Lieder - complete Index
Lieder index a:
Op. 24 "Liederkreis"
a) Morgens steh' ich auf und frage
b) Es treibt mich hin
c) Ich wandelte unter den Bäumen
d) Lieb' Liebchen
e) Schöne Wiege meiner Leiden
f) Warte, warte wilder Schiffmann
g) Berg' und Burgen schaun herunter
h) Anfangs wollt ich fast verzagen
i) Mit Myrten und Rosen
Op.25 no. 1 "Widmung"
Op.25 no. 2 "Freisinn"
Op.25 no. 3 "Der Nußbaum"
Op.25 no. 4 "Jemand"
Op.25 no. 5 "Sitz' ich allein"
Op.25 no. 6 "Setze mir nicht, du Grobian"
Op.25 no. 7 "Die Lotusblume"
Op.25 no. 8 "Gottes ist der Orient!"
Op.25 no. 9 "Wie mit innigstem Behagen"
Op.25 no. 10 "Die Hochländer-Witwe"
Op.25 no. 11 "Lied der Braut I"
Op.25 no. 12 "Lied der Braut II"
Op.25 no. 13 "Hochländers Abschied"
Op.25 no. 14 "Hochländisches Wiegenlied"
Op.25 no. 15 "Mein Herz ist schwer"
Op.25 no. 16 "Rätsel"
Op.25 no. 17 "Leis' rudern hier"
Op.25 no. 18 "Venetianische Lied II"
Op.25 no. 19 "Hauptmanns Weib"
Op.25 no. 20 "Weit, weit"
Op.25 no. 21 "Was will die einsame Träne"
Op.25 no. 22 "Niemand"
Op.25 no. 23 "Im Westen"
Op.25 no. 24 "Du bist wie eine Blume"
Op.25 no. 25 "Aus den östlichen Rosen"
Op.25 no. 26 "Zum Schluß"
Op.27 no. 1 "Sag an, o lieber Vogel mein"
Op.27 no. 2 "Dem roten Röslein gleicht mein Lieb"
Op.27 no. 3 "Was soll ich sagen?"
Op.27 no. 4 "Jasminenstrauch"
Op.27 no. 5 "Nur ein lächelnder Blick"
Op.30 no. 1 "Der Knabe mit dem Wunderhorn"
Op.30 no. 2 "Der Page"
Op.30 no. 3 "Der Hidalgo"
Op. 24 "Liederkreis"
Texts by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, Op. 24
a) Morgens steh' ich auf und frage
b) Es treibt mich hin
c) Ich wandelte unter den Bäumen
d) Lieb' Liebchen
e) Schöne Wiege meiner Leiden
f) Warte, warte wilder Schiffmann
g) Berg' und Burgen schaun herunter
h) Anfangs wollt ich fast verzagen
i) Mit Myrten und Rosen
a) Morgens
steh' ich auf und frage
Text also set by other composers.
Morgens steh' ich auf und frage:
Kommt feins Liebchen heut?
Abends sink' ich hin und klage:
Aus blieb sie auch heut.
In der Nacht mit meinem Kummer
lieg' ich schlaflos, wach;
träumend, wie im halben Schlummer,
träumend wandle ich bei Tag.
b) Es treibt
mich hin
Text also set by other composers.
Es treibt mich hin, es treibt mich her!
Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,
sie selber, die schönste der schönen Jungfrauen; -
du treues Herz, was pochst du so schwer!
Die Stunden sind aber ein faules Volk!
Schleppen sich behaglich träge,
schleichen gähnend ihre Wege; -
tummle dich, du faules Volk!
Tobende Eile mich treibend erfaßt!
Aber wohl niemals liebten die Horen; -
heimlich im grausamen Bunde verschworen,
spotten sie tückisch der Liebenden Hast.
c) Ich
wandelte unter den Bäumen
Ich wandelte unter den Bäumen
mit meinem Gram allein;
da kam das alte Träumen
und schlich mir ins Herz hinein.
Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,
ihr Vöglein in luftiger Höh'?
Schweigt still! wenn mein Herz es höret,
dann tut es noch einmal so weh.
- Es kam ein Jungfräulein gegangen,
die sang es immerfort,
da haben wir Vöglein gefangen
das hübsche, goldne Wort.
Das sollt ihr mir nicht mehr erzählen,
Ihr Vöglein wunderschlau;
ihr wollt meinem Kummer mir stehlen,
ich aber niemandem trau'.
d) Lieb'
Liebchen
Text also set by other composers.
Lieb' Liebchen, leg's Händchen aufs Herze mein; -
ach, hörst du, wie's pochet im Kämmerlein?
da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,
der simmert mir einen Totensarg.
Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;
es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.
Ach! sputet euch, Meister Zimmermann,
damit ich balde schlafen kann.
e) Schöne
Wiege meiner Leiden
Text also set by other composers.
