Classical Music Dictionary
DictionaryOperaPhotosWorksLiederMp3sMidisShopTools
Lieder’s Composers
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
vuoto.gif (49 byte)

Robert Schumann

(1810 - 1856)
 

[ Schumann | Composers | Mp3 | Home Page ]

[ Robert Schumann Image]

linecomposer.gif (1935 byte)

The Lieder of Robert Schumman


Lieder – complete index

Lieder – index c:

Op. 42 "Frauenliebe und Leben; Frauenliebe, Liederkranz von Chamisso"
     a) Seit ich ihn gesehen
     b) Er, der Herrlichste von allen
     c) Ich kann's nicht fassen, nicht glauben
     d) Du Ring an meinem Finger
     e) Helft mir, ihr Schwestern
     f) Süßer Freund, du blickest
     g) An meinem Herzen, an meiner Brust
     h) Nun hast du mir den ersten Schmerz getan
Op.45 no. 1 "Der Schatzgräber"
Op.45 no. 2 "Es zogen zwei rüst'ge Gesellen"
Op.45 no. 3 "Wir saßen am Fischerhause"
Op. 48 "Dichterliebe"
     a) Im wunderschönen Monat Mai
     b) Aus meinen Tränen spriessen
     c) Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne
     d) Wenn ich in deine Augen seh'
     e) Ich will meine Seele tauchen
     f) Im Rhein, im schönen Strome
     g) Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht
     h) Und wüßten's die Blumen, die kleinen
     i) Das ist ein Flöten und Geigen
     j) Hör' ich das Liedchen klingen
     k) Ein Jüngling liebt ein Mädchen
     l) Am leuchtenden Sommermorgen
     m) Ich hab' im Traum geweinet
     n) Allnächtlich im Traume seh' ich dich
     o) Aus alten Märchen winkt es
     p) Die alten, bösen Lieder
Op.49 no. 1 "Nach Frankreich zogen zwei Grenadier"
Op.49 no. 2 "Die feindlichen Brüder"
Op.51 no. 1 "Ich blick in mein Herz und ich blick in die Welt"
Op.51 no. 2 "Volksliedchen"
Op.51 no. 4 "Auf dem Rhein"
Op.51 no. 5 "Dir zu eröffnen mein Herz verlangt mich"
Op.53 no. 1 "Blondels Lied"
Op.53 no. 2 "Loreley"
Op.53 no. 3 "Der arme Peter"
Op.57 "Belsatzar"
Op.59 no.3 "Jägerlied"
Op.59 no.4 "Die gute Nacht, die ich dir sage"
Op.62 no.3 "Schlachtgesang"
Op.64 no.1 "Die Soldatenbraut"
Op.64 no.2 "Früh, wann die Hähne krähn"
Op.64 no.3a "Entflieh mit mir und sei mein Weib"
Op.64 no.3b "Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht"

Op. 42 "Frauenliebe und Leben; Frauenliebe, Liederkranz von Chamisso"
 
Texts by Adelbert von Chamisso (1781-1838)
Music by Robert Schumann, "Frauenliebe und Leben", Op. 42
 
See also:
 
Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), "Frauenliebe, Liederkranz von Chamisso", Op. 60 (1836)
 
 

a) Seit ich ihn gesehen
b) Er, der Herrlichste von allen
c) Ich kann's nicht fassen, nicht glauben
d) Du Ring an meinem Finger
e) Helft mir, ihr Schwestern
f) Süßer Freund, du blickest
g) An meinem Herzen, an meiner Brust
h) Nun hast du mir den ersten Schmerz getan

a) Seit ich ihn gesehen
 
See also:

Franz Paul Lachner (1803-1890), Op. 82 (1831)
 
 
Seit ich ihn gesehen,
Glaub ich blind zu sein;
Wo ich hin nur blicke,
Seh ich ihn allein;
Wie im wachen Traume
Schwebt sein Bild mir vor,
Taucht aus tiefstem Dunkel,
Heller nur empor.
 
Sonst ist licht - und farblos
Alles um mich her,
Nach der Schwestern Spiele
Nicht begehr ich mehr,
Möchte lieber weinen,
Still im Kämmerlein;
Seit ich ihn gesehen,
Glaub ich blind zu sein.

b) Er, der Herrlichste von allen
 
 
Er, der Herrlichste von allen,
Wie so milde, wie so gut!
Holde Lippen, klares Auge,
Heller Sinn und fester Mut.
 
So wie dort in blauer Tiefe,
Hell und herrlich, jener Stern,
Also er an meinem Himmel,
Hell und herrlich, hehr und fern.
 
Wandle, wandle deine Bahnen,
Nur betrachten deinen Schein,
Nur in Demut ihn betrachten,
Selig nur und traurig sein!
 
Höre nicht mein stilles Beten,
Deinem Glücke nur geweiht;
Darfst mich niedre Magd nicht kennen,
Hoher Stern der Herrlichkeit!
 
Nur die Würdigste von allen
Darf beglücken deine Wahl,
Und ich will die Hohe segnen,
Segnen viele tausendmal.
 
Will mich freuen dann und weinen,
Selig, selig bin ich dann;
Sollte mir das Herz auch brechen,
Brich, O Herz, was liegt daran?

c) Ich kann's nicht fassen, nicht glauben
 
 
Ich kann's nicht fassen, nicht glauben,
Es hat ein Traum mich berückt;
Wie hätt er doch unter allen
Mich Arme erhöht und beglückt?
 
