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Max Reger

(1873 - 1916)

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The Lieder of Max Reger


Lieder – index:

a. Bitte
b. Der Tod, das ist die kühle Nacht
c. In der Frühe
d. Wiegenlied
 
op. 4.
         no. 1. Gebet
         no. 4. Im April
 
op. 8 no. 5. Bauernregel
 
op. 14.
         no. 1. Nachts
         no. 2. Abendlied
 
op. 15.
         no. 3. Nelken
         no. 10. Trost
 
op. 29 no. 3. Nachtgang
 
op. 35.
         no. 2. Der Himmel hat eine Träne geweint
         no. 3. Traum durch die Dämmerung
 
op. 37. Glückes genug
 
op. 43 no. 3. Meinem Kinde
 
op. 48.
         no. 2. Leise Lieder
         no. 3. In Arm der Liebe
 
op. 51 no. 3. Träume, träume, du mein süßes Leben! Wiegenlied
 
op. 62.
         no. 2. Waldseligkeit
         no. 13. Begegnung
 
op. 66 no. 10. Morgen
 
op. 70 no. 2. Der König bei der Krönung
 
op. 75.
         no. 6. Ihr, ihr Herrlichen!
         no. 9. All mein Gedanken
         no. 12. Hat gesagt - bleibt's nicht dabei
         no. 18. Einsamkeit
op. 76.
         no. 01. Du meines Herzens Krönelein
         no. 03. Waldeinsamkeit
         no. 31. Gottes Segen
         no. 37. Heimat
         no. 52. Mariä Wiegenlied
 
op. 98 no. 3. Sonntag
 
op. 104 no. 2. Warnung
 
op. 105 no. 1. Ich sehe dich in tausend Bildern
 
op. 137.
         no. 4. Am Abend
         no. 5. O Herre Gott, nimm du von mir
         no. 9. Laß dich nur nichts nicht dauern
         no. 12. O Jesu Christ, wir warten dein

a. "Weil' auf mir, du dunkles Auge "
 
 
Text by Nikolaus Lenau (1802-1850)
Music by Max Reger, "Bitte" (1890/1891)
 
See also:

Leopold Damrosch (1832-1885), "Bitte", op. 5 no. 1
Robert Franz (1815-1892), "Bitte", op. 9 no. 3 (1860?)
Adolf Hoffman (fl. 1887), "Gebet", op. 5 no. 3, published 1844
Charles Edward Ives (1874-1954), "Weil' auf mir" (1902), set in German and in English translation by Westbrook
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), "Das dunkle Auge"
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Bitte", op. 7 no. 5
Moritz Moszkowski (1854-1925), "Bitte", op. 13 no. 1, published 1877 
Carl Orff
(1895-1982), "Bitte"
Léandre Schlegel (1844-1913), "Bitte", op. 20 (1900), from Deutsche Liebeslieder, no. 6
Johann Vesque von Püttlingen (1803-1883), "Bitte", op. 43 no. 2 (1844-51?)
Felix Weingartner (1863-1942), "Bitte", op. 16 no. 6, published 1891

Weil' auf mir, du dunkles Auge,
übe deine ganze Macht,
ernste, milde [träumereiche],
unergründlich süße Nacht.
Nimm mit deinem Zauberdunkel
diese Welt von hinnen mir,
daß du über meinem Leben
einsam schwebest für und für.

b. "Der Tod, das ist die kühle Nacht "
 
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856), from part 3 of Buch der Lieder (1826/7), no. 87, in a section titled, "Die Heimkehr"
 
Music by Max Reger, "Der Tod, das ist die kühle Nacht" (1899)
 
See also:

(Mary) Frances Allitsen, née Bumpus (1848-1912), "Der Tod, das ist die kühle Nacht", published 1900
Johannes Brahms (1833-1897), "Der Tod, das ist die kühle Nacht", op. 96 no. 1 (1884), published 1886
(Friedrich) August Bungert (1845-1915), "Schwanengesang", op. 32 no. 6, from Verlorne Liebe, verlornes Leben, published 1889-91
Peter Cornelius (1824-1874), "Der Tod, das ist die kühle Nacht", op. 11 no. 1 (1871)

Der Tod, das ist die kühle Nacht,
Das Leben ist der schwüle Tag.
Es dunkelt schon, mich schläfert,
Der Tag hat mich müd gemacht.
 