Schöne Wiege meiner Leiden,
schönes Grabmal meiner Ruh',
schöne Stadt, wir müssen scheiden, -
Lebe wohl! ruf' ich dir zu.
Lebe wohl, du heil'ge Schwelle,
wo da wandelt Liebchen traut;
lebe wohl! du heil'ge Stelle,
wo ich sie zuerst geschaut.
Hätt' ich dich doch nie gesehen,
schöne Herzenskönigin!
Nimmer wär' es dann geschehen,
daß ich jetzt so elend bin.
Nie wollt' ich dein Herze rühren,
Liebe hab' ich nie erfleht;
nur ein stilles Leben führen
wollt' ich, wo dein Odem weht.
Doch du drängst mich selbst von hinnen,
bittre Worte spricht dein Mund;
Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,
und mein Herz ist krank und wund.
Und die Glieder matt und träge
schlepp' ich fort am Wanderstab,
bis mein müdes Haupt ich lege
ferne in ein kühles Grab.
Schöne Wiege meiner Leiden,
schönes Grabmal meiner Ruh',
schöne Stadt, wir müssen scheiden, -
Lebe wohl! ruf' ich dir zu.
f) Warte,
warte wilder Schiffmann
Warte, warte, wilder Schiffmann,
gleich folg' ich zum Hafen dir;
von zwei Jungfraun nehm' ich Abschied,
von Europa und von ihr.
Blutquell, rinn' aus meinen Augen,
Blutquell, brich aus meinem Leib,
daß ich mit dem heißen Blute
meine Schmerzen niederschreib'.
Ei, mein Lieb, warum just heute
schaudert's dich, mein Blut zu sehn?
Sahst mich bleich und herzeblutend
lange Jahre vor dir stehn!
Kennst du noch das alte Liedchen
von der Schlang' im Paradies,
die durch schlimme Apfelgabe
unsern Ahn ins Elend stieß.
Alles Unheil brachten Äpfel!
Eva bracht' damit den Tod,
Eris brachte Trojas Flammen,
du brachst'st beides, Flamm' und Tod.
g) Berg' und
Burgen schaun herunter
Berg' und Burger schaun herunter
in den spiegelhellen Rhein,
und mein Schiffchen segelt munter,
rings umglänzt von Sonnenschein.
Ruhig seh' ich zu dem Spiele
goldner Wellen, kraus bewegt;
still erwachen die Gefühle,
die ich tief im Busen hegt'.
Freundlich grüssend und verheißend
lockt hinab des Stromes Pracht;
doch ich kenn' ihn, oben gleißend,
birgt sein Innres Tod und Nacht.
Oben Lust, im Busen Tücken,
Strom, du bist der Liebsten Bild!
Die kann auch so freundlich nicken,
lächelt auch so fromm und mild.
h) Anfangs
wollt ich fast verzagen
Text also set by other composers.
Angfangs wollt' ich fast verzagen,
und ich glaubt', ich trüg' es nie;
und ich hab' es doch getragen -
aber fragt mich nur nicht, wie?
i) Mit
Myrten und Rosen
Mit Myrten und Rosen, lieblich und hold,
mit duft'gen Zypressen und Flittergold,
möcht' ich zieren dies Buch wie 'nen Totenschrein,
und sargen meine Lieder hinein.
O könnt' ich die Liebe sargen hinzu!
Auf dem Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh',
da blüht es hervor, da pflückt man es ab, -
doch mir blüht's nur, wenn ich selber im Grab.
Hier sind nur die Lieder, die einst so wild,
wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,
hervorgestürtzt aus dem tiefsten Gemüt,
und rings viel blitzende Funken versprüht!
Nun liegen sie stumm und totengleich,
nun starren sie kalt und nebelbleich,
doch aufs neu die alte Glut sie belebt,
wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt.
Und es wird mir im Herzen viel Ahnung laut:
der Liebe Geist einst über sie taut;
einst kommt dies Buch in deine Hand,
du süßes Lieb im fernen Land.
Dann löst sich des Liedes Zauberbann,
die blaßen Buchstaben schaun dich an,
sie schauen dir flehend ins schöne Aug',
und flüstern mit Wehmut und Liebeshauch.
Op.25
no. 1 "Widmung"
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 1
Du meine Seele, du mein Herz,
Du meine Wonn', o du mein Schmerz,
Du meine Welt, in der ich lebe,
Mein Himmel du, darein ich schwebe,
O du mein Grab, in das hinab
Ich ewig meinen Kummer gab.
Du bist die Ruh, du bist der Frieden,
Du bist vom Himmel mir beschieden,
Daß du mich liebst, macht mich mir wert,
Dein Blick hat mich vor mir verklärt,
Du hebst mich liebend über mich,
Mein guter Geist, mein beßres Ich!