Mir war's, er habe gesprochen:
"Ich bin auf ewig dein",
Mir war's - ich träume noch immer,
Es kann ja nimmer so sein.
 
O laß im Traume mich sterben,
Gewieget an seiner Brust,
Den seligsten Tod mich schlürfen
In Tränen unendlicher Lust.

d) Du Ring an meinem Finger
 
 
Du Ring an meinem Finger,
Mein goldenes Ringelein,
Ich drücke dich fromm an die Lippen,
Dich fromm an das Herze mein.
 
Ich hatt ihn ausgeträumet,
Der Kindheit friedlich schönen Traum,
Ich fand allein mich, verloren
Im öden, unendlichen Raum.
 
Du Ring an meinem Finger
Da hast du mich erst belehrt,
Hast meinem Blick erschlossen
Des Lebens unendlichen, tiefen Wert.
 
Ich will ihm dienen, ihm leben,
Ihm angehören ganz,
Hin selber mich geben und finden
Verklärt mich in seinem Glanz.
 
Du Ring an meinem Finger,
Mein goldenes Ringelein,
Ich drücke dich fromm an die Lippen
Dich fromm an das Herze mein.

e) Helft mir, ihr Schwestern
 
 
Helft mir, ihr Schwestern,
Freundlich mich schmücken,
Dient der Glücklichen heute mir,
Windet geschäftig
Mir um die Stirne
Noch der blühenden Myrte Zier.
 
Als ich befriedigt,
Freudigen Herzens,
Sonst dem Geliebten im Arme lag,
Immer noch rief er,
Sehnsucht im Herzen,
Ungeduldig den heutigen Tag.
 
Helft mir, ihr Schwestern,
Helft mir verscheuchen
Eine törichte Bangigkeit,
Daß ich mit klarem
Aug ihn empfange,
Ihn, die Quelle der Freudigkeit.
 
Bist, mein Geliebter,
Du mir erschienen,
Giebst du mir, Sonne, deinen Schein?
Laß mich in Andacht,
Laß mich in Demut,
Laß mich verneigen dem Herren mein.
 
Streuet ihm, Schwestern,
Streuet ihm Blumen,
Bringet ihm knospende Rosen dar,
Aber euch, Schwestern,
Grüß ich mit Wehmut
Freudig scheidend aus eurer Schar.

f) Süßer Freund, du blickest
 
 
Süßer Freund, du blickest
Mich verwundert an,
Kannst es nicht begreifen,
Wie ich weinen kann;
Laß der feuchten Perlen
Ungewohnte Zier
Freudighell erzittern
In dem Auge mir.
 
Wie so bang mein Busen,
Wie so wonnevoll!
Wüßt ich nur mit Worten,
Wie ich's sagen soll;
Komm und birg dein Antlitz
Hier an meiner Brust,
Will in's Ohr dir flüstern
Alle meine Lust.
 
Weißt dur nun die Tränen,
Die ich weinen kann?
Sollst du nicht sie sehen,
Du geliebter Mann?
Bleib an meinem Herzen,
Fühle dessen Schlag,
Daß ich fest und fester
Nur dich drücken mag.
 
Hier an meinem Bette
Hat die Wiege Raum,
Wo sie still verberge
Meinen holden Traum;
Kommen wird der Morgen,
Wo der Traum erwacht,
Und daraus dein Bildnis
Mir entgegen lacht.

g) An meinem Herzen, an meiner Brust
 
See also:

Louis Ferdinand, Prinz von Preußen (b. 1907), "Liebesglück", published 1966
 
 
An meinem Herzen, an meiner Brust,
Du meine Wonne, du meine Lust!
Das Glück ist die Liebe, die Lieb ist das Glück,
Ich hab's gesagt und nehm's nicht zurück.
Hab überschwenglich mich geschätzt
Bin überglücklich aber jetzt.
Nur die da säugt, nur die da liebt
Das Kind, dem sie die Nahrung giebt;
Nur eine Mutter weiß allein
Was lieben heißt und glücklich sein.
O, wie bedaur' ich doch den Mann,
Der Mutterglück nicht fühlen kann!
Du lieber, lieber Engel, du
Du schauest mich an und lächelst dazu!
An meinem Herzen, an meiner Brust,
Du meine Wonne, du meine Lust!

h) Nun hast du mir den ersten Schmerz getan
 
See also:

Ernest Vietor (fl. 1905-1930), Op. 14 no. 8, 1936
 
 
Nun hast du mir den ersten Schmerz getan,
Der aber traf.
Du schläfst, du harter, unbarmherz'ger Mann,
Der Todesschlaf.
 
Es blicket die Verlaßne vor sich hin,
Die Welt is leer.
Geliebet hab ich und gelebt, ich bin
Nicht lebend mehr.
 
Ich zieh mich in mein Innres still zurück,
Der Schleier fällt,
Da hab ich dich und mein verlornes Glück,
Du meine Welt!

