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Francoise Andrè Philidor

(1726 - 1795)

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Die Biographie von Francoise Andrè Philidor

 

Französischer Komponist; der berühmteste Sproß einer großen französischen Musikerfamilie, deren ursprünglicher Name Danican lautete.

Ludwig XIII. (1610-1643) verlieh den Beinamen Philidor zuerst einem Michel Danican, um ihn durch den Vergleich mit dem Oboisten Filidori zu ehren.

Die größte Leidenschaft im Leben François Philidors war jedoch zunächst nicht die Musik, sondern das Schachspiel.

Zwar hatte er Harmonielehre bei Andrè Campra studiert, doch widmete er mehrere Jahre seines Lebens ausschließlich dem Königlichen Spiel.

Er war der überragendste Spieler nicht nur in Frankreich, sondern auch in Holland, Deutschland und England; sein Ansehen entsprach dem eines heutigen Schachweltmeisters.

Erst 1754 vermochte ihn Diderot dazu zu überreden, nach Paris, das er auf der Flucht Vor Gläubigern verlassen hatte, zurückzukehren und seine musikalische Laufbahn fortzusetzen.

Philidors erste Kompositionen nach seiner Rückkehr nach Paris waren seine Motets à grand chœur.

Er begann auch, opéras-comiques zu schreiben, wobei das Frühwerk Blaise le savetier besonders erfolgreich war.

Zwei weitere komische Opern basierten auf erfolgreichen Romanen jener Zeit - Sancho Pança dans son isle (Don Quixote) und Tom Jones.

Zwei seiner besten Werke gehören jedoch einer ganz anderen Welt an - die tragische Oper Ernelinde, princesse de Norvège, und das Requiem, das er 1766 anläßlich des zweiten Todestages von Rameau schrieb.

Trotzdem war in all diesen Jahren sein Interesse am Schachspiel nicht erloschen.

1749 erschien sein berühmtes Lehrbuch L’Analyse du jeu des Échecs, in dem er den noch heute gültigen Satz prägte: "Die Bauern sind die Seele des Schachspiels".

Bei einem seiner Londoner Aufenthalte, 1792, erfuhr Philidor, daß ihn die französische Revolutionsregierung als Emigrant auf eine schwarze Liste gesetzt hatte, so daß ihm die Rückkehr verwehrt war.

Noch bevor es seiner Familie gelang, ihn von dieser Liste streichen zu lassen, war der Komponist gestorben.

Der Beitrag, den Philidor zur Entwicklung der frühen französischen opéra comique geleistet hat, wird heute höher eingeschätzt als der seiner Zeitgenossen Grètry und Monsigny.

Zu einer Zeit, als die französischen Bühnen von den leichten Opern überquollen, mit denen Duni und andere ein Vermögen verdienten, zeigen Philidors Werke größere Originalität als die seiner Rivalen.