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Lieder’s Composers
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Henri Vieuxtemps

(1820 - 1881)

[ VieuxtempsComposers | Mp3 | Home Page ]

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The Lieder of Henri Vieuxtemps


Lieder – index:

1) An Sie
2) Der tote Müller
3) Entschluß
4) Von den Engeln und Störchen
5) Wehmut

1. "An Sie"
 

Text by Hermann Flachsland
Music by Henri Vieuxtemps

Du bist so tief, so unergründlich,
Wie ein Rätsel deutungsvoll,
Bald weich und wild, bald unempfindlich,
Bewegt von Liebe oder Groll...
 
Du bist so schön, wenn du begehrend
Im Auge Liebesflammen trägst,
Und schöner noch, wenn du gewährend
Die seid'ne Wimper niederschlägst.
 
Du bist so wild in deinem Feuer,
So stürmisch sonder Rast und Ruh,
Und doch ist keine keine treuer
Und keine züchtiger wie du.
 
Du bist so hold, so sanft und innig,
Wenn du zum Kuß herab mich ziehst,
Und doch so kalt, so eigensinnig,
Wenn zürnend du von hinnen fliehst.
 
Du bist so still, von Leid getroffen,
So düster und so marmorbleich,
Doch in der Freude warm und offen
Der aufgeblühten Rose gleich.
 
Du bist so fromm wie eine Taube
Und doch dabei so schlangenklug,
Das schönste Rätsel, wie ich glaube,
Das je die dunkle Erde trug.
 
Und weil du just so unverständlich
Und doch so offen bist und klar,
Ist meine Liebe undendlich
Und so tief, so heilig und so wahr...

2. "Der tote Müller"
 
 
Text by Andreas Justinus Kerner (1786-1862)
Music by Henri Vieuxtemps

Die Sterne überm Tale stehn.
Das Mühlrad nur man hört.
Zum kranken Müller muß ich gehn,
Er hat den Freund begehrt.
 
Ich steig' hinab den Felsenstein.
Es donnert dumpf die Mühle
Und eine Glocke tönt darein.
Die Arbeit ist am Ziele.
 
In Müllers Kammer tret' ich ein.
Starr liegt das Greisen Hülle.
Es stockt sein Herz, die Pulse ruhn
Und draußen auch wird's stille.
 
Die treuen Lieben weinen sehr.
Still bleibt sein Herz und kühle.
Die Wasser fließen wohl daher,
Still aber steht die Mühle.

3. "Entschluß"
 
 
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Henri Vieuxtemps

Sie kommt in diese stillen Gründe.
Ich wag' es heut mit kühnem Mut!
Was soll ich beben vor dem Kinde,
Das niemand was zu Leide tut?
 
Es grüssen Alle sie so gerne,
Ich geh' vorbei und wag es nicht,
Und zu dem allerschönsten Sterne
Erheb' ich nie mein Angesicht.
 
Die Blumen, die nach ihr sich beugen,
Die Vögel mit dem Lust gesang,
Sie dürfen Liebe ihr bezeugen,
Warum ist mir allein so bang?
 
Dem Himmel hab' ich oft geklaget
In langen Nächten bitterlich
Und habe nie vor ihr gewaget
Das eine Wort: Ich liebe dich!
 
Ich will mich lagern unterm Baume,
Da wandelt täglich sie vorbei,
Dann will ich reden als im Traume,
Wie sie mein süßes Leben sei.
 
Ich will - oh weh! welch ein Schrecken!
Sie kommt heran, sie wird mich sehn!
Ich will mich in den Busch verstecken,
Da seh' ich sie vorübergehn...

4. "Von den Engeln und Störchen"
 
 
Text by Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857)
Music by Henri Vieuxtemps

Im Frühling auf grünem Hügel,
Da sassen viel Engelein.
Die putzten sich ihre Flügel
Und spielten im Sonnenschein.
 
Da kamen Störche gezogen
Und jeder sich eines nahm
Und ist damit fortgeflogen
Bis daß er zu Menschen kam.
 
Und wo er anklopfte bescheiden,
Der kluge Adolar,
Da war das Haus voller Freuden,
So geht es noch alle Jahr.

5. "Ich kann wohl manchmal singen"
 
 
Text by Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857)
Music by Henri Vieuxtemps, "Wehmut"
 
See also: 

Adolph Martin Foerster (1854-1927), "Wehmut", op. 6 no. 2 (1878)
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), "Ich kann wohl manchmal singen" (1846)
Othmar Schoeck (1886-1957), "Wehmut", op. 36 (1923), from Elegie, no. 1
Robert Schumann (1810-1856), "Wehmut", op. 39 (1840), from Liederkreis, no. 9

Ich kann wohl manchmal singen,
Als ob ich fröhlich sei,
Doch heimlich Tränen dringen,
Da wird das Herz mir frei.
 
Es lassen Nachtigallen,
Spielt draußen Frühlingsluft,
Der Sehnsucht Lied erschallen
Aus ihres Kerkers Gruft.
 
Da lauschen alle Herzen,
Und alles ist erfreut,
Doch keiner fühlt die Schmerzen,

Im Lied das tiefe Leid.