Op.25
no. 2 "Freisinn"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 2
Laßt mich nur auf meinem Sattel gelten!
Bleibt in euren Hütten, euren Zelten!
Und ich reite froh in alle Ferne,
Über meiner Mütze nur die Sterne.
Er hat euch die Gestirne gesetzt
Als Leiter zu Land und See;
Damit ihr euch daran ergötzt,
Stets blickend in die Höh.
Op.25
no. 3 "Der Nußbaum"
Text by Julius Mosen (1803-1867)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 3
Es grünet ein Nußbaum vor dem Haus,
Duftig, luftig breitet er blättrig die Blätter aus.
Viel liebliche Blüten stehen dran;
Linde Winde kommen, sie herzlich zu umfahn.
Es flüstern je zwei zu zwei gepaart,
Neigend, beugend zierlich zum Kusse die Häuptchen zart.
Sie flüstern von einem Mägdlein,
Das dächte die Nächte und Tage lang,
Wußte, ach! selber nicht was.
Sie flüstern - wer mag verstehn so gar leise Weis? -
Flüstern von Bräut'gam und nächstem Jahr.
Das Mägdlein horchet, es rauscht im Baum;
Sehnend, wähnend sinkt es lächelnd in Schlaf und Traum.
Op.25
no. 4 "Jemand"
Text by Wilhelm Gerhard, after Robert Burns (1759-1796), My heart is sair
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 4
Mein Herz ist betrübt, ich sag' es nicht,
mein Herz ist betrübt um jemand;
ich könnte wachen die längste Nacht,
und immer träumen von jemand.
O Wonne! Von jemand; o Himmel! Von jemand;
durchstreifen könnt' ich die ganze Welt,
aus Liebe zu jemand.
Ihr Mächte, die ihr der Liebe hold,
o lächelt freundlich auf jemand!
Beschirmet ihn, wo Gefahren droh'n;
gebt sicher Geleite dem jemand!
O Wonne! dem jemand; o Himmel! dem jemand;
Ich wollt', ich wollte, was wollt' ich nicht
für meinen jemand!
Op.25
no. 5 "Sitz' ich allein"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) aus dem Schenkenbuch des
"West-östlichen Divan"
Music by Robert Schumann, Op.
25 no. 5
Sitz' ich allein,
Wo kann ich besser sein?
Meinen Wein
Trink ich allein;
Niemand setzt mir Schranken,
Ich hab' so meine eignen Gedanken.
Op.25
no. 6 "Setze mir nicht, du Grobian"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) aus dem Schenkenbuch des
"West-östlichen Divan"
Music by Robert Schumann, Op.
25 no. 5
Setze mir nicht, du Grobian,
Mir den Krug so derb vor die Nase!
Wer mir Wein bringt, sehe mich freundlich an,
Sonst trübt sich der Eilfer im Glase.
Du lieblicher Knabe, du komm herein,
Was stehst du denn da auf der Schwelle?
Du sollst mir künftig der Schenke sein,
Jeder Wein ist schmackhaft und helle.
Op.25
no. 7 "Die Lotusblume"
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 7 (1840) and Op. 33 no. 3 (1840)
See also:
Robert Franz (1815-1892), Op. 25 no. 1
Wilhelm Kienzl (1857-1941), Op. 8 no. 1
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869),
Op. 9, H. I, no. 1 (1828)
Die Lotusblume ängstigt
Sich vor der Sonne Pracht
Und mit gesenktem Haupte
Erwartet sie träumend die Nacht.
Der Mond, der ist ihr Buhle
Er weckt sie mit seinem Licht,
Und ihm entschleiert sie freundlich
Ihr frommes Blumengesicht,
Sie blüht und glüht und leuchtet
Und starret stumm in die Höh';
Sie duftet und weinet und zittert
Vor Liebe und Liebesweh.
Op.25
no. 8 "Gottes ist der Orient!"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Robert Schumann, "Talismane", Op. 25 no. 8
See also:
Johann Karl
Gottfried Loewe (1796-1869), "Gottes ist der
Orient!", Op. 22, i. 5 (1829)
Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Okzident!
Nord und südliches Gelände
Ruht im Frieden seiner Hände.
Er, der einzige Gerechte,
Will für jedermann das Rechte.
Sei von seinen hundert Namen
Dieser hochgelobet! Amen.
Mich verwirren will das Irren;
Doch du weißt mich zu entwirren,
Wenn ich wandle, wenn ich dichte,
Gib du meinem Weg die Richte!