Über mein Bett erhebt sich ein Baum,
Drin singt die junge Nachtigall;
Sie singt von lauter Liebe -
Ich hör es sogar im Traum.

c. "In der Frühe"
 
 
Text by Eduard Mörike (1804-1875)
Music by Max Reger, 1907
 
See also:

Peter Jona Korn (b. 1922), op. 24 no. 6, published 1964
Hugo Wolf (1860-1903), from Mörike-Lieder, no. 24

Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir,
Dort gehet schon der Tag herfür
An meinem Kammerfenster.
Es wühlet mein verstörter Sinn
Noch zwischen Zweifeln her und hin
Und schaffet Nacht gespenster.
 
Ängst'ge, quäle dich nicht länger, meine Seele!
Freu' dich! Schon sind da und dorten
Morgenglocken wach geworden.

d. "Wiegenlied"
 
 
Text: Volkslied aus Schlesien
Music by Max Reger, 1909

Schlaf, Kindlein, balde, schlaf, Kindlein, balde,
Die Vöglein fliegen im Walde,
Sie fliegen den Wald wohl auf und nieder
Und bringen dem Kindlein den Schlaf auch wieder.

Op.4 no.1 "Die du über die Sterne weg"
 
 
Text by Friedrich Hebbel (1813-1863)
Music by Max Reger, "Gebet", op. 4 no. 1 (1890-1)
 
See also: 

Hermann Behn (1857?-1927), "Gebet", op. 2 no. 5 (189-?)
Hugo Brückler (1845-1871), "Gebet", published 187-?
(Friedrich) August Bungert (1845-1915), "Gebet an die Glücksgöttin", op. 8 no. 3, published 1889-91
Hans Pfitzner (1869-1949), "Gebet", op. 26 no. 1

Die du über die Sterne weg
Mit der geleerten Schale
Aufschwebst, um sie am ew'gen Born
Eilig wieder zu füllen:
Einmal schenke sie noch, o Glück,
Einmal, lächelnde Göttin!
Sieh, ein einziger Tropfen hängt
Noch verloren am Rande,
Und der einzige Tropfen genügt,
Eine himmlische Seele,
Die hier unten in Schmerzen erstarrt,
Wieder in Wonne zu lösen.
Ach! sie weint dir süßrern Dank,
Als die andren alle,
Die du glücklich und reich gemacht;
Laß ihn fallen, den Tropfen!

Op.4 no.4 "Du feuchter Frühlingsabend"
 
 
Text by Emanuel von Geibel (1815-1884)
Music by Max Reger, "Im April", op. 4 no. 4 (1890-1)
 
See also:

Alban Berg (1885-1936), "Am Abend" Jugendlieder 1901-04
Anton Bruckner (1824-1896), "Im April" (1868?).
Adolf Jensen (1837-1879), "Du feuchter Frühlingsabend", op. 6 no. 1 (1862).
Eduard Lassen (1830-1904), "Im April", op. 46 no. 2

Du feuchter Frühlingsabend,
wie hab' ich dich so gern!
Der Himmel wolkenverhangen,
nur hie und da ein Stern.
 
[Ein] leiser Liebesodem]
hauchet so lau die Luft,
es steigt aus allen Talen
ein warmer Frühlingsduft.
 
Ich möcht' ein Lied ersinnen,
das diesem Abend gleich,
und kann den Klang nicht finden,
so dunkel, mild und weich.

Op.8 no.5 "Im Sommer such ein Liebchen dir in Garten und Gefild!"
 
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Max Reger, "Bauernregel", op. 8 no. 5 (1892)
 
See also:

Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), "Bauernregel", op. 9, vol V, no. 3.
Erik Meyer-Helmund (1861-1932), "Im Sommer such ein Liebchen dir" (1886-88)

Im Sommer such ein Liebchen dir in Garten und Gefild!
da sind die Tage lang genug, da sind die Nächte mild.
Im Winter muß der süße Bund schon fest geschlossen sein,
so darfst nicht lange stehn im Schnee bei kaltem Mondenschein.

