Lieder complete
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Lieder - index 7:
D 558 "Ich wollt',
ich wär' ein Fisch"
D 559 "Schweizerlied"
D 560 "Der Goldschmiedsgesell"
D 561 "Nach einem Gewitter"
D 562 "Das Fischergewerbe"
D 563 "Die Einsiedelei"
D 564 "Ach neige, du Schmerzenreiche"
D 565 "Der Strom"
D 569 "Das Grab"
D 573 "Iphigenia"
D 578 "Abschied"
D 579 "Der Knabe in der Wiege"
D 579 a "Vollendung"
D 579 b "Die Erde"
D 583 "Gruppe aus dem Tartarus"
D 584 "Elysium"
D 585 "Atys"
D 586 "Erlafsee"
D 587 "Wilkommen, schöner Jüngling!"
D 588 "Der Alpenjäger"
D 594 "Der Kampf"
D 595 "Thekla: Eine Geisterstimme"
D 598 "Das Dörfchen"
D 609 "Die Geselligkeit"
D 611 "Auf der Riesenkoppe"
D 614 "An den Mond in einer Herbstnacht"
D 616 "Grablied für die Mutter"
D 620 "Einsamkeit"
D 622 "Der Blumenbrief"
D 623 "Das Marienbild"
D 626 "Blondel zu Marien"
D 627 "Das Abendrot"
D 628 "Sonnet I"
D 629 "Sonnet II"
D 630 "Sonnet III"
D 631 "Blanka"
D 632 "Vom Mitleiden Mariae"
D 633 "Der Schmetterling"
D 634 "Die Berge"
D 636 "Sehnsucht"
D 637 "Hoffnung"
D 638 "Der Jüngling am Bache"
D 639 "Widerschein"
D 641 "Das Dörfchen"
D 646 "Die Gebüsche"
D 649 "Der Wanderer"
D 650 "Abendbilder"
D 651 "Himmelsfunken"
D 652 "Das Mädchen"
D 653 "Bertas Lied in der Nacht"
D 654 "An die Freunde"
D 656 "Nur wer die Sehnsucht kennt"
D 658 "Ich sehe dich in täusend Bildern"
D 659 "Wenige wissen das Geheimnis der Liebe"
D 660 "Wenn ich ihn nur habe"
D 661 "Wenn alle untreu werden"
D 662 "Hymne IV"
D 663 "Der 13. Psalm"
D 666 "Kantate zum Geburtstag des Sängers Johann Michael Vogl"
D 668 no.1 "Non t'accostar all'urna"
D 668 no.2 "Guarda che bianca luna!"
D 668 no.3 "Da quel sembiante appresi"
D 668 no.4 "Mio ben ricordati"
D 669 "Beim Winde"
D 670 "Die Sternennächte"
D558
"Ich wollt', ich wär' ein Fisch"
Text by Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832)
Music by Franz Schubert, D. 558, "Liebhaber in allen Gestalten"
See also:
Karl Friedrich Zelter (1758-1832),
"Duettino"
Ich wollt', ich wär' ein Fisch,
So hurtig und frisch;
Und kämst du zu angeln,
Ich würde nicht mangeln.
Ich wollt', ich wär' ein Fisch,
So hurtig und frisch;
Ich wollt', ich wär' ein Pferd,
Da wär' ich dir wert.
Oh, wär' ich ein Wagen,
Bequem dich zu tragen.
Ich wollt', ich wär' ein Pferd,
Da wär' ich dir wert.
Ich wollt', ich wäre Gold,
Dir immer im Sold;
Und tätst du was kaufen,
Käm ich wieder gelaufen.
Ich wollt', ich wäre Gold,
Dir immer im Sold.
Ich wollt', ich wäre treu,
Meine Liebchen stets neu;
Ich wollt' mich verheissen,
Wollt' nimmer verreisen.
Ich wollt', ich wäre treu,
Meine Liebchen stets neu.
Ich wollt', ich wäre alt
Und runzlig und kalt;
Tätst du mir's versagen,
Da könnt mich's nicht plagen.
Ich wollt', ich wäre alt
Und runzlig und kalt.
Wär' ich Affe sogleich
Voll neckender Streich;
Hätt' was dich verdrossen,
So macht ich dir Possen.
Wär' ich Affe sogleich
Voll neckender Streich.
Wär' ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav;
Hätt' Augen wie's Lüchschen
Und Listen wie's Füchschen.
Wär' ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav.
Was alles ich wär',
Das gönnt ich dir sehr;
Mit fürstlichen Gaben,
Du solltest mich haben.
Was alles ich wär',
Das gönnt ich dir sehr.
Doch bin ich, wie ich bin,
Und nimm mich nur hin!
Willst du beßre besitzen,
So laß sie dir schnitzen.
Doch bin ich, wie ich bin,
Und nimm mich nur hin!
D559
"Schweizerlied"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Franz Schubert, D. 559
See also:
Robert Franz (1815-1892), op. 33 no.
5, published 1864
(Isador) George Henschel (1850-1934), op. 24 no. 7 (187-?)
Adolf Jensen (1837-1879), op. 57 no. 6 (1875-7)
(Philipp) Friedrich Silcher (1789-1860)
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), 1811
Uf'm Bergli
Bin i gesäße,
Ha de Vögle
Zugeschaut;
Hänt gesunge,
Hänt gesprunge,
Hänt's Nestli
Gebaut.
In ä Garte
Bin i gestande,
Ha de Imbli
Zugeschaut;
hänt gebrummet,
hänt gesummet,
Hänt Zelli
Gebaut.
Uf d'Wiese
Bin i gange,
Lugt'i Summer-
Vögle a;
Hänt gesoge,
Hänt gefloge,
Gar z'schön hänt's
Getan.
Und da kummt nu
Der Hansel,
Und da zeig i
Em froh,
Wie sie's mache,
Und mer lache
Und mache's
Au so.
D560
"Der Goldschmiedsgesell"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Franz Schubert, D. 560, composed in May, 1817, first published in 1850
Es ist doch meine Nachbarin
Ein allerliebstes Mädchen!
Wie früh ich in der Werkstatt bin,
Blick ich nach ihrem Lädchen.
Zu Ring und Kette poch ich dann
Die feinen goldnen Drähtchen.
Ach, denk ich, wann, und wieder, wann
Ist solch ein Ring für Käthchen?
Und tut sie erst die Schaltern auf,
Da kommt das ganze Städtchen
Und feilscht und wirbt im hellen Hauf
Ums Allerlei im Lädchen.
Ich feile; wohl zerfeil ich dann
Auch manches goldne Drähtchen.
Der Meister brummt, der harte Mann!
Er merkt, es war das Lädchen.
Und flugs, wie nur der Handel still,
Gleich greift sie nach dem Rädchen.
Ich weiß wohl, was sie spinnen will:
Es hofft das liebe Mädchen.
Das kleine Füßchen tritt und tritt;
Da denk ich mir das Wädchen,
Das Strumpfband denk ich auch wohl mit,
Ich schenkts dem lieben Mädchen.
Und nach den Lippen führt der Schatz
Das allerfeinste Fädchen.
O wär ich doch an seinem Platz,
Wie küßt ich mir das Mädchen!
D561
"Nach einem Gewitter"
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Music by Franz Schubert, D. 561 (1817), published 1872
Auf den Blumen flimmern Perlen,
Philomelens Klagen fliessen,
Mutiger nun dunkle Erlen
In die reinen Lüfte spriessen.
Und dem Tale, so erblichen,
Kehret holde Röte wieder,
In der Blüten Wohlgerüchen
Baden Vögel ihr Gefieder.
Hat die Brust sich ausgewittert,
Seitwärts lehnt der Gott den Bogen,
Und sein golden Antlitz zittert
Reiner auf versöhnten Wogen.
D562
"Das Fischergewerbe"
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Music by Franz Schubert, "Fischerlied", D.
351 (1816?), published 1895; D. 364 (1816?) (two tenors, two basses); D. 562 (1817),
published 1895
See also:
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), "Das
Fischergewerbe", before 1826
Das Fischergewerbe
Gibt rüstigen Mut!
Wir haben zum Erbe
Die Güter der Flut.
Wir graben nicht Schätze,
Wir pflügen kein Feld;
Wir ernten im Netze,
Wir angeln uns Geld.
Wir haben die Reusen
Den Schilfbach entlang.
Und ruhn bei den Schleusen,
Zu sondern den Fang.
Goldweiden beschatten
Das moosige Dach;
Wir schlummern auf Matten
Im kühlen Gemach.
Mit roten Korallen
Prangt Spiegel und Wand.
Den Estrich der Hallen
Deckt silberner Sand.
Das Gärtchen daneben
Grünt ländlich umzäunt
Von kreuzenden Stäben
Mit Baste vereint.
