Lieder complete index
(without Opus Number)
1. Abendlied
2. Aus der ersten Walpurgisnacht
3. Das Waldschloß
4. Der Blumenkranz
5. Der Verlassene
6. Des Mädchens Klage
7. Geistliches Lied
8. Ich hör' ein Vöglein
9. Ich weiß mir'n Mädchen
10. Mary's Dream
11. Meerfahrt
12. Pagenlied
13. Romanze no. 1: Keine von der Erde Schönen
14. Schlafloser Augen Leuchte
15. Seemans Scheidelied
16. Todeslied der Bojaren
17. Warnung vor dem Rhein
18. Weiter, rastlos
19. We've a Bonnie Wee Flower
(with Opus Number)
op. 8
no. 1. Minnelied im Mai
no. 4. Erntelied
no. 5. Pilgerspruch
no. 6. Frühlingslied
no. 7. Maienlied
no. 8. And'res Maienlied
(Hexenlied)
no. 9. Abendlied
no. 10. Romanze
no. 11. Im Grünen
op. 9
no. 1. Frage
no. 2. Geständniß
no. 3. Wartend
no. 4. Im Frühling
no. 5. Im Herbst
no. 6. Scheidend
no. 8. Frühlingsglaube
no. 11. Entsagung
op. 19
no. 1. Frühlingslied
no. 2. Das erste Veilchen
no. 3. Winterlied
no. 4. Neue Liebe
no. 5. Gruß
no. 6. Reiselied
op. 34
no. 1. Minnelied
no. 2. Auf Flügeln des Gesanges
no. 3. Frühlingslied
no. 4. Suleika
no. 5. Sonntagslied
no. 6. Reiselied
1.
"Wenn ich auf dem Lager liege"
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Abendlied"
See also:
Ignaz Brüll (1846-1907), op. 5, i, 2, "Wenn ich
auf dem Lager liege" (186-?), from Sechs Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine
Leopold Damrosch (1832-1885), op. 10 no. 5, "Wenn ich auf dem Lager
liege"
Robert Franz (1815-1892), op. 37 no. 6, "Wenn ich auf dem Lager
liege" (1866?)
Josephine Lang (1815-1880), op. 28 no. 1, "Traumbild" (1834)
Wenn ich auf dem Lager liege in Nacht und Kissen gehüllt,
So schwebt mir vor ein süßes anmutig liebes Bild!
Wenn mir der stille Schlummer geschlossen die Augen kaum,
So schleicht das liebe Bild hinein in meinen Traum!
Und mit dem Traum des Morgens zerrinnt es nimmer mehr:
Dann trag' ich es im Herzen den ganzen Tag umher.
2.
"Aus der ersten Walpurgisnacht"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, 1831-3, u. 1843
So weit gebracht,
Daß wir bei Nacht
Allvater heimlich singen!
Doch ist es Tag,
Sobald man mag
Ein reines Herz dir bringen.
Du kannst zwar heut'
Und manche Zeit
Dem Feinde viel erlauben.
Die Flamme reinigt sich vom Rauch:
So reinig' unsern Glauben!
Und raubt man uns den alten Brauch,
Dein Licht wer will es rauben?
3. "Wo noch kein
Wandrer gegangen"
Text by Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. posth.; "Das Waldschloß"
See also:
Robert Franz (1815-1892), "Romanze", op. 35 no. 4 (1862?)
Hans Erich Pfitzner (1869-1949),
op. 9. no. 4 "Der Kühne"
[Wo] noch kein Wandrer gegangen,
Hoch über Jäger und Roß
Die Felsen im Abendrot hangen
Als wie ein Wolkenschloß.
Dort zwischen Zinnen und Spitzen
Von wilden Nelken umblüht
Die schönen Waldfrauen sitzen
Und singen im Winde ihr Lied.
Der Jäger schaut nach dem Schlosse;
"Die droben, das ist mein Lieb".
Er sprengt von dem scheuenden Rosse-
Weiß keiner, wo er blieb.
4. "Der
Blumenkranz"
Text by Thomas Moore (1779-1852)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, Nachlass
An Celia's Baum in stiller Nacht
Hängt, Blumen, treuer Liebe Pfand!
Vielleicht, wenn neu der Morgen lacht,
Flieht euch zum Kranz der Liebsten Hand.
Und fällt auf ihres Busens Pracht
Ein Tröpfchen Thau aus eurem Schooß,
Dann sagt, es sei kein Thau der Nacht,
Nur Thränen, die ihr Freund vergoß.
5. "Der
Verlassene"
Text by Anonymous
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, 24 September 1821
Nacht ist um mich her, im Mondenscheine
Feiert rings die blühende Natur.
Schwarz bedecket ruht die junge Flur,
Philomens Lied erstarb im Haine.
Alles ruht so süß! Ich Armer nur
Stehe traurig auf der Flur und weine,
Such überall nur sie, die eine,
Ach, und finde nirgends ihre Spur.
Wie die Blumen hier nach neuer Sonne
An den goldnen Strahlen zu erwarmen
Mit gesenktem Haput sich innig sehnen,
So erträum ich mir in meinen Thränen
Jene neidenswerte Himmelswonne,
Die Verlorne wieder zu umarmen.