Op.25
no. 9 "Wie mit innigstem Behagen"
Text by Marianne von Willemer (1784-1860) except for the 3rd strophe, which is by Johann
Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Robert Schumann, "Talismane",
Op. 25 no. 9 "Lied der Suleika" (1840)
See also:
Giacomo Meyerbeer (1791-1864), "Suleika"
(1838)
Wie mit innigstem Behagen,
Lied, empfind'ich deinen Sinn,
Liebevoll du scheinst zu sagen,
Daß ich ihm zur Seite bin;
Daß er ewig mein gedenket,
Seiner Liebe Seligkeit,
Immerdar der Fernen schenket,
Die ein Leben ihm geweiht.
Ja, mein Herz es ist der Spiegel,
Freund, worin du dich erblickst,
Diese Brust, wo deine Siegel
Kuß auf Kuss hereingedrückt.
Süßes Dichten, lautre Wahrheit,
Fesselt mich in Sympathie,
Rein verkörpert Liebesklarheit
Im Gewand der Poesie!
Op.25
no. 10 "Die Hochländer-Witwe"
Text by Wilhelm Gerhard, after Robert Burns (1759-1796)
Music by Robert Schumann, "Talismane", Op. 25 no. 10
Ich bin gekommen ins Niederland, o weh!
So ausgeplündert haben sie mich, daß ich vor Hunger vergeh!
So war's in meinem Hochland nicht; o weh!
Ein hochbeglückter Weib, als ich, war nicht auf Tal und Höh!
Denn damals hatt' ich zwanzig Küh'; o weh!
Die gaben Milch und Butter mir, und weideten im Klee.
Und sechzig Schafe hatt' ich dort; o weh!
Die wärmten mich mit weichem Vliess bei Frost und Winterschnee.
Es konnte kein' im ganzen Clan sich grössern Glückes freu'n;
denn Donald war der schönste Mann, und Donald, der war mein!
So blieb's, so blieb's, bis Charlie Stuart kam, Alt-Schottland zu befrei'n;
da mußte Donald seinen Arm ihm und dem Lande leih'n.
Was sie befiel, wer weiß es nicht? Dem Unrecht wich das Recht,
und auf Cullodens blut'gem Feld erlagen Herr und Knecht.
O! Daß ich kam ins Niederland! o weh!
Nun gibt's kein unglücksel'ger Weib vom Hochland bis zur See!
Op.25
no. 11 "Lied der Braut I"
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Music by Robert Schumann, "Talismane", Op. 25 no. 11
Mutter, Mutter glaube nicht,
weil ich ihn lieb' all so sehr,
daß nun Liebe mir gebricht,
dich zu lieben, wie vorher.
Mutter, Mutter! seit ich ihn liebe
lieb' ich erst dich sehr.
Laß mich an mein Herz dich zieh'n,
und dich küssen, wie mich er!
Mutter, Mutter! seit ich ihn liebe,
lieb' ich erst dich ganz,
daß du mir das Sein verlieh'n,
das mir ward zu solchem Glanz.
Op.25
no. 12 "Lied der Braut II"
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Music by Robert Schumann, "Talismane", Op. 25 no. 12
Laß mich ihm am Busen hangen,
Mutter, Mutter! laß das Bangen.
Frage nicht: wie soll sich's wenden?
Frage nicht: wie soll das enden?
Enden? Enden soll sich's nie,
wenden? noch nicht weiß ich, wie!
Laß mich ihm am Busen hangen, laß mich!
Op.25
no. 13 "Hochländers Abschied"
Text by Wilhelm Gerhard after Robert Burns (1759-1796)
Music by Robert Schumann, "Talismane", Op. 25 no. 13
Mein Herz ist im Hochland,
Mein Herz ist nicht hier;
Mein Herz ist im Hochland
Im Waldes Revier;
Dort jagt es den Hirsch
Und verfolget das Reh;
Mein Herz ist im Hochland,
Wohin ich auch geh!
Leb' wohl, mein Hochland,
Mein heimischer Ort!
Die Wiege der Freiheit,
Des Mutes ist dort.
Wohin ich auch wandre,
Wo immer ich bin:
Auf die Berg', auf die Berge
Zieht es mich hin.
Lebt wohl, ihr Berge,
Bedecket mit Schnee!
Lebt wohl, ihr Täler,
Voll Blumen und Klee!
Lebt wohl, ihr Wälder,
Bemoostes Gestein,
Ihr stürzenden Bächlein
Im farbigen Schein!
Op.25
no. 14 "Hochländisches Wiegenlied"
Text by Wilhelm Gerhard after Robert Burns (1759-1796)
Music by Robert Schumann, "Talismane", Op. 25 no. 14
Schlafe, süßer, kleiner Donald,
Ebenbild des großen Ronald!
Wer ihm kleinen Dieb gebar,
weiß der edle Clan aufs Haar.
Schelm, hast Äuglein schwarz wie Kohlen!
Wenn du groß bist, stiehl ein Fohlen;
geh' die Eb'ne ab und zu,
bringe heim 'ne Carlisle Kuh!