 
Op.14 no.1 "Ich wandre durch die stille Nacht"

 
 
Text by Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857)
Music by Max Reger, "Nachts", op. 14 no. 1 (1894)
 
See also:

(Karl) Friedrich Curschmann (1805-1841), "Bild der Nacht", op. 18 no. 2 (1838)
Robert Franz (1815-1892), "Ich wandre durch die stille Nacht", op. 35 no. 2 (1862?)
Theodor Fürchtegott Kirchner (1823-1903), "Ich wandre durch die stille Nacht", op. 95, published 1890
Armin Knab (1881-1951), "Ich wandre durch die stille Nacht"
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Nachtwanderer", op. 7 no. 1
Wilhelm Petersen (1890-1957), "Nachts", op. 44 no. 1. Published 1956
Aribert Reimann (b. 1936), "Nachts" (1978) from Nachtstück II
Erich Zeisl (1905-1959), "Nachts", published 1935

Ich wandre durch die stille Nacht,
da schleicht der Mond so heimlich sacht
oft aus der dunkeln Wolkenhülle.
Und hin und her im Tal,
erwacht die Nachtigall dann wieder
Alles grau und stille.
O wunderbarer Nachtgesang,
von fern im Land der Ströme Gang,
leis Schauern in den dunkeln Bäumen,
irrst die Gedanken mir,
mein wirres Singen hier,
ist wie ein Rufen nur aus Träumen,
mein Singen ist ein Rufen,
ein Rufen nur aus Träumen.

Op.14 no.2 "Über allen Gipfeln ist Ruh"
 
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Max Reger, "Abendlied", op. 14 no. 2 (1894)
 
See also:

Ernst Bacon (1898-1990), "Wandrers Nachtlied", published 1928
Hermann Behn (1859?-1927), "Wandrers Nachtlied", op. 2 no. 4 (189-?)
Harald Genzmer (b. 1909), "Über allen Gipfeln ist Ruh" (1940-87), from Acht Lieder nach
verschiedenen Dichtern
Cor (Cornelius Wilhelm) de Groot (b. 1914), "Über allen Gipfeln ist Ruh", from 7 Goethe Lieder (no. 5) published 194-?
Ferdinand Hiller (1811-1885), "Wandrers Nachtlied" (1827)
Franz (Ferencz) Liszt (1811-1886), "Über allen Gipfeln ist Ruh", S. 306
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), "Wandrers Nachtlied", op. 9, i, 3a (1817?)
Nikolai Karlovich Medtner (1880-1951), "Nochnaja pesn' stranznika" (Wandrers Nachtlied),
singable in Russian and German, op. 6 no. 1
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Über allen Gipfeln ist Ruh" (1835)
Ernst Pepping (1901-1981), "Ein Gleiches" (1946), from Haus- und Trostbuch (no. 34), published 1949
Franz Schubert (1797-1828), "Wandrers Nachtlied (Ein Gleiches)", D. 768, op. 96 no. 3 (c. 1823)
Robert Alexander Schumann (1810-1856), "Nachtlied", op. 96 no. 1 (1850)
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Ruhe" (1814)
Charles Edward Ives (1874-1954), "Ilmenau" in German and English

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde,
Warte nur, balde
Ruhest du auch!

Op.15 no.3 "Nelken"
 
 
Text by Theodor Storm (1817-1888)
Music by Max Reger, 1894
 
See also: 

Felix Weingartner (1863-1942), op. 28 no. 3 (1900)

Ich wand ein Sträußchen morgens früh,
Das ich der Liebsten schickte;
Nicht ließ ich sagen ihr, von wem
Und wer die Blumen pflückte.
 
Doch als ich abends kam zum Tanz
Und tat verstohlen und sachte,
Da trug sie die Nelken am Busenlatz
Und schaute mich an und lachte.

Op.15 no.10 "Trost"
 
 
Text by Gustav Falke (1853-1916)
Music by Max Reger, op. 15 no. 10 (1894)

Still! 's ist nur ein Traum,
's geht alles vorbei,
Was es auch sei.
Spürest es kaum,
's ist nur ein Hauch,
Wie du auch.

Op.29 no.3 "Nachtgang"
 
 
Text by Otto Julius Bierbaum ("Martin Möbius") (1865-1910)
Music by Max Reger, op. 29 no. 3 (1894-95)
 
See also: 

Richard Strauss (1864-1949), op. 29 no. 3 (1895)

Wir gingen durch die stille milde Nacht,
dein Arm in meinem, dein Auge in meinem.
Der Mond goß silbernes Licht
über dein Angesicht,
wie auf Goldgrund ruhte dein schönes Haupt.
Und du erschienst mir wie eine Heilige,
mild, mild und groß und seelenübervoll,
heilig und rein wie die liebe Sonne.
Und in die Augen schwoll
mir ein warmer Drang, wie Tränenahnung.
Fester faßt' ich dich
und küßte, küßte dich ganz leise.
Meine Seele weinte.

