandrovich Mej)
Hugo Wolf (1860-1903), "Mignon II", from Goethe-Lieder no. 6
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Sehnsucht" (1795); (1812); published 1821

 
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh ich [am] Firmament
Nach jener Seite.
Ach! der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!

30. "Graf Eberhards Weißdorn"
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)

Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Sehnsucht", op. 9, H. IV Nr. 5 (1825), first published 1828

 
Graf Eberhard im Bart
Vom Würtemberger Land,
Er kam auf frommer Fahrt
Zu Palästina's Strand.
Daselbst er einsmals ritt
Durch einen frischen Wald;
Ein grünes Reis er schnitt
Von einem Weißdorn bald.
Er steckt' es mit Bedacht
Auf seinen Eisenhut;
Er trug es in der Schlacht
Und über Meeres Fluth.
Und als er war daheim,
Er's in die Erde steckt,
Wobald manch neuen Keim
Der neue Frühling weckt.
Der Graf, getreu und gut,
Besucht' es jedes Jahr,
Erfreute dran den Muth,
Wie es gewachsen war.
Der Herr war alt und laß,
das Reislein war ein Baum,
Darunter oftmals saß
Der Greis im tiefsten Traum.
Die Wölbung, hoch und breit,
Mit sanftem Rauschen mahnt
Ihn an die alte Zeit
Und an das ferne Land!

31. "Im Sommer such ein Liebchen dir in Garten und Gefild!"
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Bauernregel", op. 9, vol V, no. 3

See also:

Erik Meyer-Helmund (1861-1932), "Im Sommer such ein Liebchen dir" (1886-88)
Max Reger (1873-1916), "Bauernregel", op. 8 no. 5 (1892)
 


Im Sommer such ein Liebchen dir in Garten und Gefild!
da sind die Tage lang genug, da sind die Nächte mild.
Im Winter muß der süße Bund schon fest geschlossen sein,
so darfst nicht lange stehn im Schnee bei kaltem Mondenschein.

32. "Die Zufriedenen"
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 9, v, 4 (1824)

 
Ich saß bei jener Linde
Mit meinem trauten Kinde,
Wir saßen Hand in Hand.
Kein Blättchen rauscht' im Winde,
Die Sonne schien gelinde
Herab aufs stille Land.
Wir saßen ganz vershwiegen
Mit innigem Vergnügen,
Das Herz kaum merklich schlug.
Was sollten wir auch sagen?
Was konnten wir uns fragen?
Wir wußten ja genug.
Es mocht uns nichts mehr fehlen,
Kein Sehnen konnt uns quälen,
Nichts Liebes war uns fern.
Aus liebem Aug ein Grüßen,
Vom lieben Mund ein Küssen
Gab eins dem andern gern.

33. "Graf Eberstein"
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 9, vol VI no. 5.
 
 


Zu Speier im Saale, da hebt sich ein Klingen,
mit Fackeln und Kerzen ein Tanzen und Springen;
Graf Eberstein führet den Reihn
mit des Kaisers holdseligem Töchterlein.
Und als er sie schwingt nun im luftigen Reigen,
da flüstert sie leise, sie kann's nicht verschwigen:
"Graf Eberstein, hüte dich fein!
Heut' Nacht wird dein Schlößlein gefährdet sein."
"Ei" denket der Graf, "Euer Kaiserlich Gnaden,
so habt Ihr mich darum zum Tanze geladen!"
Er sucht sein Roß, läßt seinen Troß
und jagt nach seinem gefährdeten Schloß.
Um Ebersteins Veste, da wimmelt's von Streitern,
sie schleichen im Nebel mit Haken und Leitern.
Graf Eberstein grüßet sie fein,
er wirft sie vom Wall in die Gräben hinein.
Als nun der Herr Kaiser am Morgen gekommen,
da meint er, es seie die Burg schon genommen.
Doch auf dem Wall tanzen mit Schall
der Graf und seine Gewappneten all'.
"Herr Kaiser, beschleicht Ihr ein andermal Schlößer,
thut's Noth, Ihr versteht auf das Tanzen Euch besser,
Euer Töchterlein tanzet so fein,
dem soll meine Veste geöffnet sein."
Im Schloße des Grafen, da hebt sich ein Klingen,
mit Fackeln und Kerzen ein Tanzen und Springen:
Graf Eberstein führet den Reihn
mit des Kaisers holdseligem Töchterlein.
Und als er sie schwingt nun im bräutlichen Reigen,
da flüstert er leise, er kann's nicht verschweigen:
"Schön Jungfräulein, hüte dich fein!
Heut' Nacht wird ein Schlößlein gefährdet sein."

