Lieder Index:
1. "Die Bekehrte"
2. "Es ist bestimmt in Gottes Rat"
3. "Es war einmal ein König"
4. "Es war eine Ratt' im Kellernest"
5. "Lied des Unmuts"
6. "Schlechter Trost"
7. "Unter den Linden"
8. "Zigeunerlied"
1. "Die
Bekehrte"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Ferruccio Busoni
See also:
Armin Knab (1881-1951), 1924-46
Václav Jan K`rtitel Tomá`sek (1774-1850), op. 54 no. 3 (1815?), from
Gedichte von Goethe, II:3
Hugo Wolf (1860-1903), from
Goethe-Lieder no. 27
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), 1807
Bei dem Glanz der Abendröte
Ging ich still den Wald entlang,
Damon saß und blies die Flöte,
Daß es von den Felsen klang,
So la la! . . .
Und er zog mich an sich nieder,
Küßte mich so hold und süß.
Und ich sagte: Blase wieder!
Und der gute Junge blies,
So la la! . . .
Meine Ruhe ist nun verloren,
Meine Freude floh davon,
Und ich höre vor meinen Ohren
Immer nur den alten Ton,
So la la, le ralla! . . .
2. "Es
ist bestimmt in Gottes Rat"
Text by Ernst Freiherr von Feuchtersleben (1806-1849)
Music by Ferruccio Busoni, "Es ist bestimmt in Gottes Rat", op. 24 no. 2 (1879)
See also:
Felix
Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), "Volkslied", op. 47 no. 4
(1839)
Othmar Schoeck (1886-1957), "Es ist bestimmt in Gottes Rat",
ohne opus 24 (1906)
Richard Wagner (1813-1883),
"Es ist bestimmt in Gottes Rat" (1858), WWV 92
Es ist bestimmt in Gottes Rat,
Daß man vom Liebsten, was man hat,
Muß scheiden;
Wie wohl doch nichts im Lauf der Welt
Dem Herzen ach! so sauer fällt,
Als Scheiden! ja Scheiden!
So dir geschenkt ein Knösplein was,
So tu' es in ein Wasserglas,
Doch wisse:
Blüht morgen dir ein Röslein auf,
Es welkt wohl schon die Nacht darauf,
Das wisse! ja wisse!
Und hat dir Gott ein Lieb bescheert,
Und hältst du sie recht innigwert,
Die Deine,
Es wird nur wenig Zeit wohlsein,
Da läßt sie dich so gar allein,
Dann weine! ja weine!
Nun mußt du mich auch recht versteh'n,
Ja recht versteh'n!
Wenn Menschen aus einander geh'n,
So sagen sie: auf Wiederseh'n! auf Wiederseh'n!
3. "Es
war einmal ein König"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from Faust
Music by Ferruccio Busoni (1886-1924), "Lied des Mephistopheles aus Goethes
Faust", publised 1964
See also:
Ludwig van Beethoven (1770-1827),
"Aus Goethe's Faust", op. 75 no. 3 (1809). ("Lied des Mephistopheles in
Auerbachs Keller, or "Mephistos Flohlied")
Richard Wagner (1813-1883),
"Lied des Mephistopheles I", op. 5, from Sieben Kompositionen zu Goethes Faust,
no. 4.
Hector Berlioz (set in
French) (1803-1869), 1829, "Histoire d'une Puce"
Es war einmal ein König,
Der hatt' einen großen Floh,
Den liebt' er gar nicht wenig,
Als wie seinen eig'nen Sohn.
Da rief er seinen Schneider,
Der Schneider kam heran;
"Da, miß dem Junker Kleider
Und miß ihm Hosen an!"
In Sammet und in Seide
War er nun angetan,
Hatte Bänder auf dem Kleide,
Hatt' auch ein Kreuz daran,
Und war sogleich Minister,
Und hatt einen großen Stern.
Da wurden seine Geschwister
Bei Hof auch große Herrn.
Und Herrn und Frau'n am Hofe,
Die waren sehr geplagt,
Die Königin und die Zofe
Gestochen und genagt,
Und durften sie nicht knicken,
Und weg sie jucken nicht.
Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.
4. "Es
war eine Ratt' im Kellernest"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Ferruccio Busoni (1886-1924), "Lied des Brander" (1938)
See also:
Fürst Antoni Henryk Radziwill (1775-1833), "Es war
eine Ratt' im Kellernest" (1809-19).
Richard Wagner (1813-1883),
"Branders Lied", op. 5 (1831-1832), from Sieben Kompositionen zu Goethes Faust,
no. 3.
Es war eine Ratt' im Kellernest,
Lebte nur von Fett und Butter,
Hatt' sich ein Ränzlein angemäst't,
Als wie der Doctor Luther.
Die Köchin hatt' ihr Gift gestellt;
Da ward's so eng' ihr in der Welt,
Als hätt' sie Lieb im Leibe.
Sie fuhr herum, sie fuhr heraus
Und soff aus allen Pfützen,
Zernagt', zerkratzt' das ganze Haus,
Wollt' nichts ihr Wüthen nützen;
Sie tät gar manchen Ängstesprung,
Bald hatt' das arme Tier genung
Als hätt' sie Lieb im Leibe.