Op.35 no.2 "Der Himmel hat eine Träne geweint"
 
 
Text by Friedrich Rückert (1788-1866) (aus "Liebesfrühling")
Music by Max Reger, "Der Himmel hat eine Träne geweint", op. 35 no. 2 (1899)
 
See also:
 
Robert Franz (1815-1892), "Die Perle", op. 48 no. 4 (1878)
Robert Alexander Schumann (1810-1856), "Der Himmel hat eine Träne geweint", op. 37 no. 1

Der Himmel hat eine Träne geweint,
Die hat sich ins Meer verlieren gemeint.
Die Muschel kam und schloß sie ein:
Du sollst nun meine Perle sein.
Du sollst nicht vor den Wogen zagen,
Ich will hindurch dich ruhig tragen.
O du mein Schmerz, du meine Lust,
Du Himmelsträn' in meiner Brust!
Gib, Himmel, daß ich in reinem Gemüte
Den reinsten deiner Tropfen hüte.

Op.35 no.3 "Traum durch die Dämmerung"
 
 
Text by Otto Julius Bierbaum ("Martin Möbius") (1865-1910)
Music by Max Reger, op. 35 no. 3 (1899)
 
See also:

Vit`ezslav Augustín Rudolf Novák (1870-1949), op. 46 no. 2, from Erotikon, published 1912
Richard Strauss (1864-1949), op. 29 no. 1 (1895)

Weite Wiesen im Dämmergrau;
die Sonne verglomm, die Sterne ziehn,
nun geh' ich hin zu der schönsten Frau,
weit über Wiesen im Dämmergrau,
tief in den Busch von Jasmin.
 
Durch Dämmergrau in der Liebe Land;
ich gehe nicht schnell, ich eile nicht;
mich zieht ein weiches samtenes Band
durch Dämmergrau in der Liebe Land,
in ein blaues mildes Licht.

Op.37 "Glückes genug"
 
 
Text by Detlev von Liliencron (1844-1909)
Music by Max Reger, op. 37 (1899)
 
See also:

Richard Strauss (1864-1949), op. 37 no. 1
Hermann Karl Josef Zilcher (1881-1948), op. 12 no. 4, published 1904

Wenn sanft du mir im Arme schliefst,
ich deinen Atem hören konnte,
im Traum du meinen Namen riefst,
um deinen Mund ein Lächeln sonnte -
Glückes genug.
 
Und wenn nach heißem, ernstem Tag
du mir verscheuchtest schwere Sorgen,
wenn ich an deinem Herzen lag
und nicht mehr dachte an ein Morgen -
Glückes genug.

Op.43 no.3 "Meinem Kinde"
 
 
Text by Gustav Falke (1853-1916)
Music by Max Reger, op. 43 no. 3 (1899-1900)
 
See also:

Richard Strauss (1864-1949), op. 37 no. 3

Du schläfst und sachte neig' ich mich
Über dein Bettchen und segne dich.
Jeder behutsame Atemzug
Ist ein schweifender Himmelsflug,
Ist ein Suchen weit umher,
Ob nicht doch ein Sternlein wär'
Wo aus eitel Glanz und Licht
Liebe sich ein Glückskraut bricht,
Das sie geflügelt herniederträgt
Und dir auf's weiße Deckchen legt.
Du schläfst und sachte neig' ich mich
Über dein Bettchen und segne dich.

Op.48 no.2 "Leise Lieder sing' ich dir bei Nacht"
 
 
Text by Christian Morgenstern (1871-1914)
Music by Max Reger, "Leise Lieder", op. 48 no. 2 (1900)
 
See also:
 
Robert Kahn (1865-1951), "Leise Lieder sing' ich dir bei Nacht", op. 31 no. 5 (1899)
Hugo Kaun (1863-1932), "Leise Lieder", op. 47 no. 1, published 1903
Walter Schulthess (1894-1971), "Leise Lieder" (1941-3) 
Richard Strauss
(1864-1949), "Leise Lieder", op. 41 no. 5 (1899)

Leise Lieder sing ich dir bei Nacht,
Lieder, die kein sterblich Ohr vernimmt,
Noch ein Stern, der etwa spähend wacht,
Noch der Mond, der still im Äther schwimmt;
 
Denen niemand als das eigne Herz,
Das sie träumt, in tiefer Wehmut lauscht,
Und an denen niemand als der Schmerz,
Der sie zeugt, sich kummervoll berauscht.
 
Leise Lieder sing ich dir bei Nacht,
Dir, in deren Aug mein Sinn versank,
Und aus dessen tiefem, dunklen Schacht,
Meine Seele ewige Sehnsucht trank.