34. "Sie liebten sich beide"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Erste Liebe", op. 9, vii, 3 (1832)

See also:

Ignaz Brüll (1846-1907), "Sie liebten sich beide", op. 5, i, 4 (186-?)
Robert Franz (1815-1892), "Sie liebten sich beide", op. 31 no. 4
Ludwig Rottenberg (1864-1930), "Sie liebten sich beide", published 1914?
Clara Schumann Wieck (1819-1896), "Sie liebten sich beide", op. 13, from Sechs Lieder, no. 2
Bernhard Stavenhagen (1862-1914), "Sie liebten sich beide", op. 9 no. 1, published 1906
(Karl) Wilhelm (Eugen) Stenhammar (1871-1927), "Sie liebten sich beide", op. 17 no. 3 (1890?)
 


Sie liebten sich beide,
doch keiner wollt' es dem andern gestehn;
sie sahen sich an so feindlich,
und wollten vor Liebe vergehn.
Sie trennten sich endlich
und sah'n sich nur noch zuweilen im Traum;
sie waren längst gestorben
und wußten es selber kaum.

35. "Du schönes Fischermädchen"
 
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Du schönes Fischermädchen", op. 9, vii, 5 (1832)
 
See also:

Aleksandr Porfir'jevich Borodin (1833-1887), "Krasavica Rybachka", in Russian (1854-5)
Adolph Martin Foerster (1854-1927), "Das Fischermädchen", op. 1 no. 2 (1877)
Reinhold Gliere (1875-1956), op. 58 no. 6, singable in Russian and German.
Stephen (István) Heller (1813-1888), "Das Fischermädchen", (1830-8?)
Alexis Holländer (1840-1924), "Am Strande", op. 51 no. 8, published 1895?
Giacomo Meyerbeer (1791-1864), "Komm!" (1837)
Franz Schubert (1797-1828), "Das Fischermädchen", D. 957, op. posth. (1828), from Schwanengesang, no. 10
 

 
Du schönes Fischermädchen,
Treibe den Kahn ans Land;
Komm zu mir und setze dich nieder,
Wir kosen Hand in Hand.
 
Leg an mein Herz dein Köpchen
Und fürchte dich nicht zu sehr;
Vertraust du dich doch sorglos
Täglich dem wilden Meer.
 
Mein Herz gleicht ganz dem Meere,
Hat Sturm und Ebb' und Flut,
Und manche schöne Perle
In seiner Tiefe ruht.

36. "Ich hab' im Traum geweinet"
 
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 9, vii, 6 (1832)
 
See also:
 
Robert Franz (1815-1892), op. 25 no. 3, published 1870?
Eduard Lassen (1830-1904), op. 48 no. 2
Robert Alexander Schumann (1810-1856), op. 48, from Dichterliebe, no. 13
 

 
 
Ich hab' im Traum geweinet,
Mir träumte, du lägest im Grab.
Ich wachte auf, und die Träne
Floß noch von der Wange herab.
 
Ich hab' im Traum geweinet,
Mir träumt', du verließest mich.
Ich wachte auf, und ich weinte
Noch lange bitterlich.
 
Ich hab' im Traum geweinet,
Mir träumte, du wär'st mir noch gut.
Ich wachte auf, und noch immer
Strömt meine Tränenflut.

37. "Zum Sehen geboren"
 
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Lynceus, der Türmer, auf Faust's Sternwarte singend", op. 9, viii, 3 (1833)
 
See also:

Robert Alexander Schumann (1810-1856), "Lied Lynceus des Türmers", op. 79 no. 28 (1849)
Hermann Simon (1896-1948), "Lynceus der Türmer" (1935)
 

 
Zum Sehen geboren,
Zum Schauen bestellt,
Dem Turme geschworen
Gefällt mir die Welt.
Ich blick' in die Ferne,
Ich seh' in der Näh'
Den Mond und die Sterne,
Den Wald und das Reh.
 