Darfst in Niederland nicht fehlen;
dort, mein Bübchen, magst du stehlen;
stiehl dir Geld und stiehl dir Glück,
und ins Hochland komm zurück!
Op.25
no. 15 "Mein Herz ist schwer", aus den hebräischen Gesängen
Text by J. Körner after George Gordon Noel Byron, Lord Byron (1788-1824)
Music by Robert Schumann, "Talismane", Op. 25 no. 15
Mein Herz ist schwer!
- Auf! Von der Wand die Laute,
Nur sie allein mag ich noch hören,
Entlocke mit geschickter Hand
Ihr Töne, die das Herz betören.
Kann noch mein Herz ein Hoffen nähren,
Es zaubert diese Töne her,
Und birgt mein trocknes Auge Zähren,
Sie fließen, und mich brennt's nicht mehr!
Nur tief sei, wild der Töne Fluß,
Und von der Freude weggekehret!
Ja, Sänger, daß ich weinen muß,
Sonst wird das schwere Herz verzehret!
Denn sieh! Von Kummer ward's genähret,
Mit stummen Wachen trug es lang,
Und jetzt vom Äußersten belehret,
Da brech es oder heil im Sang.
Op.25
no. 16 "Rätsel"
Text by Karl Friedrich Ludwig Kannegießer (1781-1861) after Catherine Maria Fanshawe
(1765 1834)
Music by Robert Schumann, "Talismane",
Op. 25 no. 16
Es flüstert's der Himmel, es murrt es die Hölle,
Nur schwach klingt's nach in des Echos Welle,
Und kommt es zur Flut, so wird es stumm,
Auf den Höhn, da hörst du sein zwiefach Gesumm.
Das Schlachtengewühl liebt's, fliehet den Frieden,
Es ist nicht Männern noch Frauen beschieden,
Doch jeglichem Tier, nur mußt du's sezieren,
Nicht ist's in der Poesie zu erspüren,
Die Wissenschaft hat es, vor allem sie,
Die Gottesgelahrtheit und Philosophie.
Bei den Helden führt es den Vorsitz immer,
Doch mangelt's den Schwachen auch innerlich nimmer,
Es findet sich richtig in jedem Haus,
Denn ließe man's fehlen, so wär es aus.
In Griechenland klein, an des Tiber Borden
Ist's größer, am größten in Deutschland geworden.
Im Schatten birgt's sich, im Blümchen auch.
Du hauchst es täglich, es ist nur ein (was ist's?).
Op.25
no. 17 "Leis' rudern hier"
Text by Ferdinand Freiligrath (1810-1876) after Thomas Moore (1779-1852)
Music by Robert Schumann, "Venetianische Lied I", Op.
25 no. 17 (1840)
See also:
Adolf Jensen (1837-1879), "Leis'
rudern hier, mein Gondolier!", Op. 50 no. 4 (1874)
Leis' rudern hier,
mein Gondolier,
Leis', leis'!
Die Flut vom Ruder sprühn so leise.
Laß, daß sie uns nur
Vernimmt, zu der wir zieh'n!
O könnte, wie er schauen kann,
Der Himmel redentraun,
Er spräche vieles wohl von dem,
Was Nachts die Sterne schau'n!
Leis'!
Nun rasten hier,
Mein Gondolier,
Sacht, sacht!
Ins Boot die Ruder! sacht!
Auf zum Balkone schwing' ich mich,
doch du hältst unten Wacht,
O wollten halb so eifrig nur
dem Himmel wir uns weih'n,
als schöner Weiber diensten trau'n,
wir könnten Engel sein! Sacht!
Op.25
no. 18 "Venetianische Lied II"
Text by Ferdinand Freiligrath (1810-1876) after Thomas Moore (1779-1852)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 18 (1840): Zwei
venezianische Lieder no.1
See also:
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), Op. 57 no. 5 "Venetianisches Gondellied" , with another form of the
poem
Wenn durch die Piazetta
die Abendluft weht,
dann weißt du, Ninetta,
Wer wartend hier steht.
Du weißt, wer trotz Schleier
und Maske dich kennt,
Wie Amor die Venus
am Nachtfirmament.
Ein Schifferkleid trag ich
zur selbigen Zeit,
und zitternd dir sag' ich:
das Boot liegt bereit!
O komm, wo den Mond
noch Wolken umzieh'n,
laß durch die Lagunen,
mein Leben, uns flieh'n!
Op.25
no. 19 "Hauptmanns Weib"
Text by Wilhelm Gerhard , after Robert Burns (1759-1796) "The Captain's Lady"
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 19
Hoch zu Pferd!
Stahl auf zartem Leibe,
Helm und Schwert
Ziemen Hauptmanns Weibe.
Tönet Trommelschlag
Unter Pulverdampf,
Siehst du blut'gen Tag
Und dein Lieb im Kampf.