Op.48 no.3 "In Arm der Liebe schliefen wir selig ein"
 
 
Text by Otto Erich Hartleben (1864-1905)
Music by Max Reger, "In Arm der Liebe", op. 48 no. 3 (1900)
 
See also: 

Alban Berg (1885-1935), "Liebesode", from Sieben Frühe Lieder no. 6 (1907)
Joseph Marx (1882-1964), "Selige Nacht", published 1915

Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein,
Am offnen Fenster lauschte der Sommerwind,
Und unsrer Atemzüge Frieden trug er hinaus in die helle Mondnacht.
Und aus dem Garten tastete zagend sich ein Rosenduft an unserer Liebe Bett
Und gab uns wundervolle Träume,
Träume des Rausches, so reich an Sehnsucht.

Op.51 no.3 "Träume, träume, du mein süßes Leben"
 
 
Text by Richard Fedor Leopold Dehmel (1863-1920)
Music by Max Reger, op. 51 no. 3, "Träume, träume, du mein süßes Leben! Wiegenlied" (1900)
 
See also: 

Hans Erich Pfitzner (1869-1949), op. 11 no. 4, "Venus mater" (1901)
Franz Salmhofer (1900-1975), op. 5 no. 1, "Lied einer jungen Mutter", from Vier Lieder, published 1923
Richard Strauss
(1864-1949), op. 41a no. 1, "Wiegenlied" (1899)

Träume, träume, du mein süßes Leben,
Von dem Himmel, der die Blumen bringt.
Blüten schimmern da, die beben
Von dem Lied, das deine Mutter singt.
 
Träume, träume, Knospe meiner Sorgen,
Von dem Tage, da die Blume sproß;
Von dem hellen Blütenmorgen,
Da dein Seelchen sich der Welt erschloß.
 
Träume, träume, Blüte meiner Liebe,
Von der stillen, von der heilgen Nacht,
Da die Blume seiner Liebe
Diese Welt zum Himmel mir gemacht.

Op.62 no.2 "Waldseligkeit"
 
 
Text by Richard Fedor Leopold Dehmel (1863-1920)
Music by Max Reger, op. 62 no. 2 (1901)
 
See also:
 
Conrad (Eduard Reinhold) Ansorge (1862-1930), op. 17 no. 2, published 1904?
Alma Mahler (Alma Schindler-Mahler-Gropius-Werfel) (1879-1964)
Joseph Marx (1882-1964), 1911
Leo Ornstein (b. 1892), op. 33 no. 3, published 1915
Richard Strauss (1864-1949), op. 49 no. 1 (1901)

Der Wald beginnt zu rauschen,
Den Bäumen naht die Nacht,
Als ob sie selig lauschen
Berühren sie sich sacht.
 
Und unter ihren Zweigen
Da bin ich ganz allein,
Da bin ich ganz dein eigen
Ganz nur dein!

Op.62 no.13 "Begegnung"
 
 
Text by Eduard Mörike (1804-1875)
Music by Max Reger, op. 62 no. 13 (1901)
 
See also:
 
Peter Jona Korn (b. 1922), op. 24 no. 5, published 1964
Hugo Wolf (1860-1903), from Mörike-Lieder no. 8

Was doch heut Nacht ein Sturm gewesen,
bis erst der Morgen sich geregt!
Wie hat der ungebetne Besen
Kamin und Gassen ausgefegt!
 
Da kommt ein Mädchen schon die Strßen,
das halb verschüchtert um sich sieht;
wie Rosen, die der Wind zerblasen,
so unstet ihr Gesichtchen glüht.
 
Ein schöner Bursch tritt ihr entgegen,
er will ihr voll Entzücken nahn:
wie sehn sich freudig und verlegen
die ungewohnten Schelme an!
 
Er scheint zu Tragen, ob das Liebchen
die Zöpfe schon zurecht gemacht,
die heute Nacht im offnen Stübchen
ein Sturm in Unordnung gebracht.
 
Der Bursche träumt noch von den Küßen,
die ihm das süße Kind getauscht,
er steht, von Anmuth hingerissen,
derweil sie um die Ecke rauscht.

Op.66 no.10 "Und morgen wird die Sonne wieder scheinen"
 
 
Text by John Henry Mackay (1864-1933)
Music by Max Reger, op. 66 no. 10 (1902) "Morgen"
 
See also: 

Richard Strauss (1864-1949), op. 27 no. 4 "Morgen!"