6. "Der Eichwald
braust, die Wolken ziehn"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, from Nachlass "Des Mädchens
Klage"
See also:
Franz Schubert (1797-1828),
"Des Mädchens Klage", D. 6, D. 191, D. 389 (with a different form of the text)
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Der Eichwald brauset"
(with a different form of the text)
Der Eichwald braust, die Wolken ziehn,
Das Mägdlein wandelt an Ufers Grün,
Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,
Und sie singt hinaus in die finstre Nacht,
Das Auge von Weinen getrübet.
Das Herz ist gestorben, die Welt ist leer,
Und weiter giebt sie dem Wunsche nichts mehr,
Du Heilige, rufe dein Kind zurück,
Ich habe genossen das irrdische Glück,
Ich habe gelebt und geliebet.
7. "Geistliches
Lied"
Text by Anonymous
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, Nachlaß
Doch der Herr, er leitet die Irrenden recht.
Er lehret die Irrenden seine Weg'.
Alle, die dich fürchten, Herr,
Du wirst sie unterweisen den besten Weg,
Und ihre Seele wird im Guten wohnen.
8. "Ich hör' ein
Vöglein"
Text by Adolf Böttger (1815-1870)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, 1841
See also:
Hans Erich Pfitzner (1869-1949),
1888-89
Ich hör' ein Vöglein locken,
Das wirbt so süß, das wirbt so laut,
Beim Duft der Blumenglocken
Um die geliebte Braut.
Und aus dem blauen Flieder singt, ohne Rast und Ruh'
Millionen Liebeslieder die holde Braut ihm zu.
Ich hör' ein leises Klagen,
So liebesbang, so seelenvoll,
Was mag die Stimme fragen,
Die in dem Wind verscholl?
9. "Ich weiß mir'n
Mädchen hübsch und fein"
Text from Des Knaben Wunderhorn
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Ich weiß mir'n Mädchen"
(1834)
See also:
Eugen (Francis Charles) d'Albert (1864-1932),
"Hüt du dich", op. 22 no. 3, published 1900?
Johannes Brahms (1833-1897),
"Hüt du dich", op. 66 no. 5 (1875)
Friedrich Zipp (b. 1914), "Hüt du dich", op. 5 no. 6 (1935-6),
from Wunderhorn-Lieder
Ich weiß mir'n Mädchen hübsch und fein,
hüt du dich!
Es kann wohl falsch und freundlich sein,
hüt du dich!
Vertrau ihr nicht, sie narret dich!
Sie hat zwei Äuglein, die sind braun,
hüt du dich!
Sie werd'n dich überzwerch anschaun,
hüt du dich!
Vertrau ihr nicht, sie narret dich!
Sie hat ein licht goldfarbenes Haar,
hüt du dich!
Und was sie red't, das ist nicht wahr,
hüt du dich!
Vertrau ihr nicht, sie narret dich!
Sie gibt dir'n Kränzlein fein gemacht,
hüt du dich!
Für einen Narr'n wirst du geacht,
hüt du dich!
Vetrau ihr nicht, sie narret dich!
10. "Mary's
Dream"
Text: Folksong from Sechs schottische Nationallieder
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, 1839
The moon had climb'd the highest hill
Which rises o'er the source of Dee,
And from the eastern summit shed
Her silver light o'er tow'r and tree.
When Mary laid her down to sleep,
Her thoughts on Sandy far at sea;
When soft and low a voice was heard
Say "Mary, weep no more ferme!"
"Three stormy nights and stormy days
We toss'd upon the raging main,
And long we strove our bark to save,
But all our striving was in vain.
"Ev'n then, when horror chill'd my blood,
My heart was fill'd with love for thee:
The storm is past, and I at rest,
So Mary weep no more for me."
11. "Mein Liebchen,
wir sassen beisammen"
Text by Heinrich Heine (1797-1856), first published in Tragödien nebst einem lyrischen
Intermezzo (1823), can be found in Buch der Lieder (1827), no. 42 in a section titled
"Lyrisches Intermezzo"
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Meerfahrt" (1846)
See also:
Johannes Brahms (1833-1897),
"Meerfahrt", op. 96 no. 4 (1884)
Robert Franz (1815-1892), "Meerfahrt", op. 18 no. 4
Edward MacDowell (1860-1908), "Mein Liebchen", op. 11 no. 1
(1881)
Erik Meyer-Helmund (1861-1932), "Mein Liebchen, wir sassen
beisammen" (1886-8)
Hugo Wolf (1860-1903),
"Mein Liebchen, wir sassen beisammen" (1878)
Mein Liebchen, wir saßen zusammen,
Traulich im leichten Kahn;
Die Nacht war still, und wir schwammen
Auf weiter Wasserbahn.
Die Geisterinsel, die schöne,
Lag dämm'rig im Mondenglanz;
Dort klangen liebe Töne,
Dort wogte der Nebeltanz.
Dort klange es lieb und lieber,
Und wogt' es hin und her;
Wir aber schwammen vorüber
Trostlos auf weitem Meer.
