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Johannes Ockeghem

(um 1425 - 1495)

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Die Biographie von Johannes Ockeghem

 

Niederländischer Komponist: er war Chorknabe an der Kathedrale in Antwerpen, dann Kapellsänger bei Herzog Charles I. von Bourbon und seit 1453 Mitglied der Kapelle König Karls VII. von Frankreich; dort wurde ihm eine einträgliche geistliche Pfründe zuteil.

Bei seinem Tod wurde er von den angesehensten Musikern der Zeit, die seine Schüler gewesen waren, in Werken betrauert (am berühmtesten die Lamentation von Josquin Desprez); auch Erasmus von Rotterdam verfaßte ein Gedicht auf das Ableben des "guten Vaters" Ockeghem.

Erstaunlich war daher, daß seine Musik binnen kurzer Frist fast vergessen war.

Der Grund dafür war, daß Ockeghems Werk trotz zukunftsträchtiger Andeutungen noch das gotische Mittelalter verkörperte, während seine Schüler - voran Josquin - schon der Renaissance angehörten.

Diese Stellung an der Grenze einer Musikepoche führte zur Verkennung seiner Kunst als bloßer Künstelei.

Tatsächlich aber bedeutete Ockeghem die höchste Vollendung der niederländischen Polyphonie.
 

MIDI FILE Canon epidiatesseron (2’13’’)
 

Die Linienführung der einzelnen Stimmen folgt nur noch dem Gesetz der "varietas", der ständigen Verwandlung einzelner Motive.

Auf diese Weise entsteht der Eindruck einer dahinflutenden Grenzenlosigkeit, die man als musikalisches Spiegelbild spätmittelalterlicher Mystik angesehen hat.

 

Die Hauptwerke von Johannes Ockeghem

 

The most important works of J. Ockeghem