Schlagen wir den Feind,
Küssest du den Gatten,
Wohnst mit ihm vereint
In des Friedens Schatten.
Op.25
no. 20 "Weit, weit"
Text by Wilhelm Gerhard , after Robert Burns (1759-1796)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 20
Wie kann ich froh und munter sein und flink mich dreh'n bei meinem Leid?
Der schmucke Junge, der mich liebt, ist über die Berge weit, weit!
Was kümmert mich des Winters Frost,
und ob es draußen stürmt und schneit?
Im Auge blinkt die Träne mir, denk' ich an ihn, der weit, weit!
Er hat die Handschuh' mir geschenkt, das bunte Tuch, das seid'ne Kleid;
doch er, dem ich's zur Ehre trag', ist über die Berge weit, weit!
Op.25
no. 21 "Was will die einsame Träne"
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 21, "Was will die
einsame Träne"
See also:
Peter Cornelius (1824-1874), "Die
Heimkehr" (1848)
Robert Franz (1815-1892), Op. 34 no. 1,
"Was will die einsame Träne" (1861?)
Stephen (István) Heller (1813-1888),
"Was will die einsame Träne" (1830-8?)
Frank Valentine van der Stucken (1858-1929), "Einsame Träne", published 1892
Was will die einsame Träne?
Sie trübt mir ja den Blick.
Sie blieb aus alten Zelten
In meinem Auge zurück.
Sie hatte viel leuchtende Schwestern,
Die alle zerflossen sind,
Mit meinen Qualen und Freuden
Zerflossen in Nacht und Wind.
Wie Nebel sind auch zerflossen
Die blauen Sternelein,
Die mir jene Freuden und Qualen
Gelächelt ins Herz hinein.
Ach, meine Liebe selber
Zerfloß wie eitel Hauch!
Du alte, einsame Träne,
Zerfließe jetzunder auch!
Op.25
no. 22 "Niemand"
Text by Wilhelm Gerhard after Robert Burns (1759-1796)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 22
Ich hab' mein Weib allein,
Und teil' es, traun, mit niemand;
Nicht Hahnrei will ich sein,
Zum Hahnrei mach' ich niemand.
Ein Säckchen Gold ist mein,
Doch dafür dank' ich niemand;
Nichts hab' ich zu verleihn,
Und borgen soll mir niemand.
Ich bin nicht andrer Herr,
Und untertänig niemand;
Doch meine Klinge sticht,
Ich fürchte mich vor niemand.
Ein lust'ger Kauz bin ich,
Kopfhängerisch mit niemand;
Schiert niemand sich um mich,
So scher' ich mich um niemand.
Op.25 no. 23 "Im Westen"
Text by Wilhelm Gerhard after Robert Burns (1759-1796)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 23
Ich schau' über Forth hinüber nach Nord:
was helfen mir Nord und Hochlands Schnee?
Was Osten und Süd, wo die Sonne glüht,
das ferne Land und die wilde See?
Aus Westen winkt, wo die Sonne sinkt,
was mich im Schlummer und Traume beglückt;
im Westen wohnt, der mir Liebe lohnt,
mich und mein Kindlein ans Herz gedrückt.
Op.25 no. 24 "Du bist wie eine Blume"
Text by Heinrich Heine (1797-1856), published 1825
Music by Robert Schumann, "Du bist wie eine Blume", Op.
25 no. 24
See also:
Gerald Hugh Tyrwhitt-Wilson, Baron
Berners (1883-1950), "Du bist wie eine Blume" (1913-18), from Lieder Album, no.
1
(August Joseph) Norbert Burgmüller (1810-1836), "Lied",
Op. 3 no. 3 (1827-36?)
George Whitefield Chadwick (1854-1931), "Du bist wie eine
Blume", Op. 11 no. 3 (singable in German and English)
Adolph Martin Foerster (1854-1927), "Du bist wie eine Blume",
Op. 1 no. 1 (1877)
Gottfried Hermann (1808-1878), "Du bist wie eine Blume" (1843)
Charles Edward Ives (1874-1954),
"Du bist wie eine Blume", set in German (1891?)
Friedrich Wilhelm Kücken (1810-1882), "Du bist wie eine Blume"
Franz (Ferencz) Liszt (1811-1886),
"Du bist wie eine Blume", S. 287
Thorvald Otterström (1868-1942), "Du bist wie eine Blume",
published 1907
Sergei Vasil'jevich Rachmaninov (1873-1943),
"Ditja! Kak cvetok ty prekrasna", Op. 8 no. 2, in
Russian, translated by Aleksey Nikolayevich Pleshcheyev (1825-1893)
Léandre Schlegel (1844-1913), "Du bist wie eine Blume",
Op. 20 no. 3 (1900), from Deutsche Liebeslieder Frank Valentine
van der Stucken (1858-1929), "Wie eine Blume", Op. 29
no. 2, published 1904
Hugo Wolf (1860-1903),
"Du bist wie eine Blume", from Heine-Lieder no. 2
Du bist wie eine Blume
so hold und schön und rein;
ich schau' dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt',
betend, daß Gott dich erhalte
so rein und schön und hold.