Op.45 no. 1 "Der Schatzgräber"
 
Text by Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857)
Music by Robert Schumann, Op. 45 no. 1 (1840)
 


Wenn alle Wälder schliefen,
Er an zu graben hub,
Rastlos in Berges Tiefen
Nach einem Schatz er grub.
Die Engel Gottes sangen
Dieweil in stiller Nacht,
Wie rote Augen drangen
Metalle aus dem Schacht.
"Und wirst doch mein,
Und wirst doch mein!"
Und grimmer wühlt er
Und wühlt hinab!
"Und wirst doch mein,
Und wirst doch mein!"
Da stürzen Steine und Trümmer
Über den Narren herab.
Hohnlachen wild erschallte
Aus der verfallnen Gruft,
Der Engelsang verhallte
Wehmütig in der Luft.

Op.45 no. 2 "Es zogen zwei rüst'ge Gesellen"
 
Text by Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857)
Music by Robert Schumann, "Frühlingsfahrt", Op. 45 no. 2 (1840)

See also:

Johann Vesque von Püttlingen (1803-1883), "Die zwei Gesellen", Op. 52 no. 3 (185-?)

 
Es zogen zwei rüst'ge Gesellen
Zum erstenmal von Haus,
So jubelnd recht in die hellen,
Klingenden, singenden Wellen
Des vollen Frühlings hinaus.
Die strebten nach hohen Dingen,
Die wollten, trotz Lust und Schmerz,
Was Recht's in der Welt vollbringen,
Und wenn sie vorüber gingen,
Da lachten Sinnen und Herz -
Der erste, der fand ein Liebchen,
Die Schwieger kauft' Hof und Haus;
Der wiegte gar bald ein Bübchen,
Und sah aus heimlichem Stübchen
Behaglich ins Feld hinaus.
Dem zweiten sangen und logen
Die tausend Stimmen im Grund,
Verlockend' Sirenen, und zogen
Ihn in die buhlenden Wogen,
In der Wogen farbigen Schlund.
Und wie er auftaucht' vom Schlunde,
Da war er müde und alt,
Sein Schifflein das lag im Grunde,
So still war's rings in der Runde,
Und über dem Wasser weht's kalt.
Es singen und klingen die Wellen
Des Frühlings wohl über mir;
Und seh' ich so kecke Gesellen,
Die Tränen im Auge mir schwellen -
Ach, Gott, führ' uns liebreich zu Dir!

Op.45 no. 3 "Wir saßen am Fischerhause"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, "Abends am Strand", Op. 45 no. 3

See also:

Johann Vesque von Püttlingen (1803-1883), "Am Meere", Op. 22 no. 2, published 1851, from Heimkehr, no. 7
 


Wir saßen am Fischerhause,
Und schauten nach der See;
Die Abendnebel kamen,
Und stiegen in die Höh'.
Im Leuchtturm wurden die Lichter
Allmählich angesteckt,
Und in der weiten Ferne
Ward noch ein Schiff entdeckt.
Wir sprachen von Sturm und Schiffbruch,
Vom Seemann, und wie er lebt,
Und zwischen Himmel und Wasser,
Und Angst und Freude schwebt.
Wir sprachen von fernen Küsten,
Vom Süden und vom Nord,
Und von den seltsamen Menschen
Und seltsamen Sitten dort.
Am Ganges duftet's und leuchtet's,
Und Riesenbäume blühn,
Und schöne, stille Menschen
Vor Lotosblumen knien.
In Lappland sind schmutzige Leute,
Plattköpfig, breitmäulig, klein;
Sie kauern ums Feuer und backen
Sich Fische, und quäken und schrein.
Die Mädchen horchten ernsthaft,
Und endlich sprach niemand mehr;
Das Schiff war nicht mehr sichtbar,
Es dunkelte gar zu sehr.

Op. 48 "Dichterliebe"
 
Texts by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, Op. 48
 

aa) Im wunderschönen Monat Mai
bb) Aus meinen Tränen spriessen
cc) Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne
dd) Wenn ich in deine Augen seh'
ee) Ich will meine Seele tauchen
ff) Im Rhein, im schönen Strome
gg) Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht
hh) Und wüßten's die Blumen, die kleinen
ii) Das ist ein Flöten und Geigen
jj) Hör' ich das Liedchen klingen
kk) Ein Jüngling liebt ein Mädchen
ll) Am leuchtenden Sommermorgen
mm) Ich hab' im Traum geweinet
nn) Allnächtlich im Traume seh' ich dich
oo) Aus alten Märchen winkt es
pp) Die alten, bösen Lieder

aa) Im wunderschönen Monat Mai
 
Text also set by other composers.
 
 
Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.
 
Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab' ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.

bb) Aus meinen Tränen spriessen
 
Text also set by other composers.
 
 
Aus meinen Tränen sprießen
Viel blühende Blumen hervor,
Und meine Seufzer werden
Ein Nachtigallenchor.
 
Und wenn du mich lieb hast, Kindchen,
Schenk' ich dir die Blumen all',
Und vor deinem Fenster soll klingen
Das Lied der Nachtigall.

cc) Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne
 
Text also set by other composers.
 
 
Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne,
Die liebt' ich einst alle in Liebeswonne.
Ich lieb' sie nicht mehr, ich liebe alleine
Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;
Sie selber, aller Liebe Wonne,
Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.
Ich liebe alleine
Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine.

dd) Wenn ich in deine Augen seh'
 
Text also set by other composers.
 
 
Wenn ich in deine Augen seh',
So schwindet all' mein Leid und Weh;
Doch wenn ich küße deinen Mund,
So werd' ich ganz und gar gesund.
 