So seh' ich in allen
Die ewige Zier,
Und wie mir's gefallen,
Gefall' ich auch mir.
Ihr glücklichen Augen,
Was je ihr gesehn,
Es sei, was es wolle,
Es war doch so schön!

38. "Gutmann und Gutweib"
 
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 9, viii, 5 (1833)
 
See also:
 
Hugo Wolf (1860-1903), from Goethe-Lieder no. 13 (1888-9)
 
 


Und morgen fällt Sankt Martins Fest,
Gutweib liebt ihren Mann;
da knetet sie ihm Puddings ein
und bäckt sie in der Pfann.
 
Im Bette liegen beide nun,
da saust ein wilder West;
und Gutmann spricht zur guten Frau:
du, riegle die Türe fest.
 
Bin kaum erholt und habl erwarmt,
wie käm ich da zu Ruh;
und klapperte sie einhundert Jahr,
ich riegelte sie nicht zu.
 
Drauf eine Wette schlossen
sie ganz leise sich ins Ohr;
So wer das erste Wörtlein spräch,
der schöbe den Riegel vor.
 
Zwei Wanderer kommen um Mitternacht
und wissen nicht, wo sie stehn,
die Lampe losch, der Herd verglomm,
zu hören ist nichts, zu sehn.
 
Was ist das für ein Hexenort?
da bricht uns die Geduld!
Doch hörten sie kein Sterbenswort,
des war die Türe schuld.
 
Den weißen Pudding speisten sie,
den schwarzen ganz vertraut.
Und Gutweib sagt sich selberviel,
doch keine Silbe laut.
 
Zu diesem sprach der jene dann:
wie trokken ist mir der Hals!
Der Schrank, der klafft, und geistig riechts's,
da findet sich's allenfalls.
 
Ein Fläschen Schnaps ergreif ich da,
das trifft sich doch geschickt!
Ich bring es dir, du bringst es mir,
und bald sind wir erquickt.
 
Doch Gutmann sprang so heftig auf
unf fuhr sie drohend an:
bezahlen soll mit teurem Geld,
wer mir den Schnaps vertain!
 
Und Gutweib sprang auch froh heran,
drei Sprünge, als wär sie reich:
Du, Gutmann, sprachst das erste Wort,
nun riegle die Türe gleich!

39. "Ach neige, du Schmerzenreiche"
 
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from Faust
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, "Scene aus Faust", op. 9, ix, 1 (1835?6?)
 
See also:

Bernhard (Joseph) Klein (1793-1832), "Gretchen"
Franz Schubert (1797-1828), "Gretchens Bitte", D. 564 (May 1817). First published in 1838
Richard Wagner (1813-1883), "Melodram Gretchens", op. 5, from Sieben Kompositionen zu Goethes Faust, no. 6
Hugo Wolf (1860-1903), "Gretchen vor dem Andachtsbild der Mater Dolorosa"
 

 
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein [Antlitz gnädig] meiner Not!
 
Das Schwert im Herzen,
Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.
 
Zum Vater blickst du,
Und Suefzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Not.
 
Wer fühlet,
Wie wühlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weißt nur du, nur du allein!
 
Wohin ich immer gehe
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin, ach, kaum alleine,
Ich wein', ich wein', ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.
 
Die Scherben vor meinem Fenster
Betaut' ich mit Tränen, ach!
Als ich am frühen Morgen
Dir diese Blumen brach.
 
Schien hell in meine Kammer
Die Sonne früh herauf,
Saß ich in allem Jammer
In meinem Bett schon auf.
 
Hilf! Rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!

40. "Der alte Goethe"
 
 
Text by Friedrich Förster (1791-1868)
 Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 9, vol. IX no. 2
 


 
Als ich ein junger Geselle war, lustig und guter Dinge,
da hielten die Maler offenbar mein Gesicht für viel zu geringe;
dafür war mir manch schönes Kind
dazumal von Herzen treu gesinnt.
 