Op.25
no. 25 "Aus den östlichen Rosen"
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Music by Robert Schumann, "Du bist wie eine Blume", Op.
25 no. 25
Ich sende einen Gruß wie Duft der Rosen,
Ich send' ihn an ein Rosenangesicht.
Ich sende einen Gruß wie Frühlingskosen,
Ich send' ihn an ein Aug voll Frühlingslicht.
Aus Schmerzensstürmen, die mein Herz durchtosen,
Send' ich den Hauch, dich unsanft rühr' er nicht!
Wenn du gedenkest an den Freudelosen,
So wird der Himmel meiner Nächte licht.
Op.25
no. 26 "Zum Schluß"
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Music by Robert Schumann, Op. 25 no. 26
Hier in diesen erdbeklommnen Lüften,
Wo die Wehmut taut,
Hab ich dir den unvollkommnen Kranz geflochten,
Schwester, Braut!
Wenn uns, droben aufgenommen,
Gottes Sohn entgegenschaut,
Wird die Liebe den vollkommnen Kranz uns flechten,
Schwester, Braut!
Op.27
no. 1 "Sag an, o lieber Vogel mein"
Text by Friedrich Hebbel (1813-1863)
Music by Robert Schumann, Op. 27 no. 1 (1840)
"Sag an, o lieber Vogel mein,
Sag an, wohin die Reise dein?"
Weiß nicht wohin,
Mich treibt der Sinn,
Drum muß der Pfad wohl richting sein.
"Sag an, o liebster Vogel mir,
Sag, was verspricht die Hoffnung dir?"
Ach, linde Luft
Und süßen Duft,
Und neuen Lenz verspricht sie mir.
"Du hast die schöne Ferne nie
Gesehen, und du glaubst an sie?"
Du frägst mich viel,
Und das ist Spiel,
Die Antwort aber macht mir Müh.
Nun zog in gläubig frommem Sinn
Der Vogel übers Meer dahin,
Und linde Luft
Und süßer Duft
Sie wurden wirklich sein Gewinn.
Op.27
no. 2 "Dem roten Röslein gleicht mein Lieb"
Text by Wilhelm Gerhard after Robert Burns (1759-1796)
Music by Robert Schumann, Op. 27 no. 2 (1840)
Dem roten Röslein gleicht mein Lieb,
Im Junimond erblüht,
Mein Lieb ist eine Melodei,
Vor der die Seele glüht;
Wie schön du bist, geliebte Maid,
Wie wird das Herz mir schwer,
Und lieben wird's dich immerdar,
Bis trocken Strom und Meer.
Und würden trocken Strom und Meer,
Und schmölzen Fels und Stein,
Ich würde dennoch lebenslang
Dir Herz und Seele weih'n.
Nun, holdes Liebchen, lebe wohl!
Leb' wohl, du süße Maid!
Bald kehr' ich wieder, wär' ich auch
Zehntausend Meilen weit.
Op.27
no. 3 "Was soll ich sagen?"
Text by Adelbert von Chamisso (1781-1838)
Music by Robert Schumann, Op. 27 no. 3
See also:
Edvard Grieg (1843-1907), Op.
2 no. 4 (1861)
Mein Aug' ist trüb,
Mein Mund ist stumm,
Du heißest mich reden,
Es sei darum!
Dein Aug' ist klar,
Dein Mund ist rot,
Und was du nur wünschest,
Das ist ein Gebot.
Mein Haar ist grau,
Mein Herz ist wund,
Du bist so jung
Und bist so gesund.
Du heißest mich reden,
Und machst mir's so schwer.
Ich seh' dich so an
Und zittre so sehr.
Op.27
no. 4 "Jasminenstrauch"
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Music by Robert Schumann, Op. 27 no. 4
Grün ist der Jasminenstrauch
Abends eingeschlafen,
Als ihn mit des Morgens Hauch
Sonnenlichter trafen,
Ist er schneeweiß aufgewacht:
"Wie geschah mir in der Nacht?"
Seht, so geht es Bäumen,
Die im Frühling träumen.
Op.27
no. 5 "Nur ein lächelnder Blick"
Text by Georg Wilhelm Zimmerman
Music by Robert Schumann, Op. 27 no. 5
Nur ein lächelnder Blick
Von deinem strahlenden Auge,
Und vom freudigen Lich
Fühl' ich mich innerst erhellt.
So erheitert am neblichten Tag
Ein freundlicher Strahl uns,
Wenn den düsteren Flor
Plötzlich die Sonne durchbricht.