Wenn ich mich lehn' an deine Brust,
Kommt's über mich wie Himmelslust;
Doch wenn du sprichst: ich liebe dich!
So muß ich weinen bitterlich.

ee) Ich will meine Seele tauchen
 
Text also set by other composers.
 
 
Ich will meine Seele tauchen
In den Kelch der Lilie hinein;
Die Lilie soll klingend hauchen
Ein Lied von der Liebsten mein.
 
Das Lied soll schauern und beben
Wie der Kuß von ihrem Mund,
Den sie mir einst gegeben
In wunderbar süßer Stund'.

ff) Im Rhein, im schönen Strome
 
Text also set by other composers.
 
 
Im Rhein, im [heiligen] Strome,
Da spiegelt sich in den Wellen
Mit seinem großen Dome
Das große, heil'ge Köln.
 
Im Dom da steht ein Bildnis,
Auf goldnem Leder gemalt;
In meines Lebens Wildnis
Hat's freundlich hineingestrahlt.
 
Es schweben Blumen und Eng'lein
Um unsre liebe Frau;
Die Augen, die Lippen, die Wänglein,
Die gleichen der Liebsten genau.

gg) Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht
 
Text also set by other composers.
 
 
Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,
Ewig verlor'nes Lieb ! Ich grolle nicht.
Wie du auch strahlst in Diamantenpracht,
Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.
Das weiß ich längst.
 
Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,
Ich sah dich ja im Traume,
Und sah die Nacht in deines Herzens Raume,
Und sah die Schlang', die dir am Herzen frißt,
Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.
Ich grolle nicht.

hh) Und wüßten's die Blumen, die kleinen
 
Text also set by other composers.
 
 
Und wüßten's die Blumen, die kleinen,
Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen,
Zu heilen meinen Schmerz.
 
Und wüßten's die Nachtigallen,
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallen
Erquickenden Gesang.
 
Und wüßten sie mein Wehe,
Die goldenen Sternelein,
[Die] kämen aus ihrer Höhe,
Und sprächen Trost mir ein.
 
Sie alle können's nicht wissen,
Nur eine kennt meinen Schmerz;
[Er] hat ja selbst zerrissen,
Zerrissen mir das Herz.

ii) Das ist ein Flöten und Geigen
 
 
Das ist ein Flöten und Geigen,
Trompeten schmettern darein;
Da tanzt wohl den Hochzeitsreigen
Die Herzallerliebste mein.
 
Das ist ein Klingen und Dröhnen,
Ein Pauken und ein Schalmei'n;
Dazwischen schluchzen und stöhnen
Die lieblichen Engelein.

jj) Hör' ich das Liedchen klingen
 
Text also set by other composers.
 
 
Hör' ich das Liedchen klingen,
Das einst die Liebste sang,
So will mir die Brust zerspringen
Von wildem Schmerzendrang.
 
Es treibt mich ein dunkles Sehnen
Hinauf zur Waldeshöh',
Dort löst sich auf in Tränen
Mein übergroßes Weh'.

kk) Ein Jüngling liebt ein Mädchen
 
Text also set by other composers.
 
 
Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
Die hat einen andern erwählt;
Der andre liebt eine andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.
 
Das Mädchen nimmt aus Ärger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.
 
Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

ll) Am leuchtenden Sommermorgen
 
Text also set by other composers.
 
 
Am leuchtenden Sommermorgen
Geh' ich im Garten herum.
Es flüstern und sprechen die Blumen,
Ich aber wandle stumm.
 
Es flüstern und sprechen die Blumen,
Und schaun mitleidig mich an:
Sei unsrer Schwester nicht böse,
Du trauriger blasser Mann.

mm) Ich hab' im Traum geweinet
 
Text also set by other composers.
 
 
Ich hab' im Traum geweinet,
Mir träumte, du lägest im Grab.
Ich wachte auf, und die Träne
Floß noch von der Wange herab.
 
Ich hab' im Traum geweinet,
Mir träumt', du verließest mich.
Ich wachte auf, und ich weinte
Noch lange bitterlich.
 
Ich hab' im Traum geweinet,
Mir träumte, du wär'st mir noch gut.
Ich wachte auf, und noch immer
Strömt meine Tränenflut.

nn) Allnächtlich im Traume seh' ich dich
 
Text also set by other composers.
 
 
Allnächtlich im Traume seh' ich dich
Und sehe dich freundlich grüßen,
Und laut aufweinend stürz' ich mich
Zu deinen süßen Füßen.
 
Du siehest mich an wehmütiglich
Und schüttelst das blonde Köpfchen;
Aus deinen Augen schleichen sich
Die Perlentränentröpfchen.
 
Du sagst mir heimlich ein leises Wort
Und gibst mir den Strauß von Cypressen.
Ich wache auf, und der Strauß ist fort,
Und 's Wort hab' ich vergessen.

oo) Aus alten Märchen winkt es
 
Aus alten Märchen winkt es
Hervor mit weißer Hand,
Da singt es und da klingt es
Von einem Zauberland;
 
Wo bunte Blumen blühen
Im gold'nen Abendlicht,
Und lieblich duftend glühen,
Mit bräutlichem Gesicht;
 
Und grüne Bäume singen
Uralte Melodei'n,
Die Lüfte heimlich klingen,
Und Vögel schmettern drein;
 
Und Nebelbilder steigen
Wohl aus der Erd' hervor,
Und tanzen luft'gen Reigen
Im wunderlichen Chor;
 
Und blaue Funken brennen
An jedem Blatt und Reis,
Und rote Lichter rennen
Im irren, wirren Kreis;
 
Und laute Quellen brechen
Aus wildem Marmorstein.
Und seltsam in den Bächen
Strahlt fort der Widerschein.
 