12. "Wenn die Sonne
lieblich schiene"
Text by Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Pagenlied", from Nachlaß
See also:
Richard Trunk (1879-1968), "Der wandernde Musikant", op. 45
no. 2, published 1933
Reinhard Schwarz-Schilling (1904-1987), "Der wandernde Musikant
(II)", 1944
Wenn die Sonne lieblich schiene
Wie in Wälschland, lau und blau,
Ging' ich mit der Mandoline
Durch die überglänzte Au'.
In der Nacht das Liebchen lauschte
An dem Fenster, süß verwacht;
Wünschte mir und ihr, uns Beiden,
Heimlich eine schöne Nacht,
13. "Romanze no. 1:
Keine von der Erde Schönen "
Text after George Gordon Noel Byron, Lord Byron (1788-1824)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy
See also:
Hugo Wolf (1860-1903),
1896, "Keine gleicht von allen Schoenen" (with another translation of the
English poem)
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847) (English text)
Keine von der Erde Schönen
Waltet zaubernd gleich dir;
Auf der Fluth ein Silbertönen
Dünkt deine Stimme mir.
Leiser wird des Meeres Rauschen,
Entzückt dir zu lauschen,
Legt sich der Wogen Schäumen,
Alle die Winde träumen;
Golden webt der Mond auf Wellen sein Netz,
Sanft scheint der Fluth
Die volle Brust zu schwellen,
Wie ein Kind schlummernd ruht:
So sink' ich zu deinen Füßen,
Anbetend dich zu grüßen;
Wie die See vom West beweget,
Voll und sanft in mir sich's reget.
14. "Schlafloser
Augen Leuchte"
Text by Anonymous, after George Gordon Noel Byron, Lord Byron (1788-1824)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy
See also:
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869),
"Die Sonne der Schlaflosen", op. 13 no. 6 (with another translation)
Robert Alexander Schumann (1810-1856),
"An den Mond", op. 95 no. 2 (with another translation)
Hugo Wolf (1860-1903),
"Sonne der Schlummerlosen (1896) (with another translation)
German:
Schlafloser Augen Leuchte, trüber Stern,
Dess' thränengleicher Schein, unendlich fern,
Das Dunkel nicht erhellt, nur mehr es zeigt,
O wie dir ganz des Glück's Erinn'rung gleicht!
So leuchtet längst vergang'ner Tage Licht:
Es scheint, doch wärmt sein matter Schimmer nicht,
Dem wachen Gram erglänzt die Luftgestallt,
Hell, aber fern, klar, aber ach, wie kalt!
English:
Sun of the sleepless! melancholy star!
Whose tearful beam glows tremulously far!
That show's the darkness thou canst not dispel,
How like art thou to joy remember'd well!
So gleams the past, the light of other days,
Which shines, but warms not with its powerless rays;
A nightbeam Sorrow watcheth to behold,
Distinct, but distant - clear - but, oh how cold!
15. "Seemanns
Scheidelied"
Text by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, from Nachlass
Es freut sich Alles weit und breit,
Ich darf nicht fröhlich sein!
Mein Frühling ist nur Gram und Leid:
O weh, o weh! ich bin allein!
Ja Scheiden macht mich so betrübt,
Ach hätt' ich dich doch nie geliebt!
Der Frühling treibt mich wieder fort
In's weite Meer hinein;
Schon liegt das Schiff bemastet dort,
O weh, o weh! und wartet mein!
Ja Scheiden macht mich so betrübt,
Ach hätt' ich dich doch nie geliebt!
Und als sie sprach in stillem Schmerz:
Wann kehrest du zurück?
Da brach vor Sehnsucht mir das Herz,
Ade, ade! mein Lieb, mein Glück!
Ja Scheiden macht mich so betrübt,
Ach hätt' ich dich doch nie geliebt!
16. "Todeslied der
Bojaren"
Text by Karl Leberecht Immermann (1769-1840)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy
Leg' in den Sarg mir mein grünes Gewand,
Trubor! Trubor!
Sporen zu Füßen, den Jagdspieß zur Hand,
Trubor! Trubor!
Fütt're die Rüden, ich hab' sie geliebt,
Streichle mein Rößlein, es steht so trübt!
Mach' mir die Grube acht Fuß in dem Grund,
Trubor! Trubor!
Streich' aus einander das Erdreich rund,
Trubor! Trubor!
Primeln entblühen dem Rasen im Mai,
Achtlos jaget dier Tartar vorbei!
17. "Warnung vor dem
Rhein"
Text by Karl Joseph Simrock (1802-1876)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, Nachlass
An den Rhein, an den Rhein,
Zieh' nicht an den Rhein,
Mein Sohn, ich rathe dir gut:
Da geht dir das Leben zu lieblich ein,
Da blüht dir zu freudig der Muth.
An den Rhein, an den Rhein,
Zieh' nicht an den Rhein,
Mein Sohn, ich rathe dir gut!
Siehst die Mädchen so frank und die Männer so frei,
Als wär' es ein adlig Geschlecht,
Gleich bist du mit glühender Seele dabei:
So dünkt es dich billig und recht.
An den Rhein, an den Rhein,
Zieh' nicht an den Rhein,
Mein Sohn, ich rathe dir gut!
Und zu Schiffe, wie grüssen die Burgen so schön
Und die Stadt mit dem ewigen Dom!