Und morgen wird die Sonne wieder scheinen,
und auf dem Wege, den ich gehen werde,
wird uns, die Glücklichen, sie wieder einen
inmitten dieser sonnenatmenden Erde . . .
 
Und zu dem Strand, dem weiten, wogenblauen,
werden wir still und langsam niedersteigen,
stumm werden wir uns in die Augen schauen,
und auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen. . .

Op.70 no.2 "Der König bei der Krönung"
 
 
Text by Eduard Mörike (1804-1875)
Music by Max Reger, op. 70 no. 2 (1902/03)
 
See also: 

Hugo Wolf (1860-1903), from Sechs Gedichte von Scheffel, Mörike, Goethe and Kerner, n2

Dir angetrauet am Altare,
O Vaterland, wie bin ich dein!
Laß für das Rechte mich und Wahre
Nun Priester oder Opfer sein!
 
Geuß auf mein Haupt, Herr, deine Schale,
Ein köstlich Oel des Friedens, aus,
Daß ich wie eine Sonne strahle
Dem Vaterland und meinem Haus!

Op.75 no.6 "Ihr, ihr Herrlichen!"
 
 
Text by Friedrich Hölderlin (1770-1843), aus Die Eichbäume
Music by Max Reger, op. 75 no. 6 (1903)

Ihr, ihr Herrlichen! Steht, wie ein Volk von Titanen
In der zahmeren Welt und gehört nur euch und den Himmel,
Der euch nährt' und erzog und der Erde, die euch geboren.
Keiner von euch ist noch in der Menschen Schule gegangen,
Und ihr drängt euch fröhlich und frei, aus kräftiger Wurzel,
Untereinander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,
Mit gewaltigen Armen den Raum, und gegen die Wolken
Ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.
Eine Welt ist jeder von euch, wie die Sterne des Himmels
Lebt ihr, jeder ein Gott, in freiem Bunde zusammen.

Op.75 no.9 "All mein Gedanken"
 
 
Text by Julius Sophus Felix Dahn (1834-1912)
Music by Max Reger, op. 75 no. 9 (1903)
 
See also:

Richard Strauss (1864-1949), Schlichte Weisen, op. 21 no. 1

All mein' Gedanken, mein Herz und mein Sinn,
da, wo die Liebste ist, wandern sie hin.
Gehn ihres Weges trotz Mauer und Tor,
da hält kein Riegel, kein Graben nicht vor,
gehn wie die Vögelein hoch durch die Luft,
brauchen kein' Brücken über Wasser und Kluft,
finden das Städtlein und finden das Haus,
finden ihr Fenster aus allen heraus.
Und klopfen und rufen: Mach auf, laß uns ein,
wir kommen vom Liebsten und grüßen dich fein.

Op.75 no.12 "Hat gesagt - bleibt's nicht dabei"
 
 
Text from Des Knaben Wunderhorn
Music by Max Reger, op. 75 no. 12 (1903)
 
See also:

Richard Strauss (1864-1949), op. 36 no. 3 (1897-98)
Theodor Streicher (1874-1940), published 1903, from Dreissig Lieder aus Des Knaben
Wunderhorn, no. 27

Mein Vater hat gesagt,
Ich soll das Kindlein wiegen,
Er will mir auf den Abend
Drei Gaggeleier sieden;
Siedt er mir drei,
Ißt er mir zwei,
Und ich mag nicht wiegen
Um ein einziges Ei.
 
Mein Mutter hat gesagt,
Ich soll die Mägdlein verraten,
Sie wollt mir auf den Abend
Drei Vögelein braten;
Brät sie mir drei,
Um ein einziges Vöglein
Treib ich kein Verräterei.
 
Mein Schätzlein hat gesagt,
Ich soll sein gedenken,
Er wöllt mir auf den Abend
Drei Küßlein auch schenken;
Schenkt er mir drei,
Bleibt's nicht dabei,
Was kümmert michs Vöglein,
Was schiert mich das Ei.

Op.75 no.18 "Einsamkeit"
 
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Max Reger, op. 75 no. 18
 
See also: 

Pierre-Octave Ferroud (1900-1936), from Drei traute Gesänge, published 1932
Winfried (Petrus Ignatius) Zillig (1905-1963), 1960

Die ihr Felsen und Bäume bewohnt, o heilsame Nymphen,
Gebet jeglichem gern, was er im stillen begehrt!
Schaffet dem Traurigen Trost, dem Zweifelhaften Belehrung
Und dem Liebenden gönnt, daß ihm begegne sein Glück.
Denn euch gaben die Götter, was sie den Menschen versagten,
Jeglichem, der euch vertraut, tröstlich und hilfreich zu sein.