Im Antlitz der Buben
Lacht mutiger Sinn.
Sie meiden die Stuben
Bei Tagesbeginn;
Sie tauchen und schwimmen
Im eisigen See,
Und barfuß erklimmen
Die Klippen von Schnee.
Oft rudern wir ferne
Im wiegenden Kahn;
Dann blinken die Sterne
So freundlich uns an;
Der Mond aus den Höhen,
Der Mond aus dem Bach,
So schnell wir entflöhen,
Sie gleiten uns nach.
Wir trotzen dem Wetter,
Das Finster uns droht,
Wann schöpfende Bretter
Kaum hemmen den Tod.
Wir trotzen auch Wogen
Auf krachendem Schiff,
In Tiefen gezogen,
Geschleudert ans Riff!
Der Herr, der in Stürmen
Der Mitternacht blitzt,
Vermag uns zu schirmen,
Und kennt, was uns nützt.
Gleich unter dem Flügel
Des Ewigen ruht
Der Rasengruft Hügel
Das Grab in der Flut.
D563
"Die Einsiedelei"
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Music by Franz Schubert, D. 337 (chorus of 2 tenors, 2
basses) (1816?); D. 393 (March 1816), first published in 1845; D. 563 (1817)
Es rieselt, klar und wehend,
Ein Quell im Eichenwald;
Da wähl' ich, einsam gehend,
Mir meinen Aufenthalt.
Mir dienet zur Kapelle
Ein Gröttchen, duftig, frisch;
Zu meiner Klausnerzelle
Verschlungenes Gebüsch.
Zwar düster ist und trüber
Die wahre Wüstenei;
Allein nur desto lieber
Der stillen Fantasei.
Da ruh' ich oft im dichten,
Beblümten Heidekraut;
Hoch wehn die schwanken Fichten,
Und stöhnen Seufzerlaut.
Nichts unterbricht das Schweigen
Der Wildnis weit und breit,
Als wenn auf dürren Zweigen
Ein Grünspecht hackt und schreit,
Ein Rab' auf hoher Spitze
Bemooster Tannen krächzt,
Und in der Felsenritze
Ein Ringeltäubchen ächzt.
Wie sich das herz erweitert
Im engen, dichten Wald!
Dem öden Trübsinn heitert
Der traute Schatten bald.
Kein überleg'ner Späher
Erforscht hier meine Spur;
Ich bin hier frei und näher
Der Einfalt und Natur.
D564
"Ach neige, du Schmerzenreiche"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from Faust
Music by Franz Schubert, "Gretchens Bitte", D. 564 (May 1817), first published
in 1838
See also:
Bernhard (Joseph) Klein (1793-1832),
"Gretchen"
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869),
"Scene aus Faust", op. 9, ix, 1 (1835?6?)
Richard Wagner (1813-1883),
"Melodram Gretchens", op. 5, from Sieben Kompositionen zu Goethes Faust, no. 6
Hugo Wolf (1860-1903),
"Gretchen vor dem Andachtsbild der Mater Dolorosa"
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein [Antlitz gnädig] meiner Not!
Das Schwert im Herzen,
Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.
Zum Vater blickst du,
Und Suefzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Not.
Wer fühlet,
Wie wühlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weißt nur du, nur du allein!
Wohin ich immer gehe
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin, ach, kaum alleine,
Ich wein', ich wein', ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.
Die Scherben vor meinem Fenster
Betaut' ich mit Tränen, ach!
Als ich am frühen Morgen
Dir diese Blumen brach.
Schien hell in meine Kammer
Die Sonne früh herauf,
Saß ich in allem Jammer
In meinem Bett schon auf.
Hilf! Rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!
D565
"Der Strom"
Text by Anonymous
Music by Franz Schubert, D. 565 (Autumn 1817), first published 1876
Mein Leben wälzt sich murrend fort,
Es steigt und fällt in krausen Wogen,
Hier bäumt es sich, jagt nieder dort
In wilden Zügen, hohen Bogen.
Das stille Tal, das grüne Feld
Durchrauscht es nun mit leisem Beben,
Sich Ruh ersehnend, ruh'gen Welt,
Ergötzt es sich am ruhigen Leben.
Doch nimmer findend, was es sucht,
Und immer sehnend tost es weiter,
Unmutig rollt's auf steter Flucht,
Wird nimmer froh, wird nimmer heiter.
D569
"Das Grab"
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Music by Franz Schubert, D. 330 (December 28, 1815),
first published in 1895; D. 377 Third version. (February 11, 1816), first published in
1872; D. 569 (1817)
See also:
Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802),
Kleine Balladen und Lieder Heft IV no. 24 (with a different form of text)
Das Grab ist tief und stille,
Und schauderhaft sein Rand,
Es deckt mit schwarzer Hülle
Ein unbekanntes Land.
Das Lied der Nachtigallen
Tönt nicht in seinem Schoß.
Der Freudschaft Rosen fallen
Nur auf des Hügels Moos.
Das arme Herz, hienieden
Von manchem Sturm bewegt,
Erlangt den wahren Frieden
Nur, wo es nicht mehr schlägt.
D573
"Iphigenia"
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Music by Franz Schubert, D. 573 (1817), published 1829 as op. 98 no 3
Blüht denn hier an Tauris Strande,
[Aus dem teuren Vaterlande keine Blume],
Weht kein milder Segenshauch
Aus den seligen Gefilden,
Wo Geschwister mit mir spielten? -
Ach, mein Leben ist ein Rauch!
Trauernd wank' ich in dem Haine -
Keine Hoffnung nähr' ich - keine,
Meine Heimat zu erseh'n,
Und die See mit hohen Wellen,
Die an Klippen sich zerschellen,
Übertäubt mein leises Fleh'n.
Göttin, die du mich gerettet,
An die Wildnis angekettet, -
Rette mich zum zweitenmal;
Gnädig laße mich den Meinen,
Laß' o Göttin! mich erscheinen
in des großen Königs Saal!
D578
"Abschied"
Text by Franz Schubert (1797-1828)
Music by Franz Schubert, D. 578 (In das Stammbuch eines Freundes) (1817)
Lebe wohl, du lieber Freund!
Ziehe hin in fernes Land,
Nimm der Freundschaft trautes Band,
Und bewahr's in treuer Hand!
Lebe wohl, du lieber Freund!
Lebe wohl, du lieber Freund!
Wenn dies Lied dein Herz ergreift,
Freundes Schatten näher schweift,
Meiner Seele Saiten streift.
Lebe wohl, du lieber Freund!
D579
"Der Knabe in der Wiege"
Text by Anton Ottenwald (1789-1845)
Music by Franz Schubert, D. 579 (Autumn 1817), first published in 1872
Er schläft so süß, der Mutter Blicke hangen
An ihres Lieblings leisem Atemzug,
Den sie mit stillem sehnsuchtsvollem Bangen
So lange unterm Herzen trug.
Sie sieht so froh die vollen Wangen glühen
In gelbe Ringellocken halb versteckt,
Und will das Armchen sanft herunter ziehen,
Das sich im Schlummer augestreckt.
Und lies' ind leiser schaukelt sie die Wiege
Und singt den kleinen Schläfer leis'in Ruh;
Ein Lächeln spielet um die holden Züge,
Doch bleibt das Auge friedlich zu.
Erwachst du Kleiner, o so lächle wieder,
Und schau ihr hell ins Mutterangesicht;
So lauter Liebe schaut es auf dich nieder,
Noch kennest du die Liebe nicht.
D579 a
"Vollendung"
Text by Anton Ottenwald (1789-1845)
Music by Franz Schubert, D. 579a (Formerly D. 989)
(September or October 1817?), first published in 1970
Wenn ich einst das Ziel errungen habe,
In den Lichtgefilden jener Welt,
Heil, der Träne dann an meinem Grabe
Die auf hingestreute Rosen fällt!
Sehnsuchtsvoll, mit banger Ahnungswonne,
Ruhig, wie der mondbeglänzte Hain,
Lächelnd, wie beim Niedergang die Sonne,
Harr' ich, göttliche Vollendung, dein!
Eil', o eile mich empor zu flügeln
Wo sich unter mir die Welten drehn,
Wo im Lebensquell sich Palmen spiegeln,
Wo die Liebenden sich wieder sehn.
D579 b
"Die Erde"
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Music by Franz Schubert, D. 579b (formerly D. 989)
(September or October 1817?), first published in 1970
Wenn sanft entzückt mein Auge sieht,
Wie schön im Lenz der Erde Blüht;
Wie jedes Wesen Angeschmiegt
An ihren Segensbrüsten liegt;
Und wie sie jeden Säugling liebt,
Ihm gern die milde Nahrung gibt,
Und so in steter Jugendkraft
Hervor bringt, Nährt und Wachstum schafft;
Dann fühl'ich hohen Busendrang
Zu rühmen den mit Tat und Sang ,
Dess wundervoller Allmachstruf
Die weite Welt so schön erschuf.