Ach, könnt' ich dorthin kommen,
Und dort mein Herz erfreu'n,
Und aller Qual entnommen,
Und frei und selig sein!
 
Ach! jenes Land der Wonne,
Das seh' ich oft im Traum,
Doch kommt die Morgensonne,
Zerfließt's wie eitel Schaum.

pp) Die alten, bösen Lieder
 
 
Die alten, bösen Lieder,
Die Träume bös' und arg,
Die laßt uns jetzt begraben,
Holt einen großen Sarg.
 
Hinein leg' ich gar manches,
Doch sag' ich noch nicht, was;
Der Sarg muß sein noch größer,
Wie's Heidelberger Faß.
 
Und holt eine Totenbahre
Und Bretter fest und dick;
Auch muß sie sein noch länger,
Als wie zu Mainz die Brück'.
 
Und holt mir auch zwölf Riesen,
Die müssen noch stärker sein
Als wie der starke Christoph
Im Dom zu Köln am Rhein.
 
Die sollen den Sarg forttragen,
Und senken ins Meer hinab;
Denn solchem großen Sarge
Gebührt ein großes Grab.
 
Wißt ihr, warum der Sarg wohl
So groß und schwer mag sein?
Ich senkt' auch meine Liebe
Und meinen Schmerz hinein.

Op.49 no. 1 "Nach Frankreich zogen zwei Grenadier"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, "Die beiden Grenadiere", Op. 49 no. 1

See also:

Karl Gottlieb Reissiger (1798-1859), "Die Grenadiere", Op. 95 no. 1
Richard Wagner (1813-1883), "Les deux grenadiers", in French translation

 
Nach Frankreich zogen zwei Grenadier,
Die waren in Rußland gefangen.
Und als sie kamen ins deutsche Quartier,
Sie ließen die Köpfe hangen.
Da hörten sie beide die traurige Mär:
Daß Frankreich verloren gegangen,
Besiegt und geschlagen das tapfere Heer
Und das Kaiser, der Kaiser gefangen.
Da weinten zusammen die Grenadier
Wohl ob der kläglichen Kunde.
Der eine sprach: "Wie weh wird mir,
Wie brennt meine alte Wunde!"
Der andre sprach: "Das Lied ist aus,
Auch ich möcht mit dir sterben,
Doch hab ich Weib und Kind zu Haus,
Die ohne mich verderben."
"Was schert mich Weib, was schert mich Kind,
Ich trage weit beßres Verlangen;
Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind -
Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!
Gewähr mir, Bruder, eine Bitt:
Wenn ich jetzt sterben werde,
So nimm meine Leiche nach Frankreich mit,
Begrab mich in Frankreichs Erde.
Das Ehrenkreuz am roten Band
Sollst du aufs Herz mir legen;
Die Flinte gib mir in die Hand,
Und gürt mir um den Degen.
So will ich liegen und horchen still,
Wie eine Schildwach, im Grabe,
Bis einst ich höre Kanonengebrüll
Und wiehernder Rosse Getrabe.
Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab,
Viel Schwerter klirren und blitzen;
Dann steig ich gewaffnet hervor aus dem Grab -
Den Kaiser, den Kaiser zu schützen!"

Op.49 no. 2 "Die feindlichen Brüder"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, Op. 49 no. 2
 


Oben auf des Berges Spitze
Liegt das Schloß in Nacht gehüllt;
Doch im TTale leuchten Blitze,
Helle Schwerter klirren wild.
Das sind Brüder, die dort fechten
Grimmen Zweikampf, wutentbrannt.
Sprich, warum die Brüder rechten
Mit dem Schwertte in der Hand?
Gräfin Lauras Augenfunken
Zündeten den Brüderstreit.
Beide glühen liebestrunken
Für die adlig holde Maid.
Welchem aber von den beiden
Wendet sich ihr Herze zu?
Kein Ergrübeln kann's entscheiden -
Schwert heraus, entscheide du!
Und sie fechten kühn verwegen,
Hieb auf Hiebe niederkracht's.
Hütet euch, ihr wilden Degen.
Grausig Blendwerk schleicht des Nachts.
Wehe! Wehe! blut'ge Brüder!
Wehe! Wehe! blut'ges Tal!
Beide Kämpfer stürzen nieder,
Einer in des andern Stahl. -
Viel Jahrhunderte verwehen,
Viel Geschlechter deckt das Grab;
Traurig von des Berges Höhen
Schaut das öde Schloß herab.
Aber nachts, im Talesgrunde,
Wandelt's heimlich, wunderbar;
Wenn da kommt die zwölfte Stunde,
Kämpfet dort das Brüderpaar.