Op.76 no.1 "Du meines Herzens Krönelein"
 
 
Text by Julius Sophus Felix Dahn (1834-1912)
Music by Max Reger, op. 76 no. 1 (1903-4)
 
 
See also: 

Richard Strauss (1864-1949), op. 21 no. 2 (1887-1888)

Du meines Herzens Krönelein,
du bist von lautrem Golde,
wenn andere daneben sein,
dann bist du erst viel holde.
 
Die andern tun so gern gescheut,
du bist gar sanft und stille,
daß jedes Herz sich dein erfreut,
dein Glück ist's, nicht dein Wille.
 
Die andern suchen Lieb und Gunst
mit tausend falschen Worten,
du ohne Mund- und Augenkunst
bist wert an allen Orten.
 
Du bist als wie die Ros' im Wald,
sie weiß nichts von ihrer Blüte,
doch jedem, der vorüberwallt,
erfreut sie das Gemüte.

Op.76 no.3 "Waldeinsamkeit"
 
 
Text: Frankish Folksong
Music by Max Reger, op. 76 no. 3 (1903-4)

Gestern abend in der stillen Ruh',
Sah ich im Wald einer Amsel zu;
Als ich da so saß,
Meiner ganz vergaß:
Kommt mein Schatz und schleichet sich um mich
Und küsset mich.
 
So viel Laub als an der Linden ist
Und so viel tausendmal hat mich mein Schatz geküßt;
Denn ich muß gesteh'n,
Es hat's niemand geseh'n,
Und die Amsel soll mein Zeuge sein:
Wir war'n allein.

Op.76 no.31 "Das Kind ruht aus vom Spielen"
 
 
Text by Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857)
Music by Max Reger, "Gottes Segen", op. 76 no. 31 (1907)
 
See also: 

Kurt Hessenberg , "Gottes Segen", op. 30 no. 4, published 1950
Othmar Schoeck (1886-1957), "Gottes Segen", op. 35 no. 3 (1928)
Bruno Walter (1876-1962), "Des Kindes Schlaf", published 1910

Das Kind ruht aus vom Spielen,
Am Fenster rauscht die Nacht,
Die Engel Gottes im Kühlen
Getreulich halten Wacht.
 
Am Bettlein still sie stehen,
Der Morgen graut noch kaum,
Sie küssen's, eh sie gehen,
Das Kindlein lacht im Traum.

Op.76 no.37 "Heimat"
 
 
Text by Gustav Falke (1853-1916)
Music by Max Reger, op. 76 no. 37 (1909)

Ich habe lieb die helle
Sonne und ihren Schein;
Der Tag ist mein Geselle,
Und treu will ich ihm sein.
 
Doch steigt aus Sternengründen
Die stille Nacht herauf,
Ist es mir, als stünden
Der Heimat Türen auf.

Op.76 no.52 "Mariä Wiegenlied"
 
 
Text by Martin Boelitz (1874-1918)
Music by Max Reger, op. 76 no. 52 (1911-2)

Maria sitzt im Rosenhag
Und wiegt ihr Jesuskind,
Durch die Blätter leise
Weht der warme Sommerwind.
 
Zu ihren Füßen singt
Ein buntes Vögelein:
Schlaf, Kindlein, süße,
Schlaf nun ein!
 
Hold ist dein Lächeln,
Holder deines Schlummers Lust,
Leg dein müdes Köpfchen
Fest an deiner Mutter Brust!
Schlaf, Kindlein, süße,
Schlaf nun ein!

Op.98 no.3 "Sonntag"
 
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862), Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder (Stuttgart and Tübingen, 1844-5)
 
Music by Max Reger, op. 98 no. 3 (1906)
 
See also:

Johannes Brahms (1833-1897), op. 47 no. 3 (1859), first performed 1871

So hab' ich doch die ganze Woche
Mein feines Liebchen nicht geseh'n,
Ich sah es an einem Sonntag
Wohl vor der Türe steh'n:
Das tausendschöne Jungfräulein,
Das tausendschöne Herzelein,
Wollte Gott, wollte Gott, ich wär' heute bei ihr!
 