In den Bergen, wie klimmst du zu schwindelnden Höh'n
Und blickst hinab in den Strom.
An den Rhein, an den Rhein,
Zieh' nicht an den Rhein,
Mein Sohn, ich rathe dir gut!
Und im Strome, da tauchet die Nix' aus dem Grund,
Und hast du ihr Lächeln geseh'n,
Und grüßt die Lurlei mit bleichem Mund,
Mein Sohn, so ist es gescheh'n.
An den Rhein, an den Rhein,
Zieh' nicht an den Rhein,
Mein Sohn, ich rathe dir gut!
Dich bezaubert der Laut, dich bethöret der Schein,
Entzücken faßt dich und Graus:
Nun singst du nur immer: am Rhein, am Rhein,
Und kehrst nicht wieder nach Haus.
An den Rhein, an den Rhein,
Zieh' nicht an den Rhein,
Mein Sohn, ich rathe dir gut!
18. "Weiter,
rastlos"
Text by Anonymous
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy
Weiter, rastlos, athemlos
Vorüber festlich helles Schloß.
Geissle Sturm die müde Nacht,
Daß sie waldeinwärts mit mir jagt.
Und ist es wahr, du liebtest mich,
Maria, und verrietest mich,
Und ist es wahr, ist es wahr?
19. "We've a Bonnie
Wee Flower"
Text: Folk-song from Sechs schottische Nationallieder
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, 1839
We've a bonnie wee flower
In a far countrie,
In a bright and sunny bower
In a far countrie.
When the sky is ever fair,
And the myrtle scents the air,
Of our lovely blossom's there,
In a far countrie.
There's gold to win and spare
In a far countrie,
And gems and jewels rare
In a far countrie.
But the brightest, purest gem,
From a fondly cherished stem,
Is the flow'ret we could name
In a far countrie.
May the angels watch the flower
In a far countrie,
And tent it ev'ry hour
In a far countrie.
And the night-in-gale's soft song
The spicy groves among.
Its slumbers shall prolong
In a far countrie.
We may not cross the main
To a far countrie,
Nor traverse hill and plain
To a far countrie.
But when the primrose springs,
And the lint white sweetly sings,
O we'll welcome home our flower
From a far countrie.
Op.8 no.1 "Holder
klingt der Vogelsang"
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Minnelied im Mai", op. 8 no.
1 (1828)
See also:
Johannes Brahms (1833-1897),
"Minnelied" (Love song), op. 71 no. 5 (1877)
Charles Edward Ives (1874-1954),
"Minnelied", set in German (1892?)
Franz Schubert (1797-1828),
"Minnelied", D. 429 (May 1816), published 1885
Holder klingt der Vogelsang,
Wenn die Engelreine,
Die mein [Jünglingsherz] bezwang
Wandelt durch die Haine.
Röter blühen Tal und Au,
Grüner wird der Wasen,
[Wo die Finger meiner Frau
where the fingers of my lady
Maienblumen lasen.]
Ohne sie ist alles tot,
Welk sind Blüt' und Kräuter;
Und kein Frühlingsabendrot
Dünkt mir schön und heiter.
Traute, minnigliche Frau,
Wollest nimmer fliehen;
Daß mein Herz, gleich dieser Au,
Mög' in Wonne blühen!
Op.8 no.4 "Es ist
ein Schnitter, der heißt Tod"
Text: Volkslied
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 8 no. 4 (1828)
"Erntelied"
See also:
Johannes Brahms (1833-1897),
WoO. 32 no. 21, "Schnitter Tod" (with another version of the text)
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,
Hat Gewalt vom höchsten Gott,
Heut wetzt er das Messer,
Es schneid't schon viel beßer;
Bald wird er drein schneiden,
Wir müssen leiden.
Hüte dich, schöns Blümelein, hüte dich!
Was heut noch grün und frisch dasteht,
Wird schon morgen hinweggemäht:
Die edlen Narzissen,
Die Zierden der Wiesen,
Viel schön Hyazinthen,
Die türkischen Binden.
Hüte dich, schöns Blümelein, hüte dich!
Viel hunderttausend ungezählt,
Das nur unter der Sichel fällt.
Ihr Rosen und Lilien,
Euch wird er austilgen,
Auch die Kaiserkronen
Wird er nicht verschonen.
Hüte dich, schöns Blümelein, hüte dich!
Das himmelfarbge Ehrenpreis,
Die Tulpanen gelb und weiß,
Die silbernen Glocken,
Die goldenen Flocken,
Senkt alles zur Erden,
Was wird daraus werden!
Hüte dich, schöns Blümelein, hüte dich!
Ihr hübsch Lavendel, Rosmarin,
Ihr vielfarbge Röselin,
Ihr stolze Schwertlilien,
Ihr krause Basilien,
Ihr zarte Violen,
Man wird euch bald holen.
Hüte dich, schöns Blümelein, hüte dich!
Trotz! Tod, komm her, ich fürcht' dich nit.
Trotz! eil daher in einem Schritt!
Werd ich nur verletzet,
So werd ich versetzet
In den himmlischen Garten,
Auf den alle wir warten.
Freue dich, schöns Blümelein, freue dich!