Nun ich hier als Altmeister sitz',
rufen sie mich aus auf Straßen und Gaßen,
zu haben bin ich, wie der alte Fritz,
auf Pfeifenköpfen und Tassen.
 
Doch die schönen Kinder die bleiben fern.
O Traum der Jugend! O goldner Stern!

41. "Die verliebte Schäferin Scapine"
 
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 9, ix, 3 (1835)
  


Gern in stillen Melancholien
Wandl' ich an dem Wasserfall,
Und in süssen Melodien
Locket mich die Nachtigall.
 
Doch hör' ich auf Schalmeien
Den Schäfer nur blasen!
Gleich möcht' ich mit zum Reihen
Und tanzen und rasen,
Und toller und toller
Wird's immer mit mir.
 
Seh ich eine Nase,
Möcht' ich sie zupfen;
Seh ich Perücken,
Möcht' ich sie rupfen;
Seh ich einen Rücken,
Möcht' ich ihn patschen;
Seh ich eine Wange,
Möcht' ich sie klatschen.
 
Hör ich Schalmeien,
Lauf' ich zum Reihen,
Toller und toller
Wird's immer mit mir.
 
Nur in stillen Melancholien
Wandl' ich an dem Wasserfall,
Und in süßen Melodien
Locket mich die Nachtigall.

42. "Die Geister der Wüste"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. I no. 1 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 

 
Hui! wie die Wolke von Staub und Brand
So wild sich stürzt auf das dürre Land!
Hui! Auf der Oasis lag ich, heult' ich und lag,
Und konnt' sie nicht dörren den langen Tag.
 
Mich trug der Wirbel vorbei die Fluth,
Ich schlürft' und schlürfte und blieb doch Gluth.
Mir dörrt die Hitze den heisern Schlund,
Nur Blut mag kühlen den heißen Mund.
 
Drum laßt uns wirbeln zum stabigen Pfad,
Wo matt erlechzend der Wandrer naht.
Hui! Den heißen Odem er schlürft ihn ein,
Sein starres Blut mag uns Kühlung sein!

43. "Der verschmachtende Pilger"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. I no. 2 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 


Einmal Mekka noch zu sehen,
War mein Wunsch, bevor ich sterbe,
Dann wollt' ich als Mahom's Erbe
Ein in seine Pforten gehen.
 
Doch die müden Kräfte sinken,
Ruhe sucht' ich, kann nicht weiter,
Ferne dort ziehen die Begleiter,
Mekka's heil'ge Luft zu trinken.
 
Ist die Seele schon geschieden
Von dem müden Erdenstaube?
Allah, deine Schattenlaube
Sendet Kühlung mir und Frieden!

44. "Melek in der Wüste"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. I no. 3 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 


Heiß glüht der Pfad; am frühen Tag
War Melek schon zum Wege wach;
Nun zieht er lechzend im Mittagsbrand
Von Durst verfolgt durch den sengenden Sand.
 
Es heult die Hyäne, der Pardel brüllt,
Des Gluthsands Strudel den Blick verhüllt:
"Und trüg' ich's selbst auch länger noch,
Du treues Roß erlägst mir doch!"
 
Und höher der Wirbel den Staub aufwühlt,
Kein Labetrunk, kein Schatten kühlt.
Da blickt er zum Himmel, sein Auge fleht,
Die lechzende Lippe wird zum Gebet!
 
"Der du die Gräser tränkest mit Thau,
Der du ins Gluthmeer starrenden Sandes hast die Oase hingegossen,
Schenke Erquickung mir! Wecker des Tags und der Nächte Hüter,
Nicht in dem Gluthsand hier laß mich verschmachten, des Lebens Gebieter!"
 
"Horch! erfüllt nicht die Luft wandernder Kata's Schar?
Ist er noch fern, der Quell, dem dürstend ihr entgegen zieht?
Auf! auf! mit der Vögel Schwarm, auf, fliege, mein Roß!
Dort letzt mit erquickender Kühlung uns der sprudelnde Labequell!"

45. "Die Oasis"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. I no. 4 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834

 
 
Wie lockt der Palmen grünes Dach,
Wie rieselt hell der stille Bach,
Wenn draußen in der Sonne Gluth
Das Sandmeer aufwogt, Fluth bei Fluth!
 