D583
"Gruppe aus dem Tartarus"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, D. 396 (1816), published 1975;
D. 583 (1817), published 1823 as op. 24 no. 1
See also:
(Olav) Fartein Valen (1887-1952), op.
31 no. 1 (1939)
Horch - wie Murmeln des empörten Meeres,
Wie durch hohler Felsen Becken weint ein Bach,
Stöhnt dort dumpfigtief ein schweres, leeres
Qualerpresstes Ach!
Schmerz verzerret
Ihr Gesicht, Verzweiflung sperret
Ihren Rachen fluchend auf.
Hohl sind ihre Augen, ihre Blicke
Spähen bang nach des Cocytus Brücke,
Folgen tränend seinem Trauerlauf.
Fragen sich einander ängstlich leise,
Ob noch nicht Vollendung sei!
Ewigkeit schwingt über ihnen Kreise,
Bricht die Sense des Saturns entzwei.
D584
"Elysium"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, D. 584 (September 1817), first published in 1830
Vorüber die stöhnende Klage!
Elysium's Freudengelage
Ersäufen jegliches Ach.
Elysium's Leben
Ewige Wonne, ewiges Schweben
Durch lachende Fluren ein flötender bach.
Jugendlich milde
Beschwebt die Gefilde
Ewiger Mai;
Die Stunden entfliehen in goldenen Träumen,
Die Seele schwillt aus in unendlichen Räumen.
Wahrheit reißt hier den Schleier entzwei.
Unendliche Freude
Durchwallet das Herz.
Hier mangelt der Name dem trauernden leide,
Sanftes Entzücken nur heißet man Schmerz.
Hier strecket der wallende Pilger die matten
Brennenden Glieder in säuselnden Schatten,
Leget die Bürde auf ewig dahin -
Seine Sichel entfällt hier dem Sehnitter,
Eingesungen von Harfengezitter
Träumt er, geschnittene Halme zu sehn.
Dessen Fahne Donnerstürme wallte,
Dessen Ohren Mordgebrüll umhallte,
Berge bebten unter dessen Donnergang,
Schläft hier linde bei des Baches Rieseln,
Der wie Silber spielet über Kiseln;
Ihm verhallet wilder Speere Klang.
Hier umarmen sich getreue Gatten,
Küssen sich auf grünen samtnen Matten,
Liebgekost vom Balsamwest;
Ihre Krone findet hier die Liebe,
Sicher vor des Todes strengem Hiebe
Feiert sie ein ewig Hochzeitsfest.
D585
"Atys"
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Music by Franz Schubert, D. 585, 1817
Der Knabe seufzt über's grüne Meer,
Vom fernenden Ufer kam er her,
Er wünscht sich mächtige Schwingen,
Die sollten ihn ins heimische Land,
Woran ihn ewige Sehnsucht mahnt,
Im rauschenden Fluge bringen.
"O Heimweh! unergründlicher Schmerz,
Was folterst du das junge Herz?
Kann Liebe dich nicht verdrängen?
So willst du die Frucht, die herrlich reift,
Die Gold und flüssiger Purpur streift,
Mit tödlichem Feuer versengen?
Ich liebe, ich rase, ich hab' sie gesehn,
Die Lüfte durchschnitt sie im Sturmeswehn,
Auf löowengezogenem Wagen,
Ich mußte flehn; o nimm mich mit!
Mein Leben ist düster und abgeblüht;
Wirst du meine Bitte versagen?
"Sie schaute mit gütigem Lächeln mich an;
Nach Thrazien zog uns das Löwengespann,
Da dien' ich als Priester ihr eigen.
Den Rasenden kräzt ein seliges Glück,
Der Aufgewachte schaudert zurück;
Kein Gott will sich hülfreich erzeigen.
Dort, hinter den Bergen im scheidenden Strahl
Des Abends entschlummert mein väterlich Tal;
O wär' ich jenseits der Wellen!"
Seufzet der Knabe. Doch Cymbelgetön
Verkündet die Göttin; er stürzt von Höh'n
In Gründe und waldige Stellen.
D586
"Erlafsee"
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Music by Franz Schubert, D. 586 (1817), op. 8 no. 3
Mir ist so wohl, so weh'
Am stillen Erlafsee;
Heilig Schweigen
In Fichtenzweigen,
Regungslos
Der blaue Schoß,
Nur der Wolken Schatten flieh'n
Überm glatten Spiegel hin,
Frische Winde
Kräuseln linde
Das Gewäßer
Und der Sonne
Güldne Krone
Flimmert bläßer.
Mir ist so wohl, so weh'
Am stillen Erlafsee.
D587
"Wilkommen, schöner Jüngling!"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, "An den Frühling"
D. 245; D. 283 (1815), published 1865 as op. 172 no 5; D. 338 (1816?) (two tenors, two
basses); D. 587 (1817), published 1885
See also:
Johann Friedrich Reichardt
(1752-1814), "An den Frühling"
Ferdinand Ries (1784-1838), "Wilkommen, schöner Jüngling",
op. 7 no. 6, published 1810
Wilkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!
Ei, ei! Da bist ja wieder!
Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
Entgegen dir zu gehn.
Denkst auch noch an mein Mädchen?
Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
Und's Mädchen liebt mich noch!
Für Mädchen manches Blümchen
Erbat ich mir von dir -
Ich komm' und bitte wieder,
Und du? Du gibst es mir.
Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!
D588
"Der Alpenjäger"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, D. 588 (1817), published 1825 as op. 37 no 2
See also:
Johann Friedrich Reichardt
(1752-1814), published 1809?
Willst du nicht das Lämmlein hüten?
Lämmlein ist so fromm und sanft,
Nährt sich von des Grases Blüten,
Spielend an des Baches Ranft,
"Mutter, Mutter, laß mich gehen,
Jagen nach des Berges Höhen!"
Willst du nicht die Herde locken
Mit des Hornes munterm Klang?
Lieblich tönt der Schall der Glocken
In des Waldes Lustgesang.
"Mutter, Mutter, laß mich gehen,
Schweifen auf den wilden Höhen!"
Und der Knabe ging zu jagen,
Und es treibt und reißt ihn fort,
Rastlos fort mit blindem Wagen
An des Berges finstern Ort,
Vor ihm her mit Windesschnelle
Flieht die zitternde Gazelle.
Auf der Felsen nackte Rippen
Klettert sie mich leichtem Schwung,
Durch den Riß gespaltener Klippen
Trägt sie der gewagte Sprung,
Aber hinter ihr verwogen
Folgt er mit dem Todesbogen.
Mit der Jammers stummen Blicken
Fleht sie zu dem harten Mann,
Fleht umsonst, denn loszudrücken
Legt er schon den Bogen an.
Plötzlich aus der Felsenspalte
Tritt der Geist, der Bergesalte.
Und mit seinen Götterhänden
Schützt er das gequälte Tier.
"Mußt du Tod und Jammer senden",
Ruft er, "bis herauf zu mir?
Raum für alle hat die Erde,
Was verfolgst du meine Herde?"
D594
"Der Kampf"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, D. 594, op. 110 (1817)
Nein, länger, länger werd' ich diesen Kampf nicht kämpfen,
Den Riesenkampf der Pflicht.
Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen
So fordre, Tugend, dieses Opfer nicht.
Geschworen hab ich's, ja, ich hab's geschworen,
Mich selbst zu bändigen.
Hier ist dein Kranz. Er sei auf ewig mir verloren,
Nimm ihn zurück, und laß mich sündigen.
Zerrissen sei, was wir bedungen haben,
Sie liebt mich - deine Krone sei verscherzt.
Glückselig, wer, in Wonnetrunkenheit begraben,
So leicht wie ich den tiefen Fall verschmerzt.
Sie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen
Und meinen Lenz entfloh'n;
Bewundert still mein heldenmütiges Entsagen,
Und großmutvoll beschließt sie meinen Lohn.
Mißtraue, schöne Seele, dieser Engelgüte!
Dein Mitleid waffnet zum Verbrechen mich,
Gibt's in des Lebens unermeßlichem Gebiete,
Gibt's einen andern schönern Lohn - als dich?
Als das Verbrechen, das ich ewig fliehen wollte?
Tyrannisches Geschick!
Der einz'ge Lohn, der meine Tugend krönen sollte,
Ist meiner Tugend letzter Augenblick.
D595
"Thekla: Eine Geisterstimme"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, D. 73 (22-23 August 1813),
first published in 1868; D. 595 (November 1817), first published in 1827 as op 88 no. 2
Wo ich sei, und wo mich hingewendet,
Als mein flüchtiger Schatten dir entschwebt?
Hab' ich nicht beschlossen und geendet,
Hab' ich nicht geliebet und gelebt?