Op.8 no.5 "Laß
dich nur nichts nicht dauern"
Text by Paul Fleming (1609-1640)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 8 no. 5 (publ. 1828)
"Pilgerspruch"
See also:
Johannes Brahms (1833-1897),
op. 30 (choral: soprano, alto, tenor, bass with organ), 1856 "Geistliches Lied"
Max Reger (1873-1916), op.
137 no. 9 (1914)
Laß dich nur nichts nicht dauern, mit Trauern
Sei stille! Wie Gott es fügt,
So sei vergnügt mein Wille.
Was willt du viel dich sorgen auf morgen?
Der Eine steht allem für,
Der gibt auch dir das Deine.
Sei nur in allem Handel ohn Wandel,
Steh feste! Was Gott beschleußt,
Das ist und heißt das Beste.
Op.8 no.6
"Frühlingslied"
Text by Friedricke Robert (1795-1832)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 8 no. 6
Jetzt kommt der Frühling, der Himmel isch blau,
Die Wegle sin trucken, die Lüfte geh'n lau.
Jetzt kommt der Frühling, die Vögle im Wald
Zwitschern und locka ihre Weible wol bald.
Jetzt kommt der Frühling, die Bähm schlage aus,
Un i bring mei Schätzle ein Veigelestrauß.
Op.8 no.7
"Maienlied"
Text by Jacob von der Warte
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 8 no. 7, 1828
Man soll hören süßes Singen
In den Auen überall,
Lieblich hell Gesang erklingen
Voraus vor der Nachtigall!
Schauet auf den Anger breit,
Schauet an die lichte Heide,
Wie sie schon sich mit dem Kleide
Zu dem Maien hat bekleid't.
Mancherhande Blümelein
Lachen aus des Maien Tau
In der lichten Sonne Schein;
Schöne Zeit zu werter Schau!
Was soll trösten mir den Mut,
Da mich zwinget Herzensschwere,
Bei der ich viel gerne wäre,
Daß die ferne leben tut.
Op.8 no.8
"And'res Maienlied", Hexenlied
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 8 no. 8
Die Schwalbe fliegt,
Der Frühling siegt
Und spendet uns Blumen zum Kranze;
Bald huschen wir
Leis' aus der Thür
Und fliegen zum prächtigen Tanze.
Ein schwarzer Bock,
Ein Besenstock,
Die Ofengabel, der Wocken
Reißt uns geschwind,
Wie Blitz und Wind,
Durch sausende Lüfte zum Brocken!
Um Beelzebub
Tanzt unser Trupp
Und küßt ihm die kralligen Hände!
Ein Geisterschwarm
Faßt uns beim Arm
Und schwinget im Tanzen die Brände!
Und Beelzebub
Verheißt dem Trupp
Der Tanzenden Gaben auf Gaben:
Sie sollen schön
In Seide geh'n
Und Töpfe voll Goldes sich graben.
Ein Feuerdrach'
Umflieget das Dach
Und bringet uns Butter und Eier.
Die Nachbarn dann seh'n
Die Funken weh'n,
Und schlagen ein Kreuz vor dem Feuer.
Die Schwalbe fliegt,
Der Frühling siegt,
Die Blumen erblühen zum Kranze.
Bald huschen wir
Leis' aus der Thür
Juchheisa zum prächtigen Tanze
Op.8 no.9
"Abendlied"
Text by Johann Heinrich Voss (1751-1826)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 8 no. 9, 1828
See also:
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), 1798?
Das Tagewerk ist abgetan,
Gib, Vater, deinen Segen!
Nun dürfen wir der Ruhe nahn;
Wir taten nach Vermögen.
Die holde Nacht umhüllt die Welt,
Und Stille herrscht in Dorf und Feld.
Wenn du getreu vollendet hast,
Wozu dich Gott bestellte,
Behaglich fühlst du dann die Rast
Vom Tun in Hitz und Kälte.
Am Himmel glänzt der Abendstern
Und zeigt noch beß're Rast von fern.
Op.8 no.10
"Romanze"
Text by Anonymous , aus dem Spanischen
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 8 no. 10
Einmal aus seinen Blicken,
Von seinem süßen Mund,
Soll Gruß und Kuß erquicken
Des Herzens trüben Grund.
Ich kann ihn nicht vergessen,
Ich kann es nicht bereu'n,
Ich sünd'ge nicht vermessen,
Der Himmel wird verzeih'n!
Op.8 no.11
"Wilkommen im Grünen!"
Text by Johann Heinrich Voss (1751-1826)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Im Grünen", op. 8 no. 11,
1828
See also:
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869),
"Frühlingslied", before 1829
Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800), "Im Grünen",
published 1782-90
Wilkommen im Grünen!
Der Himmel ist blau,
Und blumig die Au,
Der Lenz ist erschienen!
Er spiegelt sich hell
Am luftigen Quell,
Willkommen im Grünen!
Willkommen im Grünen!
Das Vögelchen springt
Auf Sproßen und singt:
Der Lenz ist erschienen!
Ihm säuselt der West
Ums heimliche Nest,
Willkommen im Grünen!
Op.9 no.1
"Frage"
Text by Johann Heinrich Voss (1751-1826)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 9 no. 1
Ist es wahr? Ist es wahr?