Ein bunt durchwebtes Blüthenkleid
Ist auf den Boden hingestreut,
Und aus den Blüthen, rein und hell,
Springt murmelnd auf der frische Quell.

46. "Lied eines Vögleins in der Oasis"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. I no. 5 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 


Ich schaukle leicht mich in grünen Laub,
Und draußen wirbelt der heiße Staub.
Ich sing', ich singe von Fried' und Ruh,
Von draußen klirren die Waffen dazu.
 
Ich sing', ich singe von Lieb' und Treu,
Den Wandrer lock' ich von Pfad herbei.
Er naht und ruhet im Quellenthal,
Er lauscht dem Liede, vergißt der Qual.

47. "Melek am Quell"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. I no. 6 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 


"O wie du schnaubst aus voller Brust
Und stampfst vor Lust!
Hat dich's erquickt, mein Roß,
Du treuer Weggenoß?
 
O wie sich nun mein Herz erneut
Des Lebens freut!
Nun regt sich jeder Puls in mir,
Allah, Allah, zum Danke dir!
 
O wie du schnaubst aus voller Brust
Und stampfst vor Lust!
Hat dich's erquickt, mein Roß,
Du treuer Weggenoß?"
 
Und wie er's spricht, des Weges Sohn,
Senkt nieder sich die Sonne schon
Und gießt vom duft'gen Himmelsrand
Purpur weit über der Wüste Sand.
 
Und wie ihr letzter Schein verschwimmt,
Am Himmel Stern bei Stern erglimmt,
Hinan blickt Melek, von Lust entzückt,
Aus jedem Sterne Maisuna blickt.
 
"O die ihr schwimmt in blauen Meer,
Bringt Gruß ihr von der Liebsten her?
Auf euch wohl blickend die Theure wacht,
Drum strahlt so seliges Licht die Nacht."
 
Am Quell ein Tamariskenbaum
Umsäuselt seiner Seele Traum.
Da schlummert Melek, dicht umlaubt,
Gelehnt an seines Roßes Haupt!

48. "Maisuna am Brunnen"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. II no. 1 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834

 
Ihr habt genug getrunken,
Ihr Herden groß und klein!
Die Sonne ist gesunken,
Die Nacht bricht schon herein.
 
Viel Wetterwolken eilen
Herauf in dunkler Pracht;
Wo mag mein Melek welen,
In dieser schwarzen Nacht?
 
Wo er auch immer bliebe
Er steht in Allah's Hut,
Mit ihm ist seine Liebe,
Sein Glaube und sein Muth!
 
Ihr habt genug getrunken,
Ihr Herden groß und klein!
Die Sonne ist gesunken,
Die Nacht bricht schon herein.
 
Viel Wetterwolken eilen
Herauf in dunkler Pracht;
Wo mag mein Melek welen,
In dieser schwarzen Nacht?
 
Wo er auch immer bliebe
Er steht in Allah's Hut,
Mit ihm ist seine Liebe,
Sein Glaube und sein Muth!

49. "Ali und Fatme"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. II no. 2 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 

 
Ali im Garten:
 
Deine Stimme laß ertönen,
Hohe Fürstin meiner Liebe,
Deine Blicke laß mir leuchten,
Blühend Licht der Sternen nacht!
 
Sang mir nicht der Kranz der Blumen:
"Heut' auch will ich dich beglücken?"
Nieder sende deine Strahlen,
Blühend Licht der Sternennacht!
 
Einsam harr' ich deinen Schritten,
Schweigend lausch' ich deinen Tönen!
Deine Blicke laß mir leuchten,
Blühend Licht der Sternennacht!
 
Fatme vom Balkone:
 
Meinen Kranz hab' ich gesendet,
Aber nicht dich zu beglücken,
Schweigend sollt' er dir verkünden
Meiner Seele tiefen Schmerz.
 
Unsre Roße stehn gesattelt,
Fort nach Schiras eilt der Vater!
Horch, er ruft! Von der Geliebten
Nimm ein zitternd Lebewohl!