Willst du nch den Nachtigallen fragen,
Die mit seelenvoller Melodie
Dich entzückten in des Lenzes Tagen?
Nur so lang' sie liebten, waren sie.
Ob ich den Verlorenen gefunden?
Glaube mir, ich bin mit ihm vereint,
Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden,
Dort, wo keine Träne wird geweint.
Dorten wirst auch du uns wieder finden,
Wenn dein Lieben unserm Lieben gleicht;
Dort is auch der Vater, frei von Sünden,
Den der blut'ge Mord nicht mehr erreicht.
Und er fühlt, dass ihn kein Wahn betrogen,
Als er aufwärts zu den Sternen sah;
Den wie jeder wägt, wird ihm gewogen,
Wer es glaubt, dem ist das Heil'ge nah.
Wort gehalten wird in jenen Räumen
Jedem schönen gläubigen Gefühl;
Wage du, zu irren und zu träumen:
Hoher Sinn liegt oft im kind'schen Spiel.
D598
"Das Dörfchen"
Text by Gottfried August Bürger (1747-1794)
Music by Franz Schubert, D. 598 and D. 641
Ich rühme mir mein Dörfchen hier,
Ich rühme mir mein Dörfchen hier,
Denn schön're Auen als ringsumher,
Die Blicke schauen, blüh'n nirgends mehr.
Dort Ährenfelder und Wiesengrün,
Dem blaue Wälder die Grenze zieh'n,
An jener Höhe die Schaferei,
Und in der Nähe mein Sorgenfrei.
So nenn' ich meine Geliebte,
Meine kleine Einsiedelei,
Worin ich lebe zur Lust erwecht,
Die ein Gewebe
Von Ulm' und Rebe
Grün überdeckt.
Dort kränzen Schlehen die braune Kluft,
Die Pappeln wehen in blauer Luft.
Mit sanftem Rieseln schleicht hier gemach
Auf Silberkieseln ein heller Bach,
Fließt unter den Zweigen,
Die über ihn
Sich wölbend neigen,
Bald schüchtern hin.
Läßt bald im Speigel
Dem grünen Hügel,
Wo Lämmer geh'n,
Des Ufers Büschchen
Und alle Fischen
Im Grunde seh'n.
Da gleiten Schmerlen
Und blasen Perlen,
Ihr schneller Lauf
Geht bald hernieder
Und bald herauf
Zur Fläche wieder!
O Seligkeit,
Daß doch die Zeit
Dich nie zerstöre,
Mir frisches Blut
Und frohen Mut
Stets neu gewähre.
D609
"Die Geselligkeit"
Text by Johann Karl Unger
Music by Franz Schubert, D. 609 (1818)
Wer Lebenslust fühlet,
Der bleibt nicht allein,
Allein sein ist öde.
Wer kann sich da freu'n?
Im traulichen Kreise,
Beim herzlichen Kuß,
Beisammen zu leben,
Ist Seelengenuß!
D611
"Auf der Riesenkoppe"
Text by Theodor Körner (1791-1813)
Music by Franz Schubert, D. 611 (March 1818), first published c. 1850
Hoch auf dem Gipfel deiner Gebirge
Steh ich und staun ich.
Glühend begeistert, hellige Koppe,
Himmelsstürmerin!
Weit in die Ferne
Schweifen die trunknen, freudigen Blicke;
Überall Leben, üppiges Streben,
Überall Sonnenschein!
Blühende Fluren, schimmernde Städte,
Dreier Könige glückliche Länder
Schau ich begeistert, schau ich mit hoher,
Mit inniger Lust.
Auch meines Vaterlands Grenzen erblick ich,
Wo mich des Leben freundlich begrüßte,
Wo mich der Liebe hellige Sehnsucht
Glühend ergriff.
Sei mir gesegnet hier in der Ferne,
Liebliche Heimat!
Sei mir gesegnet, Land meiner Träume,
Kreis meiner Lieben, sei mir gegrüßt!
D614
"An den Mond in einer Herbstnacht"
Text by Aloys Wilhelm Schreiber (1761? 1763? - 1841)
Music by Franz Schubert, D. 614 (April 1818), first published in 1832
Freundlich ist dein Antlitz,
Sohn des Himmels!
Leis sind deine Tritte
Durch des Äthers Wüste,
Holder Nachtgefährte!
Dein Schimmer ist sanft und erquickend,
Wie das Wort des Trostes
Von des Freundes Lippe,
Wenn ein schrecklicher Geier
An der Seele nagt.
Manche Träne siehst du,
Siehst so manches Lächeln,
Hörst der Liebe trauliches Geflüster,
Leuchtest ihr auf stillem Pfade;
Hoffnung schwebt auf deinem Strahle,
Herab zum stillen Dulder,
Der verlassen geht
Auf bedorntem Weg.
Du siehst auch meine Freunde,
Zerstreut in fernen Landen:
Du gießest deinem Schimmer
Auch auf die frohen Hügel,
Wo ich oft als Knabe hüpfte,
Wo oft bei deinem Lächeln
Ein unbekanntes Sehnen
Mein junges Herz ergriff.
Du blickst auch auf die Stätte,
Wo meine Lieben ruhn,
Wo der Tau fällt auf ihr Grab,
Und die Gräser drüber wehn
in dem Abendhauche.
Doch dein Schimmer dringt nicht
In die dunkle Kammer,
Wo sie ruhen von des Lebens Müh'n,
Wo auch ich bald ruhen werde!
Du wirst geh'n
Und wiederkehren,
Du wirst seh'n
Noch manches Lächeln
Dann werd' ich nicht mehr lächeln,
Dann werd' ich nicht mehr weinen,
Mein wird man nicht mehr gedenken
Auf dieser schönen Erde.
D616
"Grablied für die Mutter"
Text by Anonymous
Music by Franz Schubert, D. 616 (1818)
Hauche milder, Abendluft,
Klage sanfter, Philomele,
Eine schöne, engelreine Seele
Schläft in dieser Gruft.
Bleich und stumm, am düstern Rand,
Steht der Vater mit dem Sohne,
Denen ihres Lebens schönste Krone
Schnell, schnell mit ihr verschwand.
Und sie weinen in die Gruft,
Aber ihrer Liebe Zähren
Werden sich zum Perlenkranz verklären,
Wenn der Engel ruft.
D620
"Einsamkeit"
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Music by Franz Schubert, D. 620 (1818)
"Gib mir die Fülle der Einsamkeit."
Im Tal, von Blüten überschneit,
Da ragt ein Dom, und nebenbei
In hohem Stile die Abtei:
Wie ihr Begründer, fromm und still,
Der Müden Hafen und Asyl,
Hier kühlt mit heiliger Betauung,
Die nie versiegende Beschauung.
Doch den frischen Jüngling quälen
Selbst in gottgeweihten Zellen
Bilder, feuriger verjüngt;
Und ein wilder Strom entspringt
Aus der Brust, die er umdämmt,
Und in einem Augenblick
Ist der Ruhe zartes Glück
Von dem Wellen weggeschwemmt.
"Gib mir die Fülle der Tätigkeit."
Menschen wimmeln weit und breit,
Wagen kreuzen sich und stäuben,
Käufer sich um Läden treiben,
Rotes Gold und holler Stein
Lockt die Zögernden hinein,
Und Ersatz für Landesgrüne
Bieten Maskenball und Bühne.
Doch in prangenden Palästen,
Bei der Freude lauten Festen,
Sprießt empor der Schwermut Blume,
Senkt ihr Haupt zum Heiligtume
Seiner Jugend Unschuldlust,
Zu dem blauen Hirtenland
Und der lichten Quelle Rand.
Ach, daß er hinweggemußt!
"Gib mir das Glück der Geselligkeit!"
Gefährten, freundlich angereiht
Der Tafel, stimmen Chorus an
Und ebenen die Felsenbahn!
So geht's zum schönen Hügelkranz
Und abwärts zu des Stromes Tanz,
Und immer mehr befestiget sich Neigung
Mit treuer, kräftiger Verzweigung.
Doch, wenn ihm die Freunde schieden,
Ist's getan um seinen Frieden.
Ihn bewegt der Sehnsucht Schmerz,
Und er schauet himmelwärts:
Das Gestirn der Liebe strahlt.
Liebe, Liebe ruft die laue Luft,
Liebe, Liebe atmet Blumenduft,
Und sein Inn'res Liebe hallt.
"Gib mir die Fülle der Seligkeit."
Nun wandelt er in Trunkenheit
An ihrer Hand in schweigenden Gesprächen,
Nun wandelt er an ihrer Hand
Im Buchengang, an weißen Bächen,
Und muß er auch durch Wüsteneien,
Ihm leuchtet süßer Augen Schein;
Und in der feindlichtsten Verwirrung
Vertrauet er der holden Führung.