Daß du stets dort in dem Laubgang,
An der Weinwand meiner harrst?
Und den Mondschein und die Sternlein
Auch nach mir befragst?
Ist es wahr? Sprich!
Was ich fühle, das begreift nur,
Die es mit fühlt,
Und die treu mir ewig,
Tren mir ewig, ewig bleibt.
Op.9 no.2 "Kennst
du nicht das Gluthverlangen"
Text by Anonymous
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Geständniß", op. 9 no. 2
See also:
Ernst Otto Nodnagel (1870-1909), "Kennst du nicht das
Gluthverlangen", op. 21 no. 1 (1895)
Kennst du nicht das Gluthverlangen,
Diese Qual und diese Lust?
Die mit Hoffen und mit Bangen
Woget durch die enge Brust?
Siehst du denn nicht, wie ich bebe,
Schein' ich lächelnd auch und kalt,
Wie ich ringe, wie ich strebe
Gegen deine Allgewalt!
Ahnst du nichts von meinen Schmerz,
Hast du Mitleid nicht für mich?
Spricht im umentweihten Herzen
Keine Stimme denn für mich?
Laß die Qual mich nicht verzehren,
Ach Maria, sei doch mein!
Dir nur will ich angehören,
Ich will ganz dein eigen sein!
Op.9 no.3
"Wartend"
Text by Anonymous
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Geständniß", op. 9 no. 3,
1830
Sie trug einen Falken auf ihrer Hand
Und hat ihn über den See gesandt.
Komme du bald!
Er kam mit dem Falken wohl über den See
Und blies ins Hüfthorn vor Lust und Weh.
Komme du bald!
Der Falk flog weit in Wald und Nacht,
Vom Morgentraum ist das Fräulein erwacht.
Komme du bald!
Op.9 no.4 "Im
Frühling"
Text by Anonymous
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Geständniß", op. 9 no. 4,
1830
Ihr frühlingstrunknen Blumen,
Ihr Bäume, monddurchblinket!
Ihr könnt nichts sagen und seid stumm,
Wie süß ihr schwelgt und trinket!
Ich trink und schwelge mit euch
Und sing's in heller Frühlingslust.
O, wie mir Aug und Wange glüht!
Sie hebt und sehnt sich meiner Brust!
Du sehnsuchtleuchtend Mondlicht,
Ihr friedlich hellen Sterne
Blickt zu den Blumen still herab.
Euch bleibt der Frühling ferne.
Mir blüht und glüht die Rose
Und mir die frische Frühlingspracht!
All meine Träume sind erfüllt,
Nun ist dem Herzen Ruh gebracht.
Op.9 no.5 "Im
Herbst"
Text by Karl Klingemann (1798-1862)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Geständniß", op. 9 no. 5,
1830
Ach, wie schnell die Tage fliehen,
Wo die Sehnsucht neu erwacht,
Wo die Blumen wieder blühen;
Und der Frühling wieder lacht!
Alle Wonne soll erstehen,
In Erfüllung alles gehen.
Ach, wie schnell die Tage fliehen,
Wo die Sehnsucht neu erwacht!
Seht, die Tage gehn und kommen,
Zieh'n vorüber blütenschwer,
Sommerlust ist bald verglommen,
Und der Herbstwind rauscht daher.
Ach, das rechte Blühn und Grünen,
Es ist wieder nicht erschienen!
Ach, wie schnell die Tage fliehen,
Wo die Sehnsucht neu erwacht!
Op.9 no.6
"Scheidend"
Text by Johann Heinrich Voss (1751-1826)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Geständniß", op. 9 no. 6
Wie so gelinde die Fluth bewegt!
Wie sie so ruhig den Nachen trägt!
Fern liegt das Leben, das Jugendland!
Fern, fern liegt der Schmerz, der dort mich band,
Sanft tragt mich, Fluthen, zum fernen Land!
Droben der Sterne stiller Ort,
Unten der Strom fließt fort und fort.
Wohl warst du reich, mein Jugendland!
Wohl, wohl war es süß, was dort mich band,
Sanft tragt mich, Fluthen, zum fernen Land!
Op.9 no.8
"Frühlingsglaube"
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Geständniß", op. 9 no. 8
See also:
(Karl) Friedrich Curschmann (1805-1841), op. 5 no. 3 (1833)
Conradin Kreutzer (1780-1849), op. 33 no. 2 (1812), from Fünf
Frühlingslieder von Uhland
Ferdinand Ries (1784-1838), before 1891
Franz Schubert (1797-1828),
D. 686 (1820)
(Philipp) Friedrich Silcher (1789-1860)
Ludwig Spohr (1784-1859), op.
72 no. 1 (1826)
Ernest Vietor (fl. 1905-1930), op. 12 no. 3 (1934-5), from
Frühlingslieder
Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und wehen Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden;
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.
Op.9 no.11
"Entsagung"
Text by Johann Gustav Droysen (1808-1884)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 9 no. 11
Herr, zu Dir will ich mich retten,
Wenn die Welt mich kränkt und schlägt,
Will in Deinen Schooß mich betten,
Wund und müd' von argen Ketten,
Die meine schwache Seele trägt.
