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Komponisten
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Ralph Vaughan-Williams

(1872 - 1958)

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Die Biographie von Ralph Vaughan-Williams

 

Englischer Komponist: nichts in seiner Erziehung deutete auf den radikalen Bruch mit der englischen Musik des 19. Jahrhunderts hin, den er vollzogen hat.

Als Sohn eines Geistlichen war er in den Traditionen der Kirchen- und Chormusik bestens bewandert.

Seine Studien bei Parry und Stanford am Royal College of Music waren durchaus solide, und alles andere als auf Neues gerichtet, und darauffolgender Unterricht bei Max Bruch in Deutschland konnte eigentlich auch nur wieder einen englisch-deutschen Komponisten aus ihm machen.

Er war gehemmt und unglücklich, weil er wußte, was er sagen wollte, aber nicht wie.

Er war bereits um die Dreißig, als er auf die English Folk Music Society aufmerksam wurde, die ein paar Jahre zuvor von Sharp gegründet worden war.

MIDI FILE - Fantasia Tallis (14'15'')

Urplötzlich wandelten sich sein Leben und sein Kompositionsstil; gemeinsam mit seinem Freund Holst suchte er nach Quellen der Volksmusik und notierte Stücke, die noch nirgends festgehalten waren.

Sein Interesse war nicht ausschließlich akademisch: nach einem Jagdausflug durch Norfolk kehrte er mit Stoff für drei Norfolk Rapsodies und In the Fen Country zurück, Orchesterwerke, in denen er zu seiner musikalischen Sprache fand.

Viele künftige Stücke zeigten den Einfluß der Volksmusik, wenn auch nicht immer in ihrer melodischen Gestalt, so aber doch in Stil und Stimmung.

Seine Vorliebe für die englische Musik des sechzehnten Jahrhunderts hatte ganz ähnliche Auswirkungen.

Nachdem er endlich eine musikalische Ausdrucksmöglichkeit gefunden hatte, begann für Vaughan Williams ein langes arbeitsreiches Leben, in dem neun Symphonien, zahlreiche Lieder und Stücke sakraler Musik und fünf Opern entstanden.

Nicht alles, was er geschrieben hat, klang pastoral und friedlich; die Vierte und die Sechste Symphonie waren voll von bedrohlichen Dissonanzen, aus denen manche Hörer die Greuel des Krieges herauszuhören meinten.

Williams war ein Freund der Dichtkunst und glaubte in Walt Whitman einen hervorragenden Librettisten für A Sea Symphony zu finden.

Er vergaß auch seine kirchenfromme Erziehung nicht. Seine Hymnen - darunter besonders For all the Saints - dürften seine bekanntesten Werke sein.

Er war ein statiöser, freundlicher Mann, immer bescheiden in der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.

Noch mit Sechsunddreißig ging er zu Ravel, um sich wie er sagte - "ein wenig französischen Schliff" zu holen: er kehrte trotzdem unverbesserlich englisch wieder.

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