Doch die Särge großer Ahnen,
Siegerkronen, Sturmesfahnen
Lassen ihn nicht fürder ruh'n:
Und er muß ein Gleiches tun,
Und wie sie unsterblich sein.
Sieh, er steigt aufs hohe Pferd,
Schwingt und prüft das blanke Schwert,
Reitet in die Schlacht hinein.
"Gib mir die Fülle der Düsterkeit."
Da liegen sie im Blute hingestreut
Die lippe starr, das Auge wild gebrochen,
Die erst dem Schrecken Trotz gesprochen.
Kein Vater kehrt den Seinen mehr,
Und heimwärts kehrt ein ander Heer,
Und denen Krieg das Teuerste genommen,
Begrüssen nun mit schmerzlichem Willkommen!
So deucht ihm des Vaterlandes Wächter
Ein ergrimmter Bruderschlächter,
Der der Freiheit edel Gut
Düngt mit rotem Menschenblut.
Und er flucht dem tollen Ruhm
Und tauschet lärmendes Gewühl
Mit dem Forste, grün und kühl,
Mit dem Waldesleben um.
"Gib mir die Weihe der Einsamkeit."
Durch dichte Tannendunkelheit
Dringt Sonnenblick nur halb und halb,
Und färbet Nadelschichten falb.
Der Kuckuck ruft aus Zweiggeflecht,
An grauser Rinde pickt der Specht,
Und donnerd über Klippenhemmung
Ergeht des Gießbachs kühne Strömung.
Was er wünschte, was er liebte,
Ihn erfreute, ihn betrübte,
Schwebt mit sanfter Schwärmerei
Wie im Abendrot vorbei.
Jünglings Sehnsucht, Einsamkeit,
Wird dem Greisen nun zuteil,
Und ein Leben rauh und steil
Führte doch zur Seligkeit.
D622
"Der Blumenbrief"
Text by Aloys Schreiber (1761? 1763? - 1841)
Music by Franz Schubert, D. 622 (1818)
Euch Blümlein will ich senden
Zur schönen Jungfrau dort,
Fleht sie mein Leid zu enden
Mit einem guten Wort.
Du Rose kannst ihr sagen,
Wie ich in Lieb' erglühn',
Wie ich um sie muß klagen
Und weinen spät und früh.
Du, Myrte, flüstre leise
Ihr meine Hoffnung zu,
Sag': auf des Lebens Reise
länzt ihm kein Stern als du.
Du Ringelblume deute
Ihr der Verzweiflung Schmerz;
Sag' ihr: des Grabes Beute
Wird ohne dich sein Herz.
D623
"Das Marienbild"
Text by Aloys Schreiber (1761? 1763? - 1841)
Music by Franz Schubert, D. 623 (1818)
Sei gegrüßt, du Frau der Huld
Und der reinen, schönen Minne,
Ohne Makel, ohne Schuld
Und von demutsvollem Sinne!
Fromme Einfalt wölbte dir
Diese ärmliche Kapelle,
In den Stamm der Eiche hier,
Ohne Säulen, ohne Schwelle.
Vögelein auf jedem Ast
Singen deinem Kindlein Lieder,
Durch's Gezweig im goldnen Glast
Steigen Engel auf und nieder.
Und dem Herzen wird so leicht,
Wär es auch von Gram umsponnen,
Und dem Pilger wird gereicht
Labung aus dem Gnadenbronnen.
Wohl ein Hüttlein baut ich gern
Hier im stillen Waldesgrunde,
Daß mir dieser Meeresstern
Leuchte nun um jede Stunde;
Daß in diesem Kleinen Raum
Mir der Himmel angehöre,
Daß kein banger, böser Traum
Meinen letzen Schlummer störe.
D626
"Blondel zu Marien"
Text by Anonymous
Music by Franz Schubert, D. 626 (1818)
In düst'rer Nacht,
Wenn Gram mein fühlend Herz umziehet,
Des Glückes Sonne mir entfliehet
Und ihre Pracht:
Da leuchtet fern
In feurig wonniglichem Glanze,
Wie in der Liebe Strahlenkranze,
Ein holder Stern.
Und ewig rein
Lebt unter Wonne, unter Schmerzen,
Im treuen liebevollen Herzen
Sein Widerschein.
So hold und mild
Wird unter tröstenden Gestalten
Auch in der Ferne mich umwalten
Dein Zauberbild.
D627
"Das Abendrot"
Text by Aloys Schreiber (1761? 1763? - 1841)
Music by Franz Schubert, D. 627, op. 173 No. 6 (1818)
Du heilig, glühend Abendrot!
Der Himmel will in Glanz zerrinnen;
So scheiden Märtyrer von hinnen,
Hold lächelnd in dem Liebestod.
Des Aufgange Berge still und grau,
Am Grab des Tags die hellen Gluten;
Der Schwan auf purpuroten Fluten,
Und jeder Halm im Silbertau!
O Sonne, Gottesstrahl, du bist
Nie herrlicher, als im Entfliehn!
Du willst uns gern hinüberziehn,
Wo deines Glanzes Urquell ist.
D628
"Sonnet I"
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845) after Francesco Petrarca (1304-1374)
Music by Franz Schubert, D. 628 (1818)
Apollo, lebet noch dein hold Verlangen,
Das an thessal'scher Flut die blonden Haare
In dir entflammt, und ist's im Lauf der Jahre,
Nicht unter in Vergessenheit gegangen:
Vor Frost und Nebeln, welche feindlich hangen,
Solang' sich uns dein Antlitz birgt, das klare,
Jetzt dies geehrte heil'ge Laub bewahre,
Wo du zuerst, und ich dann ward gefangen.
Und durch die Kraft von dem verliebten Hoffen,
Das in der Jugend dich nicht ließ vergehen,
Laß, von dem Druck befreit, die Luft erwarmen.
So werden wir, vom Staunen froh getroffen,
Im Grünen uns're Herrin sitzen seh'n,
Und sich beschatten mit den eignen Armen.
D629
"Sonnet II"
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845) after Francesco Petrarca (1304-1374)
Music by Franz Schubert, D. 629 (1818)
Allein, nachdenklich, wie gelähmt vom Krampfe,
Durchmess' ich öde Felder, schleichend träge,
Und wend' umher den Blick, zu fliehn die Stege,
Wo eine Menschenspur den Sand nur stampfe.
Nicht andre Schutzwehr find' ich mir im Kampfe
Vor dem Erspäh'n des Volks in alle Wege,
Weil man im Tun, wo keine Freude rege,
Von aussen lieset, wie ich innen dampfe.
So daß ich glaube jetzt, Berg und Gefilde,
Und Fluß und Waldung weiß, aus welchen Stoffen
Mein Leben sei, das sich verhehlt jedweden.
Doch find' ich nicht so rauhe Weg' und wilde,
Daß nicht der Liebesgott mich stets getroffen.
Und führt mit mir, und ich mit ihm dann Reden.
D630
"Sonnet III"
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845) after Francesco Petrarca (1304-1374)
Music by Franz Schubert, D. 630 (1818)
Nunmehr, da Himmel, Erde schweigt und Winde,
Gefieder, Wild des Schlummers Bande tragen,
Die Nacht im Kreise führt den Sternenwagen,
Und still das Meer sich senkt in seine Gründe:
Nun wacht' ich, nun sinn' ich, glüh' und wein' und finde
Nur sie, die mich verfolgt mit süßen Plagen.
Krieg ist mein Zustand, Zorn und Mißbehagen:
Nur, denk' ich sie, winkt Friede mir gelinde.
So strömt, was mich ernährt, das Süß' und Herb',
Aus eines einz'gen Quell's lebend'gem Strahle,
Dieselbe Hand gibt Hellung mir und Wunden.
Und daß mein Leiden nie ein Ziel erreiche, sterb'
Und ersteh' ich täglich tausendmale,
So weit entfernt noch bin ich, zu gesunden.
D631
"Blanka"
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Music by Franz Schubert, D. 631 (December 1818), first published in 1885
Wenn mich einsam Lüfte fächeln,
Muß ich lächeln,
Wie ich kindisch tändelnd kose
Mit der Rose.
Wären nicht die neuen Schmerzen,
Möcht ich scherzen;
Könnt' ich, was ich ahnde, sagen,
Würd' ich klagen,
Und auch bange hoffend fragen;
Was verkündet meine Loose?
Tandl'ich gleich mit Scherz und Rose,
Muß ich lächelnd dennoch klagen.
D632
"Vom Mitleiden Mariae"
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Music by Franz Schubert, D. 632 (1818)
Als bei dem Kreuz Maria stand,
Weh über Weh ihr Herz empfand
Und Schmerzen über Schmerzen;
Das ganze Leiden Christi stand
Gedruckt in ihrem Herzen.