Op.51 no. 1 "Ich blick in mein Herz und ich blick in die Welt"
 
Text by Emanuel von Geibel (1815-1884)
Music by Robert Schumann, "Sehnsucht", Op. 51 no. 1 (1840)

See also:

Johanna Mockel Kinkel (Johanna Mathieux) (1810-1858), "Sehnsucht nach Griechenland", Op. 6 no. 1
Ludwig Spohr (1784-1859), "Sehnsucht", Op. 103, from Sechs deutsche Lieder für eine Singstimme, Klarinette und Klavier, no. 3

 
Ich blick in mein Herz und ich blick in die Welt,
Bis von schwimmenden Auge die Träne mir fällt,
Wohl leuchtet die Ferne mit goldenem Licht,
Doch hällt mich der Nord, ich erreiche sie nicht.
O die Schranken so eng und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit, so flüchtig die Zeit.
Ich weiß ein Land, wo aus sonnigem Grün
Um versunkene Tempel die Trauben glühn,
Wo die purpurne Woge das Ufer beschäumt
Und von kommenden Sängern der Lorbeer träumt.
Fern lockt es und winkt dem verlangenden Sinn,
Und ich kann nicht hin, ich kann nicht hin.
O hätt' ich Flügel durch Blau der Luft,
Wie wollt ich baden im Sonnenduft!
Doch umsonst! Und Stunde auf Stunde entflieht,
Vertraure die Jugend, begrabe das Lied.
O die Schranken so eng und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit, so flüchtig die Zeit.

Op.51 no. 2 "Volksliedchen"
 
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Music by Robert Schumann, Op. 51 no. 2 (1840)

 
Wenn ich früh in den garten geh'
In meinem grünen Hut,
Ist mein erter gedanken,
Was nun mein Liebster tut?
Am Himmel steht kein Stern,
Den ich dem Freund nicht gönnte.
Mein Herz gäb' ich ihm gern,
Wenn ich's heraus tun könnte.

Op.51 no. 4 "Auf dem Rhein"
 
Text by Karl Leberecht Immermann (1769-1840)
Music by Robert Schumann, Op. 51 no. 4 (1840)
 


Auf deinem Grunde haben
Sie an verborgnem Ort
Den goldnen Schatz begraben,
Der Nibelungen Hort.
Ihn wahren deine Wellen
Bis an den Jüngsten Tag,
Zu der geheimen Stellen
Kein Räuber dringen mag.
Mir ward ins Herz gesenket
Ein Schatz, gleich wie dem Rhein,
Er ist darin ertränket,
Wird ewig drinnen sein.

Op.51 no. 5 "Dir zu eröffnen mein Herz verlangt mich"
 
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Robert Schumann, "Liebeslied", Op. 51 no. 5 (1842)

See also:

Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Aus der Fernen", 1816

 
Dir zu eröffnen mein Herz verlangt mich;
Hört' ich von deinem, darnach verlangt mich;
Wie blickt so traurig die Welt mich an!
In meinem Sinne wohnet mein Freund nur,
Und sonsten keiner und keine Feindesspur.
Wie Sonnenaufgang ward mir ein Vorsatz!
Mein Leben will ich nur zum Geschläfte
Von seiner Liebe machen,
Ich denke seiner, mir blutet das Herz,
Kraft hab' ich keine als ihn zu lieben,
So recht im Stillen; was soll das werden!
Will ihn umarmen und kann es nicht.

Op.53 no. 1 "Blondels Lied"
 
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Music by Robert Schumann, Op. 53 no. 1 (1840)

Spähend nach dem Eisengitter
Bei des Mondes hellem Schein,
Steht ein Minst'rel mit der Zither
Vor dem Schlosse Dürrenstein,
Stimmt sein Spiel zu sanfter Weise
Und beginnt sein Lied dazu,
Denn ein Ahnen sagt ihm leise:
"Suche treu, so findest du!"
König Richard, Held von Osten,
Sankst du wirklich schon hinab?
Muß dein Schwert im Meere rosten,
Oder deckt dich fern ein Grab?
Suchend dich auf allen Wegen,
Wallt dein Minst'rel ohne Ruh',
Denn ihm sagt ein leises Regen:
"Suche treu, so findest du!"
Hoffe, Richard, und vertraue,
Treue lenk und leitet mich.
Und im fernen Heimatgaue
Betet Liebe still für dich.
Blondel folget deinen Bahnen,
Margot winkt dir sehnend zu,
Deinem Minst'rel sagt ein Ahnen:
"Suche treu, so findest du!"
Horch, da tönt es leise, leise
Aus dem Burgverließ empor,
Eine wohlbekannte Weise
Klingt an Blondels lauschend Ohr.
Wie ein Freundesruf, ein trauter,
Schallt sein eigen Lied ihm zu,
Und sein Ahnen sagt ihm lauter:
"Suche treu, so findest du!"
Was er sang, das singt er wieder,
Wieder tönt es ihm zurück,
Süßes Echo klingt hernieder,
Keine Täuschung, sichres Glück!
Den er sucht auf seinen Bahnen,
Ach, sein König ruft ihm zu,
Nicht vergebens war sein Ahnen:
"Suche treu, so findest du!"
Heimwärts fliegt er mit der Kunde,
Da war Leid und Freude groß,
Fliegt zurück mit edler Runde,
Kauft den teuren König los.
Rings umstaunt vom frohen Kreise,
Stürzt der Held dem Sänger zu;
Gut bewährt hat sich die Weise:
"Suche treu, so findest du!"

Op.53 no. 2 "Loreley"
 
Text by (Auguste) Wilhelmine Lorenz (1784-1861)
Music by Robert Schumann, Op. 53 no. 2
 


Es flüstern und rauschen die Wogen
Wohl über ihr stilles Haus.
Es ruft eine Stimme: "Gedenke mein!
Bei stiller Nacht im Vollmondschein!
Gedenke mein!"
Und flüsternd ziehen die Wogen
Wohl über ihr stilles Haus.
"Gedenke mein!"