Nur ein lächelnder Blick
Von deinem strahlenden Auge,
Und vom freudigen Lich
Fühl' ich mich innerst erhellt.
Nur ein liebliches Wort
Aus deinem rosigen Munde,
Und mein ganzes Sein
Fühl' ich belebend erquickt.
So durchduftet wie stark
Ein Tröpfchen Öl, von der Rose
Würz'ger Blume gepreßt,
Locken und Brust und Gewand.
Nur ein liebliches Wort
Aus deinem rosigen Munde,
Und mein ganzes Sein
Fühl' ich belebend erquickt.
Op.30
no. 1 "Der Knabe mit dem Wunderhorn"
Text by Emanuel von Geibel (1815-1884)
Music by Robert Schumann, Op. 30 no. 1 (1840)
Ich bin ein lust'ger Geselle,
Wer könnt auf Erden fröhlicher sein!
Mein Rößlein so helle,
Das trägt mich mit Windesschnelle
Ins blühende Leben hinein!
Es tönt an meinem Munde
Ein silbernes Horn von süßem Schall,
Es tönt wohl manche Stunde,
Von Fels und Wald in der Runde
Antwortet der Widerhall.
Und komm ich zu festlichen Tänzen,
Zu Scherz und Spiel im sonnigen Wald,
Wo schmachtende Augen mir glänzen
Und Blumen den Becher bekränzen,
Da schwing ich vom Roß mich alsbald.
Süß lockt die Gitarre zum Reigen,
Ich küsse die Mädchen, ich trinke den Wein;
Doch will hinter blühenden Zweigen
Die purpurne Sonne sich neigen,
Da muß geschieden sein.
Es zieht mich hinaus in die Ferne,
Ich gebe dem flüchtigen Rosse den Sporn,
Ade! Wohl blieb ich noch gerne,
Doch winken schon andre Sterne,
Und grüßend vertönet das Horn.
Op.30
no. 2 "Der Page"
Text by Emanuel von Geibel (1815-1884)
Music by Robert Schumann, Op. 30 no. 2 (1840)
Da ich nun entsagen müssen
Allen, was mein Herz erbeten,
Laß mich diese Stelle küssen,
Die dein schöner Fuß betreten.
Darf ich auch als Ritter nimmer
Dir beglückt zur Seite schreiten,
Laß mich doch als Pagen immer
In die Messe dich begleiten.
Will ja treu sein und verschwiegen,
Tags dem kleinsten Winke lauschen,
Nachts auf deiner Schwelle liegen,
Mag auch Sturm und Hagel rauschen.
Will dir stets mit sittgem Grüßen
Morgens frische Rosen bringen,
Will des Abends, dir zu Füßen,
Lieder zur Giarre singen.
Will den weißen Renner zäumen,
Wenn's dich lüstet, frisch zu jagen,
Will dir in des Waldes Räumen
Dienend Speer und Falken ragen;
Will auf deinen Liebeswegen
Selbst den Fackelträger machen,
Und am Tor mit blankem Degen,
Wenn du andre küsset, wachen.
Und das alles ohne Klage,
Ohne Flehn, nicht laut noch leise,
Wenn mir nach vollbrachtem TageZ
Nur ein Lächeln wird zum Preise,
Wenn gleich einem Segensterne,
Der mein ganzes Wesen lenket,
Nur dein Aug aus weiter Ferne
Einen einz'gen Strahl mir schenket.
Op.30
no. 3 "Der Hidalgo"
Text by Emanuel von Geibel (1815-1884)
Music by Robert Schumann, Op. 30 no. 3 (1840)
Es ist so süß zu scherzen
Mit Liedern und mit Herzen
Und mit den ernsten Streit!
Erglänzt des Mondes Schimmer,
Da treibt's mich fort vom Zimmer,
Durch Platz und Gassen weit;
Da bin zur Lieb' ich immer
Wie zum Gefecht bereit.
Die Schönen von Sevilla
Mit Fächern und Mantilla
Blicken den Strom entlang;
Sie lauschen mit Gefallen,
Wenn meine Lieder schallen
Zum Mandolinenklang.
Und dunkle Rosen fallen
Mir vom Balkon zum Dank.
Ich trage, wenn ich singe,
Die Zither und die Klinge
Vom Toledan'schen Stahl.
Ich sing an manchem Gitter
Und höhne manchen Ritter
Mit keckem Lied zumal,
Den Damen gilt die Zither,
Die Klinge dem Rival.
Auf denn zum Abenteuer,
Schon losch der Sonne Feuer
Jenseits der Berge aus.
Der Mondnacht Dämmrungsstunden,
Sie bringen Liebeskunden,
Sie bringen blut'gen Strauß,
Und Blumen oder Wunden
Trag morgen ich nach Haus.
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