Agostino Steffani (1654 - 1728) [ Biographie | Photo Gallery | Home Page ] |
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Die Biographie von Agostino Steffani |
Italienischer Komponist, geistlicher Würdenträger und Diplomat, Steffani gehörte zu den ersten italienischen Komponisten, die die italienische Oper an den daran interessierten Höfen von München und Hannover bekanntmachten. In seiner Jugend fiel er schon bald durch seine schöne Singstimme auf, und er war noch nicht lange Chorsänger, als ihn Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern beim Karneval in Venedig singen hörte. Der Kurfürst sorgte dafür, daß Steffani vom Chorsingen freigestellt wurde, und nahm ihn 1667 mit nach Bayern; hier wurde für den Unterhalt des jungen Mannes gesorgt und er in allen Wissenszweigen ausgebildet. 1675 wurde er zum Hoforganisten in München bestellt. 1678/79 unternahm er eine Reise, die ihn u. a. nach Paris führte, wo er Lully hörte. Die Begegnung mit diesem Komponisten sollte später für sein eigenes Schaffen bedeutsam werden; 1680 wurde Steffani zum Priester geweiht, um die Jahreswende 1680- 81 zum Kammermusikdirektor und später zum Vizekapellmeister unter dem repräsentationsbewußten und kunstsinnigen bayerischen Kurfürsten Max Emanuel ernannt. Hatte er anfänglich geistliche Musik, Messen und Motetten komponiert, so wandte er seine Aufmerksamkeit bald weltlichen Werken zu und schrieb etwa 18 Bühnenwerke sowie Madrigale; 1688 wurde in München seine Oper "Niobe" aufgeführt. Von Bayern wandte sich Steffani nach Hannover, wo er 1689 vom späteren Kurfürsten Ernst August zum Kapellmeister ernannt wurde; auch für Hannover schrieb Steffani mehrere Bühnenwerke. Gegen Ende des Jahrhunderts verlegte der Komponist seine Tätigkeit immer stärker auf das Gebiet der Diplomatie; 1706 ernannte ihn Papst Clemens XI. zum Bischof von Spiga. Seine Karriere als internationaler Unterhändler ließ ihm immer weniger Zeit zum Komponieren, wenn er auch niemals ganz aufhörte, außergewöhnliche Musik zu schreiben: aus Gründen der Arbeitsüberlastung war er gezwungen, seinen Posten als Kapellmeister in Hannover aufzugeben und an Händel zu übertragen; in ganz Europa hoch verehrt, starb Steffani in Frankfurt.
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