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Komponisten
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Orlando Gibbons

(1583 - 1625)

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Die Biographie von Orlando Gibbons

 

Englischer Komponist von geistlicher Musik, Madrigalen und Instrumentalmusik: wie es sich für einen Komponisten geziemt, der das berühmte Madrigal The Silver Swan hervorbrachte, repräsentiert Orlando Gibbons schon fast den Abgesang des goldenen Zeitalters der englischen Vokal- und Instrumentalmusik.

Unter Königin Elizabeth I. gehörten die englischen Komponisten zu den brillantesten und berühmtesten in ganz Europa.

Gibbons, der beim Tode der Königin erst 20 Jahre alt war, führte diese große Tradition in der Regierungszeit James' I. weiter, sie erhielt sich noch eine beträchtliche Zeit am Leben.
 

- MIDI FILE – "The Silver Swan" (0’51’’)
 

Elizabeths Vater, Henry VIII., war es gewesen, der dem Papst getrotzt und die Church of England gegründet hatte.

Infolgedessen setzte sich im Gottesdienst der Gebrauch des Englischen immer stärker gegen den des Lateinischen durch. Gleichzeitig wurde das Bedürfnis nach einer Musik laut, die ein deutliches Verständnis des englischen Textes erlaubte.

Gibbons war einer der frühesten und bedeutendsten Komponisten, die dieser Forderung Genüge taten, und gilt heute als Begründer der anglikanischen Kirchenmusik.

Neben geistlicher Musik und Madrigalen schrieb Gibbons auch für die Viole und das Virginal.

1611 steuerte er sechs Stücke zu der Sammlung Parthenia bei, dem ersten Buch mit Virginalmusik, das in England erschien: die Musik für das Virginal, einer Abart des Cembalos, ist ausschließlich britischen Ursprungs.

Er komponierte auch viel Tanzmusik, und zwar häufig Gruppen kontrastierender Tänze.

Besonders geschickt zeigte er sich in der Variationsform, sowohl im Sinne einer Ausschmückung des Originals wie bei harmonischen Veränderungen.

Daneben beherrschte er ganz ausgezeichnet alle Tasteninstrumente, wenn auch seine Musik uns heute ein wenig trocken anmutet.
 

- MIDI FILE - Pavane (2'05'')


Gibbons war zunächst Chorsänger am King's College in Cambridge und wurde um 1604 zum Organisten an der Chapel Royal bestellt.

1619 wurde er Hofvirginalist, 1623 auch Organist an der Westminster Abbey.
 

- MIDI FILE - Voluntary in A minor (3'14'')
 

Gibbons starb unerwartet an einem Schlaganfall, als alle Mitglieder der Chapel Royal sich in Canterbury befanden und mit König Charles I. auf die Ankunft von dessen Braut Henrietta Maria aus Frankreich warteten.

Gibbons' Sohn Christopher erbte einen Teil des Talents seines Vaters und wurde ebenfalls Organist an der Westminster Abbey.