50. "Assad mit dem Selam"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. II no. 3 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 

 
Geht nun, ihr Blüthen, meiner Fürstin Freude,
Und naht bescheiden ihrer Hoheit Throne,
Der Rose Schmelz im weichen Purpurkleide,
Der Hyacinthe blaue Glockenkrone!
 
Dann schlinge sich der leichte Kranz der Winde
Ins dunkle Haar der schattenden Cypresse,
Die flüstern der Geliebten leis' und linde,
Wie nirgend ich ihr holdes Bild vergesse.
 
Und ein' ich nun die glüh'nde Amaranthe
Dem reinen Gold der glänzenden Narcisse,
Dann fühlt die Freundin, wie mein Herz entbrannte,
Und wie ich schmerzlich ihre Näh' vermisse.
 
So nahet denn bescheiden meiner Schönen,
Und fragt sie euch, was Assads Herz empfinde,
Dann sagt ihr mit den duft'gen Farbentönen:
"Er denkt, er fühlt, er athmet nur Gulhinde!"

51. "Taubenpost"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. II no. 4 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834


 
Ein Täubchen bringt mir täglich Grüße
Von Teheran nach Ferhabad,
Und tausend Grüße trägt ein andres
Zurück zur großen Kaiserstadt.
 
Die Täubchen fliegen sich vorüber,
Es kümmert keins des andern Amt,
Ob manchmal nicht die Gluth der Zeilen
Wohl in einander überflammt?

52. "Gulhinde am Putztische"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. II no. 5 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 


Reich' mir den Schleier, Emina,
Den weichen, blumendurchwirkten Schleier,
Den mir der Vater aus Lar gesandt!
 
Reich' mir den flammenden Demantgürtel,
Daß ich ums Faltengewand ihn schmiege,
Glänzender wallet der seidene Stoff.
 
Reich' mir den Tulbend, den perlenreichen,
Den, aus Rubinenaugen strahlend,
Hoch überwallet der Reigerbusch!
Fort mit der Henna, der Ambrasalbe!
Mag nichts erbetteln vom gleißenden Schein.
Aber die glühendste Rose gieb mir,
Daß ich den Schmuck mit der Schwester theile;
Schwester der Rose ja nannt' er mich oft,
Damals schon, als er von Teheran's Hofe
Mit dem Gefolge zuerst uns besuchte,
Und mich der Vater ihm heimlich bestimmt.
Weißt du, Emina, wie hoch ich erröthet,
Als mir der Vater den Schleier zu heben
Hier vor dem fremden Manne befahl?
 
Und jetzt darf ich entgegen ihm glühen,
Darf mich ihm schmücken als liebende Braut.
Lächelst, Emina! werd' ich gefallen,
Wenn der Geliebte mich wieder schaut?
 
Nun denn, ihr freundlichen Blumenaugen,
Würzt das Gemach mir mit süßer Luft,
Boten von Assad's Herzensschlägen,
Strahlen von Assad's Seelenduft!
 
Eilet wohl seinem Werben verbunden,
Grüßend voran dem Freunde nur?
Flüstert mir schwellend von seligen Stunden,
Zeichnet mir liebend des Theuren Spur!
 
Wollt mir, traute Verräther, sagen:
"Schon nicht mehr weit ist nun der Freund;
Freudig wird Herz am Herzen schlagen,
Wenn euch die nächste Stunde vereint!"

53. "Abendgesang"
 
 
Text by Heinrich Stieglitz (1801-1849)
 
Music by Johann Karl Gottfried Loewe, op. 10 H. II no. 6 Wanderbilder aus Arabien, composed 1833, published 1834
 

Lege den Schmuck nun an, schöne Gulhinde;
Siehe, die Mädchen nah'n leise, geschwinde!
Hier in dem Vaterhaus stille zu leben,
Damit ist's bald nun aus, wirst doch nicht beben?
 
Wisse, mit Herrschermacht ziehst du zum Hafen,
Dein wird nun all' die Pracht, Güter und Sklaven!
Schmücke dich, schöne Braut, schmücke dich gerne,
Denn der Geliebte schaut schon aus der Ferne!
 
Lege den Schmuck nun an,
Siehe, die Mädchen nah'n,
Leise geschwinde,
Schöne Gulhinde!