Sie ihren Sohn muß bleich und tot
Und überall von Wunden rot
Am Kreuze leiden sehen.
Gedenk', wie dieser bitt're Tod
Zu Herzen ihr mußt' gehen.
D633
"Der Schmetterling"
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Music by Franz Schubert, D. 633, op. 57 no. 1 (1819)
Wie soll ich nicht tanzen,
Es macht keine Mühe,
Und reizende Farben
Schimmern hier im Grünen.
Immer schöner glänzen
Meine bunten Flügel,
Immer süßer hauchen
Alle kleinen Blüten.
Ich nasche die Blüten,
Ihr könnt sie nicht hüten.
Wie groß ist die Freude,
Sei's spät oder frühe,
Leichtsinnig zu schweben
Über Tal und Hügel.
Wenn der Abend säuselt,
Seht ihr Wolken glühen;
Wenn die Lüfte golden,
Scheint die Wiese grüner.
Ich nasche die Blüten,
Ihr könnt sie nicht hüten.
D634
"Die Berge"
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Music by Franz Schubert, D. 634, op. 57 no. 2 (1819)
Sieht uns der Blick gehoben,
So glaubt das Herz, die Schwere zu besiegen,
Zu den Himmlischen oben
Will es dringen und fliegen;
Der Mensch emporgeschwungen,
Glaubt schon, er sei durch die Wolken gedrungen.
Bald muß er staunend merken,
Wie ewig fest wir auf uns selbst begründet;
Dann strebt in sichern Werken
Sein ganzes Tun, verbündet,
Vom Grunde nie zu wanken,
Und baut wie Felsen den Bau der Gedanken.
Und dann in neuen Freuden
Sieht er die kühnen Klippen spottend hangen;
Vergessend aller Leiden,
Fühlt er einzig Verlangen
An dem Abgrund zu scherzen,
Denn hoher Mut schwillt ihm in hohem Herzen.
D636
"Sehnsucht"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, D. 52 (15-17 April 1813), first published in 1868; D. 636 (?
1821), first published in 1826 as op 39
See also:
Ferdinand Ries (1784-1838), op. 35 no.
4 (publ. 1811)
Ach, aus dieses Thales Gründen,
Die der Kalte Nebel drückt,
Könnt' ich doch den Ausgang finden,
Ach, wie fühlt' ich mich beglückt!
Dort erblick' ich schön Hügel,
Ewig jung und ewig grün!
Hätt' ich Schwingen hätt ich Flügel,
Nach den Hügeln zög' ich hin.
Harmonien hör' ich klingen,
Töne süssiger Himmelsruh',
Und die leichten Winde bringen
Mir der Düfte Balsam zu,
Gold'ne Früchte seh' ich glühen,
Winkend zwischen dunkelm Laub,
Und die Blumen, die dort blühen,
Werden keines Winters Raub.
Ach wie schöne muß sich's ergehen
Dort im ew'gen Sonnenschein,
Und die Luft auf jenen Höhen,
O wie labend muß sie sein!
Doch mir wehrt des Stromes Toben,
Der ergrimmt dazwischen braust,
Seine Wellen sind gehoben,
Daß die Seele mir ergraust.
Einen Nachen seh ich schwanken,
Aber ach! der Fährmann fehlt.
Frisch hinein und ohne Wanken,
Seine Segel sind beseelt.
Du mußt glauben, du mußt wagen,
Denn die Götter leih'n kein Pfand,
Nur ein Wunder kann dich tragen
In das schöne Wunderland.
D637
"Hoffnung"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, D. 251, op. 87 no. 2 (1815); D. 637 (1817? 1819?)
See also:
Armin Knab (1881-1951)
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), 1809
Es reden und träumen die Menschen viel
Von beßern und künftigen Tagen;
Nach einem glücklichen, goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbeßerung.
Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling begeistert ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben;
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.
Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren.
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Beßern sind wir geboren;
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.
D638
"Der Jüngling am Bache"
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Music by Franz Schubert, D. 30 (September 24, 1812),
first published in 1895; D. 192 (May 15, 1815), first published in 1887; D. 638 (April
1819), first Published in 1827 as op. 87 no 3
See also:
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814)
An der Quelle saß der Knabe,
Blumen wand er sich zum Kranz,
Und er sah sie fortgerissen,
Treiben in der Wellen Tanz.
"Und so fliehen meine Tage
Wie die Quelle rastlos hin!
Und so bleichet meine Jugend,
Wie die Kränze schnell verblühn!
Fraget nicht, warum ich traure
In des Lebens Blütenzeit!
Alles freuet sich und hoffet,
Wenn der Frühling sich erneut.
Aber tausend Stimmen
Der erwachenden Natur
Wecken in dem tiefen Busen
Mir den schweren Kummer nur.
Was soll mir die Freude frommen,
Die der schöne Lenz mir beut?
Eine nur ists, die ich suche,
Sie ist nah und ewig weit.
Sehnend breit' ich meine Arme
Nach dem teuren Schattenbild,
Ach, ich kann es nicht erreichen,
Und das Herz ist ungestillt!
Komm herab, du schöne Holde,
Und verlaß dein stolzes Schloß!
Blumen, die der Lenz geboren,
Streu ich dir in deinen Schoß.
Horch, der Hain erschallt von Liedern,
Und die Quelle rieselt klar!
Raum ist in der kleinstein Hütte
Für ein glücklich liebend Paar."
D639
"Widerschein"
Text by Franz Xaver Freiherr von Schlechta (1796-1875)
Music by Franz Schubert, D. 639 (1819-1820), first published in 1820
Fischer lehnt am Bruckenbogen
Ach so lange Zeit;
Blicket sehnlich in die Wogen,
Denn sie ist noch weit! -
Und sie schleichet um den Hügel,
Und das holde Bild
Leuchtet aus dem Wellenspiegel
Lächelnd und so mild.
Und er sieht's. Und durch Blumenränder
Schwimmt der suüß Schein -
Und er hält sich am Geländer,
Sonst zieht's ihn hinein!
D641
"Das Dörfchen"
Text by Gottfried August Bürger (1747-1794)
Music by Franz Schubert, D. 598 and D. 641
Ich rühme mir mein Dörfchen hier,
Ich rühme mir mein Dörfchen hier,
Denn schön're Auen als ringsumher,
Die Blicke schauen, blüh'n nirgends mehr.
Dort Ährenfelder und Wiesengrün,
Dem blaue Wälder die Grenze zieh'n,
An jener Höhe die Schaferei,
Und in der Nähe mein Sorgenfrei.
So nenn' ich meine Geliebte,
Meine kleine Einsiedelei,
Worin ich lebe zur Lust erwecht,
Die ein Gewebe
Von Ulm' und Rebe
Grün überdeckt.
Dort kränzen Schlehen die braune Kluft,
Die Pappeln wehen in blauer Luft.
Mit sanftem Rieseln schleicht hier gemach
Auf Silberkieseln ein heller Bach,
Fließt unter den Zweigen,
Die über ihn
Sich wölbend neigen,
Bald schüchtern hin.
Läßt bald im Speigel
Dem grünen Hügel,
Wo Lämmer geh'n,
Des Ufers Büschchen
Und alle Fischen
Im Grunde seh'n.
Da gleiten Schmerlen
Und blasen Perlen,
Ihr schneller Lauf
Geht bald hernieder
Und bald herauf
Zur Fläche wieder!
O Seligkeit,
Daß doch die Zeit
Dich nie zerstöre,
Mir frisches Blut
Und frohen Mut
Stets neu gewähre.
D646
"Die Gebüsche"
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Music by Franz Schubert, D. 646 (1819)
Es wehet kühl und leise
Die Luft durch dunkle Auen,
Und nur der Himmel lächelt
Aus tausend hellen Augen.
Es regt nur eien Seele
Sich in des Meeres Brausen,
Und in den leisen Worten,
Die durch die Blätter rauschen.
So tönt in Welle Welle,
Wo Geister heimlich trauren;
So folgen Worte Worten,
Wo Geister Leben hauchen.
Durch alle Töne tönet
Im bunten Erdentraume
Ein leiser Ton gezogen,
Für den, der heimlich lauschet.
D649
"Der Wanderer"
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Music by Franz Schubert, D. 649
Wie deutlich des Mondes Licht
Zu mir spricht,
Mich beseelend zu der Reise;
"Folge treu dem alten Gleise,
Wähle keine Heimat nicht.
Ew'ge Plage
Bringen sonst die schweren Tage;
Fort zu andern
Sollst du wechseln, sollst du wandern,
Leicht entfliehend jeder Klage."
Sanfte Ebb und hohe Flut,
Tief im Mut,
Wandr' ich so im Dunkeln weiter,
Steige mutig, singe heiter,
Und die Welt erscheint mir gut.