Sie kam vor Angst am hellen Tag
Der Küche zugelaufen,
Fiel an den Herd und zuckt' und lag,
Und tät erbärmlich schnaufen.
Da lachte die Vergift'rin noch:
Ha! sie pfeift auf dem letzten Loch,
Als hätt' sie Lieb im Leibe.
5. "Lied
des Unmuts"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from West-östlicher Divan
Music by Ferruccio Busoni (1886-1924), pub. 1964
See also:
Othmar Schoeck (1886-1957), op. 19b no. 5 (1906-15)
Keinen Reimer wird man finden
Der sich nicht den besten hielte,
Keinen Fiedler, der nicht lieber
Eigne Melodien spielte.
Und ich konnte sie nicht tadeln;
Wenn wir andern Ehre geben,
Müssen wir uns selbst entadeln;
Lebt man denn, wenn andre leben?
Und so fand ich's denn auch juste
In gewissen Antichambern,
Wo man nicht zu sondern wußte
Mäusedreck von Koriandern.
Das Gewesne wollte hassen
Solche rüstge neue Besen,
Diese dann nicht gelten lassen
Was sonst Besen war gewesen.
Und wo sich die Völker trennen
Gegenseitig im Verachten,
Keins von beiden wird bekennen,
Daß sie nach demselben trachten.
Und das grobe Selbstempfinden
Haben Leute hart gescholten,
Die am wenigsten verwinden,
Wenn die andern was gegolten.
6.
"Schlechter Trost"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from West-östlicher Divan
Music by Ferruccio Busoni (1886-1924), 1924, pub. 1964
See also:
Ernst Pepping (1901-1981), from Haus- und Trostbuch, no.
29 (1946). Published 1949
Mitternachts weint' und schluchzt' ich,
Weil ich dein entbehrte.
Da kamen Nachtgespenster
Und ich schämte mich.
"Nachtgespenster," sagt' ich,
"Schluchzend und weinend
Findet ihr mich, dem ihr sonst
Schlafendem vorüberzogt.
Große Güter vermiss' ich.
Denkt nicht schlimmer von mir,
Den ihr sonst weise nanntet,
Großes Übel betrifft ihn!"
Und die Nachtgespenster
Mit langen Gesichtern
Zogen vorbei,
Ob ich weise oder törig
Völlig unbekümmert.
7. "Unter
den Linden"
Text by Walther von der Vogelweide (1170?-1228?)
Music by Ferruccio Busoni (1886-1924), "Unter den Linden", op. 18 no. 2 (1885)
See also:
(August Joseph) Norbert Burgmüller (1810-1836),
"Nach Walther von der Vogelweide", op. 10 no. 1 (1827-36?)
Edvard Grieg (1843-1907),
"Die verschwiegene Nachtigall", op. 48 no. 4 (1889).
Wilhelm Kienzl (1857-1941), "Die verschwiegene Nachtigall", op.
6 no. 1 (187-?)
Hans Erich Pfitzner (1869-1949),
"Unter der Linden", op. 24 no. 1 (1909)
Ludwig Spohr (1784-1859),
"Die verschwiegene Nachtigall", WoO. 126 (1857)
Unter den Linden,
an der Haide,
wo ich mit meinem Trauten saß,
da mögt ihr finden,
wie wir beide
die Blumen brachen und das Gras.
Vor dem Wald mit süßem Schall,
Tandaradei!
sang im Tal die Nachtigall.
Ich kam gegangen
zu der Aue,
mein Liebster kam vor mir dahin.
Ich ward empfangen
als hehre Fraue,
daß ich noch immer selig bin.
Ob er mir auch Küsse bot?
Tandaradei!
Seht, wie ist mein Mund so rot!
Wie ich da ruhte,
wüßt' es einer,
behüte Gott, ich schämte mich.
Wie mich der Gute
herzte, keiner
erfahre das als er und ich
und ein kleines Vögelein,
Tandaradei!
das wird wohl verschwiegen sein.
8.
"Zigeunerlied"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Ferruccio Busoni (1886-1924), op. 55 no. 2, published 1923
See also:
Ludwig Spohr (1784-1859),
op. 25 no. 5
Im Nebelgeriesel, im tiefen Schnee,
Im wilden Wald, in der Winternacht,
Ich hörte der Wölfe Hungergeheul,
Ich hörte der Eulen Geschrei,
Wils wau wau wau witohu!
Ich schoß einmal eine Katz' am Zaun,
Der Anne, der Hex' ihre schwarze Katz';
Da kamen des Nachts sieben Wehrwölf' zu mir,
Es waren sieben Weiber vom Dorf.
Wils wau wau wau witohu!
Ich kannte sie all', ich kannte sie wohl
Die Anne, die Ursel, die Käth',
Die Liese, die Barbe, die Ev', die Beth';
Sie heulten im Kreise mich an.
Wils wau wau wau witohu!
Da nannt' ich sie alle beim Namen laut:
Was willst du Anne? was willst du Beth?
Sie rüttelten sich, sie schüttelten sich
Und liefen heulend davon.
Wils wau wau wau witohu!
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