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Heinrich Schütz

(1585 - 1672)

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Die Biographie von Heinrich Schütz

 

Deutscher Komponist: Schützens Leistungen in der Kirchenmusik stehen ebenbürtig neben denen seines großen Nachfolgers Johann Sebastian Bach und sichern ihm einen Platz unter den größten deutschen Komponisten.

Schütz kam in Köstritz in Thüringen zur Welt. Sein Vater Christoph Schütz, einer wohlhabenden Familie entstammend, war zuletzt Bürgermeister von Weißenfels, wo er auch den noch heute stehenden Gasthof "zum Schützen" besaß.

Mit 13 Jahren kam Schütz als Kapellknabe an das Collegium Maritianum in Kassel, welches Landgraf Moritz der Gelehrte von Hessen eingerichtet hatte; hieran schloß sich ein kurzes Jurastudium in Marburg.

1609 ermöglichte der Landgraf Schütz das Musikstudium bei Gabrieli in Venedig; diesen hat Schütz zeit seines Lebens als seinen verehrten Lehrer betrachtet.

Als Schütz 1613 nach Deutschland zurückkehrte, war er zunächst als Hoforganist in Kassel tätig.

Aber bereits im folgenden Jahr begann der selbstherrliche Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen, sich für Schütz zu interessieren und auf Landgraf Moritz Druck auszuüben, so daß ein widerstrebender Schütz an die Hofkapelle nach Dresden ging, deren Kapellmeister er 1617 wurde.

Als er im Jahre 1619 Magdalena Wildeck heiratete, begann eine äußerst schöpferische Periode; noch im gleichen Jahr erschien sein erstes großes Werk im Druck, die Psalmen Davids op. 2.

In dieselbe Zeit fällt vermutlich das nur handschriftlich erhaltene, großartige lateinische Magnificat. 1625 erschien eine Sammlung vierstimmiger Motetten, die Cantiones sacrae op. 4.

Der 1618 ausgebrochene Dreißigjährige Krieg mit seinen Schrecken und Nöten ging auch an den Verwandten und Freunden Schützens nicht spurlos vorüber.

So starb 1625 seine Frau Magdalena, 1630 sein Freund Johann Hermann Schein, der Thomaskantor aus Leipzig. 1628 trat Schütz noch einmal eine einjährige Reise nach Italian an, um sich in Venedig mit Monteverdi und der neuen italienischen Monodie vertraut zu machen.

Diesen neuen Stil erprobte Schütz in seiner Sammlung lateinischer Motetten, deren erster Teil 1629 in Venedig unter dem Titel Symphoniae sacrae erschien.

- MIDI FILE - "Cantate Domino canticum novum (3'41'')

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MIDI FILE – Geistliche Chormusik No.10 (2’42’’)

Schon 1627 hatte er die Musik zu dem Bühnenwerk Dafne vollendet, der ersten deutschen Oper, die als Meilenstein in der Geschichte der deutschen Musik zu gelten hat, jedoch, wie alle Bühnenwerke Schützens, zum Beispiel auch das Opernballett Orpheus von 1638, verloren ist.

Von der Bühnenmusik des Meisters zeugt nur die erhaltene Chorszene Da pacem von 1627.

Die Interesselosigkeit seines Kurfürsten und die Wirren des Dreißigjährigen Krieges führten dazu, daß Schütz in dieser Zeit verschiedene Stellungen an deutschen Höfen übernahm und von 1633 bis 1635 auch Kapellmeister in Kopenhagen war.

In dieser Zeit der Wirren entstanden die Kleinen geistlichen Konzerte I und II (1636 bzw. 1639), das Miniaturoratorium Die sieben Worte Jesu am Kreuze (ungefähr um 1645 entstanden) und eine zweite Sammlung der Symphoniae sacrae, die 1647 erschien.

In diesen ausdrucksstarken und innigen Werken trägt Schütz zum Teil der beschränkten Aufführungspraxis des Krieges Rechnung.

Nach Beendigung des Krieges beteiligte sich Schütz nach Kräften an dem Wiederaufbau des Dresdner Musiklebens, doch kam es immer wieder zu Spannungen mit seinem Brotherrn.

In dieser musikalisch produktiven Zeit komponierte er die Geistliche Chormusik (1647) - eine Sammlung von 29 deutschen Motetten -, und ein drittes Buch von Symphoniae sacrae (1650).

Der Tod des Kurfürsten befreite Schütz 1656 von seinen Pflichten als Kapellmeister; in den nun folgenden Alterswerken erreichte Schützens Kunst ihre höchste Meisterschaft.

1664 erschien in Dresden die Historia der freuden- und gnadenreichen Geburt Gottes und Marien Sohnes, ein Werk, in dem die musikgeschichtliche Forschung den Ausgangspunkt des deutschen Oratoriums erkennt.

Zwischen 1664 und 1666 vollendete Schütz seine gewaltigen Passionen nach Matthäus, Lukas und Johannes, in denen er mit sparsamsten Mitteln dramatische Wirkung erzielt.

Den krönenden Abschluß seines Lebenswerkes bildete das achtstimmige Deutsche Magnificat von 1671.

Im Alter von 87 Jahren ist Schütz in Dresden gestorben.

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