Alles reine
Seh ich mild im Wiederschein,
Nichts verworren
In des Tages Glut verdorren:
Froh umgeben, doch alleine.
D650
"Abendbilder"
Text by Johann Peter Silbert (1772?/7?-1844)
Music by Franz Schubert, D. 650 (1819)
Still beginnt's im Hain zu tauen,
Ruhig webt der Dämm'rung Grauen
Durch die Glut
Sanfter Flut,
Durch das Grün umbuschter Auen,
So die trunk'nen Blicke schauen.
Sieh', der Raben Nachtgefieder
Rauscht auf ferne Eichen nieder;
Balsamduft
Haucht die Luft.
Philomelens Zauberlieder,
Hallet zart die Echo wider.
Horch! des Abendglöckleins Töne
Mahnen ernst der Erde Söhne,
Daß ihr Herz,
Himmelwärts
Sinnend ob der Heimat Schöne,
Sich des Erdentands entwöhne.
Durch der hohen Wolken Riegel
Funkeln tausend Himmelssiegel,
Lunas Bild
Streuet mild
In der Fluten klaren Spiegel
Schimmernd Gold auf Flur und Hügel.
Von des Vollmonds Widerscheine
Blitzet das bemooste, kleine
Kirchendach.
Aber ach!
Ringsum decken Leichensteine
Der Entschlummerten Gebeine.
Ruht, o Traute! von den Wehen,
Bis beim großen Auferstehen
Aus der Nacht
Gottes Macht
Einst uns ruft, in seiner Höhen
Ew'ge Wonnen einzugehen.
D651
"Himmelsfunken"
Text by Johann Peter Silbert (1772?/7?-1844)
Music by Franz Schubert, D. 651 (1819)
Der Odem Gottes weht,
Still wird die Sehnsucht wach;
Das trunk'ne Herz vergeht
In wundersüßen Ach.
Wie löst sich äthermild
Der Erde schweres Band!
Die heil'ge Träne quillt,
Ach, nach des Himmels Land.
Wie mächtig hebt das Herz
Sich zu den blauen Höh'n!
Was machst vor süßem Schmerz
Es ach! so zart vergehn? -
O süßer Hochgenuß!
Mild, wie des Himmels Tau,
Winkt Gottes Feiergruß
Hoch aus dem stillen Blau!
Und das verwaiste Herz
Vernimmt den stillen Ruf,
Und sehnt sich heimatwärts
Zum Vater, der es schuf!
D652
"Das Mädchen"
Text by Johann Peter Silbert (1772?/7?-1844)
Music by Franz Schubert, D. 652
Wie so innig, möcht ich sagen,
Sich der Meine mir ergiebt,
Um zu lindern meine Klagen,
Daß er nicht so innig liebt.
Will ich's sagen, so entschwebt es;
Wären Töne mir verliehen,
Flöß' es hin in Harmonien
Denn in jenen Tönen lebt es.
Nur die Nachtigall kann sagen,
Wie er innig sich ergiebt,
Um zu lindern meine Klagen,
Daß er nicht so innig liebt.
D653
"Bertas Lied in der Nacht"
Text by Franz Grillparzer (1791-1872)
Music by Franz Schubert, D. 653 (1819), published c. 1842
Nacht umhüllt
Mit wehendem Flügel
Täler und Hügel
Ladend zur Ruh'.
Und dem Schlummer
Dem lieblichen Kinde,
Leise und linde
Flüstert sie zu:
"Weißt du ein Auge,
Wachend im Kummer,
Lieblicher Schlummer,
Drücke mir's zu!"
Fühlst du sein Nahen?
Ahnest du Ruh?
Alles deckt der Schlummer,
Schlumm're du, schlumm're auch du.
D654
"An die Freunde"
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Music by Franz Schubert, D. 654 (1819), published 1842
Im Wald, im Wald da grabt mich ein,
Ganz stille, ohne Kreuz und Stein;
Denn was ihr türmet, überschneit
Und überwindet Winterszeit.
Und wann die Erde sich verjüngt
Und Blumen meinem Hügel bringt,
Das freut euch, Guten, freuet euch!
Dies alles ist dem Toten gleich.
Doch nein, denn eure Liebe spannt
Die Aste in das Geisterland,
Und die euch führt zu meinem Grab,
Zieht mich gewaltiger herab.
D656
"Nur wer die Sehnsucht kennt"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Franz Schubert, D. 310 (2 versions) "Nur
wer die Sehnsucht kennt" (1815), first published 1895; D. 359 "Sehnsucht"
(1816), first published in 1872; D. 481 "Sehnsucht" (September, 1816), first
published in 1895; D. 656 "Nur wer die Sehnsucht kennt" (April, 1819), first
published in 1867; D. 877 no 1 and 4 (1826)
See also:
Ludwig van Beethoven (1770-1827),
"Sehnsucht" (4 settings), WoO. 134 (1808)
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869),
"Sehnsucht", op. 9, iii, 5 (1818?)
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Mignon" (1826)
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Sehnsucht", published
1795-6; published 1805-6
Robert Schumann (1810-1856),
"Nur wer die Sehnsucht kennt", op. 98a no. 3 (May/June 1849)
Peter Ilyich Tchaikovsky (1840-1893),
"Pesn' Min'ony: Net, tolko tot, kto znal", op. 6 no. 6
Hugo Wolf (1860-1903),
"Mignon II", from Goethe-Lieder no. 6
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Sehnsucht" (1795); (1812);
published 1821
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh ich [am] Firmament
Nach jener Seite.
Ach! der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!
D658
"Ich sehe dich in täusend Bildern"
Text by Novalis (Friedrich von Hardenberg) (1772-1801)
Music by Franz Schubert, "Marie", D. 658 (1819?), published 1895
See also:
Joseph Marx (1882-1964),
"Marienlied" (1909)
Max Reger (1873-1916),
"Ich sehe dich in tausend Bildern", op. 105 no. 1 (1907), from Zwei geistliche
Lieder
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Ich sehe dich in täusend
Bildern"
Luise Reichardt (1779-1826), "An Maria"
Erich Riede (1903-), "Marienlied", op. 7 no. 8
Othmar Schoeck (1886-1957), "Marienlied", op. 6 no. 5 (1907)
Ich sehe dich in täusend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.
Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht.
D659
"Wenige wissen das Geheimnis der Liebe"
Text by Novalis (Friedrich von Hardenberg) (1772-1801)
Music by Franz Schubert, "Hymne I", D. 659 (1819)
See also:
Alma Mahler (Gropius-Werfel)
(1879-1964), "Hymne", published 1924
Wenige wissen
Das Geheimnis der Liebe,
Fühlen Unersättlichkeit
Und ewigen Durst.
Des Abendmahls
Göttliche Bedeutung
Ist den irdischen Sinnen Rätsel;
Aber wer jemals
Von heißen, geliebten Lippen
Atem des Lebens sog,
Wem heilige Glut
In zitternden Wellen das Herz schmolz,
Wem das Auge aufging,
Daß er des Himmels
Unergründliche Tiefe maß,
Wird essen von seinem Leibe
Und trinken von seinem Blute
Ewiglich.
Wer hat des irdischen Leibes
Hohen Sinn ersten!
Wer kann sagen,
Daß er das Blut versteht?
Einst ist alles Leib,
Ein Leib,
In himmlischem Blute
Schwimmt das selige Paar.
O! daß das Weltmeer
Schon errötete,
Und in duftiges Fleisch
Aufquölle der Fels!
Nie endet das süße Mahl,
Nie sättigt die Liebe sich;
Nicht innig, nicht eigen genug
Kann sie haben den Geliebten.
Von immer zärteren Lippen
Verwandelt wird das Genossene
Inniglicher und näher.
Heißere Wollust
Durchbebt die Seele,
Durstiger und hungriger
Wird das Herz:
Und so währt der Liebe Genuß
Von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Hätten die Nüchternen
Einmal nur gekostet,
Alles verließen sie,
Und setzen sich zu uns
An den Tisch der Sehnsucht,
Der nie leer wird.
Sie erkannten der Liebe
Unendliche Fülle,
Und priesen die Nahrung
Von Leib und Blut.
D660
"Wenn ich ihn nur habe"
Text by Novalis (Friedrich von Hardenberg) (1772-1801)
Music by Franz Schubert, "Hymne II", D. 660 (1819)
See also:
Leopold Damrosch (1832-1885),
"Wenn ich ihn nur habe", op. 7 no. 2
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869),
"Wenn ich ihn nur habe", op. 22, i, 1 (1821)
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Wenn ich ihn nur habe"
Luise Reichardt (1779-1826), "Geistliches Lied"
Reinhard Schwarz-Schilling (1904-1987), "Wenn ich ihn nur habe"
(1949), from Drei geistliche Lieder
Wenn ich ihn nur habe,
Wenn er mein nur ist,
Wenn mein Herz bis hin zum Grabe
Seine Treue nie vergißt:
Weiß ich nichts von Leide,
Fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude.