Herr, nach Deiner Gnad' und Treue
Sehnt sich mein geängstigt Herz,
Daß ich meine Schuld bereue,
Daß ich meinen Bund erneue,
Von Jammer frei und frei von Schmerz.
Gott, zu Deinem sel'gen Frieden
Kehret heim Dein treues Kind,
Dir zu dienen ohn' Ermüden,
Dich zu schauen froh beschieden,
Wo mit Dir Deine Engel sind.
Op.19 no.1
"Frühlingslied"
Text by Ulrich von Lichtenstein (1200?-1275?)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 19 no. 1
In dem Walde süße Töne
Singen kleine Vögelein,
Auf der Aue Blumen schöne
Blühen gen des Maien Schein.
Also blüht mein hoher Muth
Im Gedanken ihrer Güte,
Die mir reich macht mein Gemüthe,
Wie der Traum dem Armen thut.
Op.19 no.2 "Das
erste Veilchen"
Text by Karl Egon Ebert (1801-1882)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 19 no. 2
Als ich das erste Veilchen erblickt,
Wie war ich von Farben und Duft entzückt!
Die Botin des Lenzes drückt' ich voll Lust
An meine schwellende, hoffende Brust.
Der Lenz ist vorüber, das Veilchen ist todt;
Rings steh'n viel Blumen blau und roth,
Ich stehe inmitten, und sehe sie kaum,
Das Veilchen erscheint mir im Frühlingstraum.
Op.19 no.3
"Winterlied"
Text: Volkslied aus dem Schwedischen
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 19 no. 3
Mein Sohn, wo willst du hin so spät? Geh' nicht zum Wald hinaus,
Die Schwester find'st du nimmermehr, O bleib' bei mir im Haus!
Da draußen ist's so kalt, so rauh, und heftig weht der Wind;
Bist ganz allein im weiten Walt, o bleib' bei mir, mein Kind!
O Mutter, Mutter, laß mich zieh'n, trockne die Thrän' im Blick,
Die Schwester find' ich ganz gewiß und bring' sie uns zurück.
Bis ich sie find', ist doch kein' Rast, ist doch kein' Ruhe hier;
Den Schnee und Wind bin ich gewohnt, bald kehr' ich heim zu dir.
Die Mutter sah ihm lange nach, er ging zum Wald hinaus;
Der Wind ward still, die Nacht verging, doch er kehrt' nicht zum Haus.
Und der Schnee zerschmolz, der Wind verweht', kam wieder Sonnenschein
Und Blüth' und Blätter überall: die Mutter bleib allein.
Op.19 no.4 "Neue
Liebe"
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 19 no. 4
In dem Mondenchein im Walde
Sah ich jüngst die Elfen reiten,
Ihre Hörner hört ich klingen,
Ihre Glöcklein hört ich läuten.
Ihre weißen Rößlein trugen
Goldne Hirschgeweih und flogen
Rasch dahin; wie wilde Schwäne
Kam es durch die Luft gezogen.
Lächelnd nickte mir die Königin,
Lächelnd im Vorüberreiten.
Galt das meiner neuen Liebe?
Oder soll es Tod bedeuten!
Op.19 no.5
"Leise zieht durch mein Gemüt"
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Gruß", op. 19 no. 5
See also:
Robert Franz (1815-1892), "Leise zieht durch mein Gemüt",
op. 41 no. 1 (1867?)
Edvard Grieg (1843-1907),
"Gruß" (Greetings), op. 48 no. 1 (1884)
Charles Edward Ives (1874-1954),
"Gruß", in German
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869),
"Leise zieht durch mein Gemüt", 1838.
Ernest Vietor (fl. 1905-1930), "Frühlingsbotschaft" (Spring
message), op. 12 no. 2 (1934-5), from Frühlingslieder
Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute,
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite.
[Zieh] hinaus bis an das Haus,
Wo die [Veilchen] sprießen,
Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich laß sie grüßen.
Op.19 no.6
"Reiselied"
Text by Karl Egon Ebert (1801-1882)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 19 no. 6
Bringet des treu'sten Herzens Grüße,
Eilende Wellen, zu ihr hin.
Sagt, wie ich jedes Glück vermisse,
Seit ich von ihr geschieden bin.
Hier empfind' ich alle Schmerzen,
Dort vergaß ich jedes Leid,
Aug' in Auge, Herz an Herzen,
Ach, es war wohl schöne Zeit!
Sieh', der Wind zieht ihr entgegen,
Ihr entgegen eilt der Bach,
Alles will zu ihr sich bewegen,
Wolken und Blätter zieh'n ihr nach.
Ich allein muß vorwärts ziehen,
Ich darf wenden nicht den Blick,
Aber alle Sinne fliehen
Mit den Wolken dort zurück!
Und so rufen neue Stellen
Nur die alten mir empor,
Und es blickt aus Wald und Wellen
Nur ihr liebes Bild hervor;
Alles mahnt nur an die süße,
Die entschwund'ne Fröhlichkeit.
Bringt dem treuen Herzen Grüße,
Ach, es war wohl schöne Zeit!
Op.34 no.1
"Minnelied"
Text: Volkslied
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 34 no. 1
Leucht't heller als die Sonne,
Ihr beiden Äugelein!