Op.53 no. 3 "Der arme Peter"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, Op. 53 no. 3 (1840)
 



Der Hans und die Grete tanzen herum,
Und jauchzen vor lauter Freude.
Der Peter steht so still und so stumm,
Und ist so blaß wie Kreide.
Der Hans und die Grete sind Bräut'gam und Braut,
Und blitzen im Hochzeitsgeschmeide.
Der arme Peter die Nägel kaut
Und geht im Werkeltagkleide.
Der Peter spricht leise vor sich her,
Und schauet betrübet auf beide:
Ach! wenn ich nicht gar zu vernünftig wär',
Ich täte mir was zuleide.
II
"In meiner Brust, da sitzt ein Weh,
Das will die Brust zersprengen;
Und wo ich steh' und wo ich geh',
Will's mich von hinnen drängen."
"Es treibt mich nach der Liebsten Näh',
Als könnt die Grete heilen;
Doch wenn ich der ins Auge seh',
Muß ich von hinnen eilen."
"Ich steig' hinauf des Berges Höh',
Dort ist man doch alleine;
Und wenn ich still dort oben steh',
Dann steh' ich still und weine."
III
Der arme Peter wankt vorbei,
Gar langsam, leichenblaß und scheu.
Es bleiben fast, wie sie ihn sehn,
Die Leute auf den Straßen stehn.
Die Mädchen flüstern sich ins Ohr;
"Der stieg wohl aus dem Grab hervor."
Ach nein, ihr lieben Jungfräulein,
Der steigt erst in das Grab hinein.
Er hat verloren seinen Schatz,
Drum ist das Grab der beste Platz,
Wo er am besten liegen mag
Und schlafen bis zum Jüngsten Tag.

Op.57 "Belsatzar"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, Op. 57 (1840)
 


Die Mitternacht zog näher schon;
In stummer Ruh' lag Babylon.
Nur oben in des Königs Schloß,
Da flackert's, da lärmt des Königs Troß.
Dort oben, in dem Königsaal,
Belsatzar hielt sein Königsmahl.
Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,
Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.
Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht;
So klang es dem störrigen Könige recht.
Des Königs Wangen leuchten Glut;
Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.
Und blindlings reißt der Mut ihn fort;
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.
Und er brüstet sich frech und lästert wild;
Die Knechteschar ihm Beifall brüllt.
Der König rief mit stolzem Blick;
Der Diener eilt und kehrt zurück.
Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;
Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt.
Und der König ergriff mit frevler Hand
Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.
Und er leert ihn hastig bis auf den Grund,
Und rufet laut mit schäumendem Mund:
Jehova! dir künd' ich auf ewig Hohn -
Ich bin der König von Babylon!
Doch kaum das grause Wort verklang,
Dem König ward's heimlich im Busen bang.
Das gellende Lachen verstummte zumal;
Es wurde leichenstill im Saal.
Und sieh! und sieh! an weißer Wand,
Da kam's hervor wie Menschenhand;
Und schrieb und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.
Der König stieren Blicks da saß,
Mit schlotternden Knien und totenblaß.
Die Knechteschar saß kalt durchgraut,
Und saß gar still, gab keinen Laut.
Die Magier kamen, doch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.
Belsatzar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht.

Op.59 no.3 "Jägerlied"
 
Text by Eduard Mörike (1804-1875)
Music by Robert Schumann, Op. 59 no.3 (1846)

See also:

Hugo Distler (1908-1942), Op. 19, ii, 3 and Op. 19, iii, 4 (1939), from Mörike-Chorliederbuch
Robert Kahn (1865-1951), Op. 12 no. 1 (1891)
Peter Jona Korn (b. 1922), Op. 24 no. 3, published 1964
Joseph Marx (1882-1964), Op. 42 no. 3 (1941)
Felix Weingartner (1863-1942), Op. 41 no. 5, from Frühlings- und Liebeslieder, published 1906
Hugo Wolf (1860-1903), from Mörike-Lieder no. 4

 
Zierlich ist des Vogels Tritt im Schnee,
wenn er wandelt auf des Berges Höh':
zierlicher schreibt Liebchens liebe Hand,
schreibt ein Brieflein mir in ferne Land'.
In die Lüfte hoch ein Reiher steigt,
dahin weder Pfeil noch Kugel fleugt:
Tausendmal so hoch und so geschwind
die Gedanken treuer Liebe sind.

Op.59 no.4 "Die gute Nacht, die ich dir sage"
 
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Music by Robert Schumann, "Gute Nacht", Op. 59 no. 4 (1846)

See also:

Wilhelm Kienzl (1857-1941), "Aus dem IV. Strauss: Wiedergewonnen", Op. 11 no. 5 (187-?), from Liebesfrühling
Clara Wieck Schumann (1819-1896), "Die gute Nacht"

 
Die gute Nacht, die ich dir sage,
Freund, hörest du!
Ein Engel, der die Botschaft trage
Geht ab und zu.
Er bringt sie dir und hat mir wieder
den Gruß gebracht:
Dir sagen auch des Freundes Lieder
jetzt gute Nacht.