Wenn ich ihn nur habe,
Laß ich alles gern,
Folg' an meinem Wanderstabe
Treu gesinnt nur meinem Herrn:
Laße still die Andern
Breite, lichte, volle Straßen wandern.
[Wenn ich ihn nur habe
Schlaf ich fröhlich ein.
Ewig wird zu süßer Labe
Seines Herzens Flut mir sein.
Die mit sanftem Zwingen
Alles wird erweichen und durchdringen.
Wenn ich ihn nur habe,
Hab' ich auch die Welt;
Selig wie ein Himmelsknabe
Der der Jungfrau Schleier hällt
Hingesenkt im Schauen
Kann mir vor dem erdischen nicht grauen.]
Wenn ich ihn nur habe,
Ist mein Vaterland:
Und es fällt mir jede Gabe
Wie ein Erbteil in die Hand:
Längst vermißte Brüder
Find' ich nun in seinen Jüngern wieder.
D661
"Wenn alle untreu werden"
Text by Novalis (Friedrich von Hardenberg) (1772-1801)
Music by Franz Schubert, "Hymne III", D. 661 (1819)
See also:
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), "Wenn
alle untreu werden", op. 22, i, 2 (1822, 1855)
Wenn alle untreu werden,
So bleib' ich dir doch treu;
Daß Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb' ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.
Oft muß ich bitter weinen,
daß du gestorben bist,
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergißt.
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan,
Und doch bist du verklungen,
Und keiner denkt daran.
D662
"Hymne IV"
Text by Novalis (Friedrich von Hardenberg) (1772-1801)
Music by Franz Schubert, D. 662 (1819)
Ich sag' es jedem, daß er lebt
Und auferstanden ist,
Daß er in unsrer Mitte schwebt
Und ewig bei uns ist.
Ich sag' es jedem, jeder sagt
Es seinen Freunden gleich,
Daß bald an allen Orten tagt
Das neue Himmelreich.
Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn
Erst wie ein Vaterland;
Ein neues Leben nimmt man hin
Entzückt aus seiner Hand.
Hinunter in das tiefe Meer
Versank des Todes Graun,
Und jeder kann nun leicht und hehr
In seine Zukunft schaun.
D663
"Der 13. Psalm"
From the Bible, translated by Moses Mendelssohn (1729-1786)
Music by Franz Schubert, D. 663
Ach, Herr! wie lange willst du mein so ganz vergessen?
Wie lange noch dein Antlitz mir verbergen?
Wie lange muß ich meinen Geist mit Sinnen,
Mein Herz mit Sorgen täglich quälen?
Wie lange noch mein Feind obsiegen?
Schau herab! erhöre mich! Ach Ewiger! mein Gott!
Erleuchte meine Augen wieder,
Daß ich des Todes nicht entschlafe.
Sonst spricht mein Feind: `den überwand ich!'
Frohlocken Widersacher meines Falles.
Doch ich vertraue deiner Güte,
Mein Herz frohlockt ob deiner Hülfe,
Dem Ewigen singe ich; denn er tat mir wohl.
D666
"Kantate zum Geburtstag des Sängers Johann Michael Vogl"
Text by Albert Stadler (1794-1888)
Music by Franz Schubert, D. 666 (1819)
Sänger, der von Herzen singet
Und das Wort zum Herzen bringet,
Bei den Tönen deiner Lieder
Fällt's wie sanfter Regen nieder,
Den der Herr vom Himmel schickt,
Und die dürre Flur erquickt!
Diese Berge sah'n dich bluühen,
Hier begann dein Herz zu glühen,
Für die Künstlerhöh'n zu schlagen,
Die der Wahrheit Krone tragen;
Der Natur hast du entwandt,
Was die Kunst noch nicht verstand.
Da saht ihr Oresten scheiden,
Jakob mit der Last der Leiden,
Saht des Arztes Hoffnung tagen,
Menschlichkeit am Wasserwagen;
Saht, wie man sich Linen sucht,
Bräute holt aus Bergesschlucht.
In der Weihe deiner Würde
Stehst du, aller Sänger Zierde,
Auf Thaliens Tempelstufen,
Hörst um dich des Beifalls Rufen,
Doch ein Kranz ein Sinngedicht,
Ist der Lohn des Künstlers nicht.
Wenn dich einst in greisen Tagen
Deines Lebens Mühen plagen,
Willst du nicht zur Heimat wandern?
Laß die Helden einem Andern,
Nur von Agamemnons Sohn
Trag die treue Brust davon.
Gott bewahr' dein teures Leben,
Heiter, spiegelklar und eben,
Wie das Tönen deiner Kehle
Tief herauf aus voller Seele;
Schweigt dann einst des Sängers Wort,
Tönet doch die Seele fort.
D668
no.1 "Non t'accostar allurna"
Text by Jacopo Vittorelli (1749-1835)
Music by Franz Schubert, D. 668 no. 1 (January 1820), first published in 1871
See also:
Giuseppe Verdi (1813-1901), 6 Romanze no. 1 (1838)
(with a different form of text)
Non t'accostar allUrna,
Che l'osse mie rinserra,
Questa pietosa terra
E'sacra al mio dolor
Ricuso I tuoi giacinti
Non voglio I tuoi pianti;
Che giovan agli estinti
Due lagrime, due fior?
Empia! Dovevi allor
Porgermi un fil d'aita,
Quando traéa la vita
In grembo dei sospir.
Ah che d'inutil pianto
Assordi la foresta?
Rispetta un'ombra mesta,
E lasciala dormir.
D668
no.2 "Guarda che bianca luna!"
Text by Jacopo Vittorelli (1749-1835)
Music by Franz Schubert, D. 668 no. 2 (January 1820), first published in 1871
Guarda che bianca luna!
Guarda che notte azzurra!
Un'aura non susurra,
Nò, non tremola uno stel.
L'usignuoletto solo
Va dalla siepe all'orno,
E sospirando intorno
Chiami la sua fedel.
Ella, ch' el sente oppena,
Vien di fronda in fronda,
E pare che gli dica,
Nò, non piangere: son qui.
Che gemiti son questi!
Che dolci pianti Irene,
Tu mai non me sapesti
Rispodere cosi!
D668
no.3 "Da quel sembiante appresi"
Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Music by Franz Schubert, D. 668 no. 3 (January 1820), first published in 1871
Da quel sembiante appresi
A sospirand' amore
Sempre per quel sembiante
Sospirerò d'amore.
La face a cui m'accesi
Solo m'alletta e piace,
E fredda ogn'altra face
Per riscaldarmi il cuore.
D668
no.4 "Mio ben ricordati"
Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Music by Franz Schubert, D. 668 no. 4 (January 1820), first published in 1871
Mio ben ricordati,
Se avvien, ch'io mora:
Quanto quest' anima
Fedel t'amò.
E se pur amano
Le fredde ceneri;
Nell' urna ancora
T'adorerò.
D669
"Beim Winde"
Text by Johann Mayrhofer (1787-1836)
Music by Franz Schubert, D. 669 (1819), published 1829
Es träumen die Wolken,
die Sterne, der Mond,
Die Bäume, die Vögel,
die Blumen, der Strom,
Sie wiegen und schmiegen
sich tiefer zurück,
Zur ruhigen Stätte,
zum tauigen Bette,
zum heimlischen Glück.
Doch Blättergesäusel
Und Wellengekräusel
Verkünden Erwachen;
Denn ewig geschwinde,
Unruhige Winde,
Sie stöhnen, sie fachen
Erst schmeichelnde Regung,
Dann wilde Bewegung;
Und dehnende Räume
Verschlingen die Träume.
Im Busen, im reinen,
Bewahre die Deinen;
Es ströme dein Blut,
Vor rasenden Stürmen
Besonnen zu schirmen
Die heilige Glut.
D670
"Die Sternennächte"
Text by Johann Mayrhofer (1787-1836)
Music by Franz Schubert, D. 670 (1819), published 1862 as op. 165 no. 2
In monderhellten Nächten
Mit dem Geschick zu rechten,
Hat diese Brust verlernt.
Der Himmel, reich besternt,
Umwoget mich mit Frieden;
Da denk' ich, auch hienieden
Gedeihet manche Blume;
Und frischer schaut der stumme,
Sonst trübe Blick hinauf
Zu ew'ger Sterne Lauf.
Auf ihnen bluten Herzen,
Auf ihnen quälen Schmerzen,
Sie aber strahlen heiter.
So schließ' ich selig weiter:
Auch unsre kleine Erde,
Voll Mißton und Gefährde,
Sich als ein heiter Licht
Ins Diadem verflicht;
So werden Sterne
Durch die Ferne!
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