Bei Dir ist Freud' und Wonne,
Du zartes Jungfräulein,
Du bist mein Augenschein.
Wär' ich bei Dir allein,
Kein Leid sollt' mich anfechten,
Wollt' allzeit fröhlich sein!
Op.34 no.2 "Auf
Flügeln des Gesanges"
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Auf Flügeln des Gesanges"
op. 34 no 2
See also:
Franz Paul Lachner (1803-1890), "Lyrisches Intermezzo", 1832
Auf Flügeln des Gesanges,
Herzliebchen, trag ich dich fort,
Fort nach den Fluren des Ganges,
Dort weiß ich den schönsten Ort;
Dort liegt ein [rotblühender] Garten
Im stillen Mondenschein,
Die Lotosblumen erwarten
Ihr trautes Schwesterlein.
Die Veilchen kichern und kosen,
Und schaun nach den Sternen empor,
Heimlich erzählen die Rosen
Sich duftende Märchen ins Ohr.
Es hüpfen herbei und lauschen
Die frommen, klugen Gazelln,
Und in der Ferne rauschen
Des heilgen Stromes Welln.
Dort wollen wir niedersinken
Unter dem Palmenbaum,
Und Liebe und Ruhe trinken,
Und träumen seligen Traum.
Op.34 no.3
"Frühlingslied"
Text by Karl Klingemann (1798-1862)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Auf Flügeln des Gesanges"
op. 34 no 3
Es brechen im schallenden Reigen
Die Frühlingsstimmen los,
Sie können's nicht länger verschweigen,
Die Wonne ist gar zu groß!
Wohin, sie ahnen es selber kaum,
Es rührt sie ein alter, ein süßer Traum!
Die Knospen schwellen und glühen
Und drängen sich an das Licht,
Und warten in sehnendem Blühen,
Daß liebende Hand sie bricht.
Wohin, sie ahnen es selber kaum,
Es rührt sie ein alter, ein süßer Traum!
Und Frühlingsgeister, sie steigen
Hinab in der Menschen Brust,
Und regen da drinnen den Reigen
Der ew'gen Jugendlust.
Wohin, sie ahnen es selber kaum,
Es rührt sie ein alter, ein süßer Traum!
Op.34 no.4
"Suleika"
Text by Marianne von Willemer (1784-1860), perhaps vncorrectly attributed to Johann
Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 34. no 4
See also:
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847)
Franz Schubert (1797-1828),
"Suleika II", D. 717 (1824?), published 1825 as op. 31
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), 1820
Ach, um deine feuchten Schwingen,
West, wie sehr ich dich beneide:
Denn du kannst ihm Kunde bringen
Was ich in der Trennung leide!
Die Bewegung deiner Flügel
Weckt im Busen stilles Sehnen;
Blumen, [Auen], Wald und Hügel
Stehn bei deinem Hauch in Tränen.
Doch dein mildes sanftes Wehen
Kühlt die wunden Augenlider;
Ach, für Leid müßt' ich vergehen,
Hofft' ich nicht zu sehn ihn wieder.
Eile denn zu meinem Lieben,
Spreche sanft zu seinem Herzen;
Doch vermeid' ihn zu betrüben
Und verbirg ihm meine Schmerzen.
Sag ihm, aber sag's bescheiden:
Seine Liebe sei mein Leben,
Freudiges Gefühl von beiden
Wird mir seine Nähe geben.
Op.34 no.5
"Sonntagslied"
Text by Karl Klingemann (1798-1862)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 34. no 5
Ringsum erschallt in Wald und Flur
Viel fernes Glockenklingen,
Die Winde wehen heimlich nur,
Und leis' die Vöglein singen.
Und Orgelklang und Chorgesang
Erbaulich zieht das Thal entlang.
Wie bin ich so allein im Haus,
In weiten, stillen Räumen!
Zum Feste zogen alle aus,
Hier kann ich heimlich träumen.
Dort jauchzen sie in Lust und Schmerz,
Und mir wird weich und weh um's Herz.
Horch! horch, was ertönt Schalmeienklang,
Was zieht so froh in's Weite?
Zur Kirche wallt mit hellem Sang
Ein selig Brautgeleite.
Und ich, ich bin so gar allein!
Ach, Einer dürfte bei mir sein!
Op.34 no.6
"Reiselied"
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 34. no 6
Der Herbstwind rüttelt die Bäume,
Die Nacht ist feucht und kalt;
Gehüllt im grauen Mantel
Reite ich einsam, einsam im Wald.
Und wie ich reite, so reiten
Mir die Gedanken voraus;
Sie tragen mich leicht und luftig
Nach meiner Liebsten Haus.
Die Hunde bellen, die Diener
Erscheinen mit Kerzengeflirr;
Die Wendeltreppe stürm' ich
Hinauf mit Sporengeklirr.
Im leuchtenden Teppich gemache,
Da ist es so duftig und warm,
Da harret meiner die Holde,
Ich fliege in ihren Arm!
Es säuselt der Wind in den Blättern,
Es spricht der Eichenbaum:
"Was willst Du, thörichter Reiter,
Mit Deinem thörichten Traum?"
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