So will mir doch die ganze Woche
Das Lachen nicht vergeh'n,
Ich sah es an einem Sonntag
Wohl in die Kirche geh'n:
Das tausendschöne Jungfräulein,
Das tausendschöne Herzelein,
Wollte Gott, wollte Gott, ich wär' heute bei ihr!

Op.104 no.2 "Warnung"
 
 
Text by Anonymous
Music by Max Reger, op. 104 no. 2 (1907)
 
See also:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), K. 433 (416c)

Männer suchen stets zu naschen,
Läßt man sie allein,
Leicht sind Mädchen zu erhaschen,
Weiß man sie zu überraschen;
Soll das zu verwundern sein?
Mädchen haben frisches Blut,
Und das Naschen schmeckt so gut.
 
Doch das Naschen vor dem Essen
Nimmt den Appetit,
Manche kam, die das vergessen,
Um den Schatz, den sie besessen,
Und um ihren Liebsten mit,
Väter, läßt's euch Warnung sein:
Sperrt die Zukkerplätzchen ein!

Op.105 no.1 "Ich sehe dich in täusend Bildern"
 
 
Text by Novalis (Friedrich von Hardenberg) (1772-1801)
Music by Max Reger, "Ich sehe dich in tausend Bildern", op. 105 no. 1 (1907), from Zwei geistliche Lieder
 
See also: 

Joseph Marx (1882-1964), "Marienlied" (1909)
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Ich sehe dich in täusend Bildern"
Luise Reichardt (1779-1826), "An Maria"
Erich Riede (1903), "Marienlied", op. 7 no. 8
Othmar Schoeck (1886-1957), "Marienlied", op. 6 no. 5 (1907) 
Franz Schubert
(1797-1828) as "Marie", D. 658 (1819?), published 1895

Ich sehe dich in täusend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.
 
Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht.

Op.137 no.4 "Am Abend"
 
 
Text by Anonymous
Music by Max Reger, op. 137 no. 4 (1914)

Mit meinem Gott geh ich zur Ruh
und tu in Fried mein' Augen zu,
denn Gott ins Himmels Throne
über mich wacht
bei Tag und Nacht,
auf daß ich sicher wohne:
 
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ,
der du allein mein Helfer bist:
Laß kein Leid widerfahren,
durch deinen Schutz
vors Teufels Trutz
dein Engel mich bewahren.
 
Befiehl den starken Helden dein,
daß sie stets um und bei uns sein,
all's Übel von uns wenden.
Gott heil'ger Geist
dein Hilf uns leist
an unserm letzten Ende.

Op.137 no.5 "O Herr Gott, nimm du von mir"
 
 
Text by Anonymous
Music by Max Reger, op. 137 no. 5 (1914)

O Herre Gott, nimm du von mir
alles, was mich wendet von dir.
 
O Herre Gott, wöllst geben mir,
was mich kehrt allezeit zu dir.
 
O Herre Gott, nimm mich auch mir
und gib mich ganz zu eigen dir.

Op.137 no.9 "Laß dich nur nichts nicht dauern"
 
 
Text by Paul Fleming (1609-1640)
Music by Max Reger, op. 137 no. 9 (1914)

See also: 

Johannes Brahms (1833-1897), op. 30 (choral: soprano, alto, tenor, bass with organ), 1856
"Geistliches Lied"
Felix Mendelssohn-Bartholdy
(1809-1847), op. 8 no. 5 (publ. 1828) "Pilgerspruch"

Laß dich nur nichts nicht dauern, mit Trauern
Sei stille! Wie Gott es fügt,
So sei vergnügt mein Wille.
 
Was willt du viel dich sorgen auf morgen?
Der Eine steht allem für,
Der gibt auch dir das Deine.
 
Sei nur in allem Handel ohn Wandel,
Steh feste! Was Gott beschleußt,
Das ist und heißt das Beste.

Op.137 no.12 "O Jesu Christ, wir warten dein"
 
 
Text by Erasmus Alberus (1510-1555)
Music by Max Reger, op. 137 no. 12 (1914)

O Jesu Christ, wir warten dein,
dein heiliges Wort leucht uns so fein.
Am End der Welt bleib nicht lang aus
und führ uns in deins Vaters Haus.
 
Du bist die liebe Sonne klar,
wer an dich glaubt, der ist fürwahr
ein Kind der ewigen Seligkeit,
die deinen Christen ist bereit.
 
Wir danken dir, wir loben dich
hie zeitlich und dort ewiglich
für deine große Barmherzigkeit
von nun an bis in Ewigkeit.

- Karadar Bertoldi Ensemble - Studio Informatico Anesin -