Op.62 no.3 "Schlachtgesang"
 
Text by Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), verses 1-3, 6, 7, 13, 14 of the original poem

Music by Robert Schumann, Op. 62 no. 3 (1847)

See also:

Franz Schubert
(1797-1828), D. 443

 
Mit unserm Arm ist nichts getan;
Steht uns der Mächtige nicht bei,
Der Alles ausführt!
Umsonst entflamt uns kühner Mut,
Wenn uns der Sieg von Dem nicht wird,
Der Alles ausführt!
Vergebens fließet unser Blut
Fürs Vaterland, wenn Der nicht hilft,
Der Alles ausführt!
Auf, in den Flammendampf hinein!
Wir lächelten dem Tode zu
Und lächeln, Feind', euch zu!
Der Tanz, den unsre Trommel schlägt,
Der laute schöne Kriegestanz,
Er tanzet hin nach euch!
Durch ihn und uns ist nichts getan,
Steht uns der Mächtige nicht bei,
Der Alles ausführt!
Dort dampft es noch. Hinein, hinein!
Wir lächelten dem Tode zu
Und lächeln, Feind' euch zu!

Op.64 no.1 "Die Soldatenbraut"
 
Text by Eduard Mörike (1804-1875)
Music by Robert Schumann, Op. 64 no. 1

See also:

Hugo Distler (1908-1942), Op. 19, ii, no. 6 (1939), from Mörike-Chorliederbuch
(Philipp) Friedrich Silcher (1789-1860)

 
Ach, wenn's nur der König auch wüßt',
Wie wacker mein Schätzelein ist!
Für den König, da ließ' er sein Blut,
Für mich aber eben so gut.
Mein Schatz hat kein band und kein' Stern,
Kein Kreuz wie die vornehmen Herrn,
Mein Schatz wird auch kein General;
Hätt' er nur seinen Abschied einmal!
Es scheinen drei Sterne so hell
Dort über Marien-Kapell;
Da knüpft uns ein rosenrot' Band,
Und ein Hauskreuz ist auch bei der Hand.

Op.64 no.2 "Früh, wann die Hähne krähn"
 
Text by Eduard Mörike (1804-1875)
Music by Robert Schumann, "Das verlassene Mägdlein", Op. 64 no. 2

See also:

Ignaz Brüll (1846-1907), "Das verlassene Mägdlein", Op. 5, ii, 1 (186-?)
Hugo Distler (1908-1942), "Das verlassene Mägdlein", Op. 19, ii, 10, (1939), from Mörike Chorliederbuch
Gustav Eggers (1835-1861), "Das verlassene Mägdlein", Op. 2 no. 3, published 1857
Robert Franz (1815-1892), "In Leid versunken", Op. 27 no. 4, published 1870?
Hermann (Gustav) Goetz (1840-1876), "Das verlassene Mägdlein", Op. 12 no. 5 (1868-76)
Erik Meyer-Helmund (1861-1932), "Das verlassene Mädchen", 1886-88
Hans Erich Pfitzner (1869-1949), "Das verlassene Mägdlein", Op. 30 no. 2
Hugo Wolf (1860-1903), "Das verlassene Mägdlein", from Mörike-Lieder, no. 7

 
Früh, wann die Hähne krähn,
Eh die Sternlein schwinden,
Muß ich am Herde stehn,
Muß Feuer zünden.
Schön ist der Flamme Schein,
Es springen die Funken.
Ich schaue so darein,
in Leid versunken.
Plötzlich, da kommt es mir,
Treuloser Knabe,
Daß ich die Nacht von dir
Geträumet habe.
Träne auf Träne dann
Stürzet hernieder;
So kommt der Tag heran -
O ging er wieder!

Op.64 no.3a "Entflieh mit mir und sei mein Weib"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, "Tragödie I", Op. 64 no. 3a

See also:

Charles Tomlinson Griffes (1884-1920), "Tragödie I", A10 (1903-11?)
Thorvald Otterström (1868-1942), "Entflieh' mit mir", published 1907.
Frank Valentine van der Stucken (1858-1929), "Tragödie I", Op. 30 no. 1, published 1904
 


Entflieh mit mir und sei mein Weib,
Und ruh an meinem Herzen aus;
In weiter Ferne sei mein Herz
Dein Vaterland und Vaterhaus.
Entfliehn wir nicht, so sterb' ich hier
Und du bist einsam und allein;
Und bleibst du auch im Vaterhaus,
Wirst doch wie in der Fremde sein.

Op.64 no.3b "Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht"
 
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Robert Schumann, "Tragödie I", Op. 64 no. 3b

See also:

Charles Tomlinson Griffes (1884-1920), "Tragödie II", A11 (1903-11?)
Thorvald Otterström (1868-1942), "Es fiel ein Reif", published 1907
Clara Wieck Schumann (1819-1896), "Volkslied"
Frank Valentine van der Stucken (1858-1929), "Tragödie II", Op. 30 no. 2, published 1904

 
Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht,
er fiel auf die zarten Blaublümelein:
Sie sind verwelket, verdorrt.
Ein Jüngling hatte ein Mädchen lieb;
sie flohen heimlich von Hause fort,
es wußt' weder Vater noch Mutter.
Sie sind gewandert hin und her,
sie haben gehabt weder Glück noch Stern,
sie sind gestorben, verdorben.

- Karadar Bertoldi Ensemble - Studio Informatico Anesin -