Lieder index:
op. 98:
no. 19. Der Mond kommt still gegangen
no. 21. Die Nonne
no. 23. Rastlose Liebe
no. 25. Vom Strande
no. 26. Loreley
Op.98
no.19 "Der Mond kommt still gegangen"
Text by Emanuel Geibel (1815-1884)
Music by Joachim Raff, "Der Mond kommt still gegangen", op 98 no. 19 (1855-63),
from Sanges-Frühling
See also:
Robert Franz (1815-1892), "Nachtlied", op. 28
no. 3, published 1870
Charles Tomlinson Griffes (1884-1920), "Nachtlied", A28 (1912)
Werner (Erich) Josten (1885-1963), "Mondesstille", from Fünf
Lieder (2), published 1926
Johanna Mockel Kinkel (Johanna Mathieux) (1810-1858),
"Nachtlied", op. 7 no. 1
Edward MacDowell (1860-1908), "Nachtlied", op. 12 no. 1,
published 1885
Clara Schumann Wieck (1819-1896),
"Der Mond kommt still gegangen", op. 13, from Sechs Lieder no. 4
Der Mond kommt still gegangen
mit seinem gold'nen Schein,
da schläft in holdem Prangen
die müde Erde ein.
Und auf den Lüften schwanken
aus manchem treuen Sinn
viel tausend Liebesgedanken
über die Schläfer hin.
Und drunten im Tale, da funkeln
die Fenster von Liebchens Haus;
ich aber blicke im Dunkeln
still in die Welt hinaus.
op.98
no.21 "Die Nonne"
Text by Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Music by Joachim Raff, op. 98 no. 21 (1855-63), from Sanges-Frühling
See also:
Johannes Brahms (1833-1897),
op. 44 no. 6 (1859-60?)
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), op. 9 no. 12
Im stillen Klostergarten eine bleiche Jungfrau ging.
Der Mond beschien sie trübe,
An ihrer Wimper hing
Die Thräne zarter Liebe.
"O wohl mir, daß gestorben der treue Buhle mein!
Ich darf ihn wieder lieben:
Er wird ein Engel sein,
Und Engel darf ich lieben."
Sie trat mit zagem Schritte wohl zum Mariabild;
Es stand im lichten Scheine,
Es sah so muttermild
Herunter auf die Reine.
Sie sank zu seinen Füßen, sah auf mit Himmelsruh',
Bis ihre Augenlider
Im Tode fielen zu:
Ihr Schleier wallte nieder.
op.98
no.23 "Rastlose Liebe"
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Music by Joachim Raff, op. 98 no. 23 (1855-63), from Sanges-Frühling
See also:
Robert Franz (1815-1892), op. 33 no. 6, published 1864
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), published 1794 and 1808
Othmar Schoeck (1886-1957), op. 19a no. 5 (1912)
Franz Schubert (1797-1828),
D. 138 (May 19, 1815), published in 1821 as op. 5 no. 1
Robert Alexander Schumann (1810-1856),
op. 33 no. 5 (1840)
Václav Jan K`rtitel Tomá`sek (1774-1850), op. 58 no. 1 (1815?), from
Gedichte von Goethe, VI:1
Ernest Vietor (fl. 1905-1930), op. 10 no. 5 (1933)
Karl Friedrich Zelter (1758-1832), 1812
Dem Schnee, dem Regen,
Dem Wind entgegen,
Im Dampf der Klüfte
Durch Nebeldüfte,
Immer zu! Immer zu!
Ohne Rast und Ruh!
Lieber durch Leiden
[Wollt] ich mich schlagen,
Als so viel Freuden
Des Lebens ertragen.
Alle das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach, wie so eigen
Schaffet das Schmerzen!
Wie soll ich fliehen?
Wälderwärts ziehen?
Alles vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh,
Liebe, bist du!
op.98
no.25 "Vom Strande"
Text by Joseph Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857), "Aus dem Spanischen"
Music by Joachim Raff, op. 98 no. 25 (1855-63), from Sanges-Frühling
See also:
Johannes Brahms (1833-1897),
op. 69 no. 6 (1877), first performed 1889
Ich rufe vom Ufer
Verlorenes Glück,
Die Ruder nur schallen
Zum Strande zurück.
Vom Strande, lieb' Mutter,
Wo der Wellenschlag geht,
Da fahren die Schiffe,
Mein Liebster drauf steht.
Je mehr ich sie rufe,
Je schneller der Lauf,
Wenn ein Hauch sie entführet,
Wer hielte sie auf?
Der Hauch meiner Klagen
Die Segel nur schwillt,
Je mehr mein Verlangen
Zurücke sie hält!
Verhielt' ich die Klagen:
Es löst' sie der Schmerz,
Und Klagen und Schweigen
Zersprengt mir das Herz.
Ich rufe vom Ufer
Verlorenes Glück,
Die Ruder nur schallen
Zum Strande zurück.
So flüchtige Schlösser,
Wer könnt' ihn'n vertrau'n
Und Liebe, die bliebe,
Mit Freuden d'rauf bau'n?
Wie Vögel im Fluge,
Wo ruhen sie aus?
So eilige Wand'rer,
Sie finden kein Haus,
Zertrümmern der Wogen
Grünen Kristall,
Und was sie berühren,
Verwandelt sich all.
Es wandeln die Wellen
Und wandelt der Wind,
Meine Schmerzen im Herzen
Beständig nur sind.
Ich rufe vom Ufer
Verlorenes Glück,
Die Ruder nur schallen
Zum Strande zurück.
op.98
no.26 "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten"
Text by Heinrich Heine (1797-1856)
Music by Joachim Raff, op. 98 no. 26 (1855-63), from Sanges-Frühling
See also:
Johanna Mockel Kinkel (Johanna Mathieux) (1810-1858),
"Die Lorelei", op. 7 no. 4
Franz (Ferencz) Liszt (1811-1886),
"Lorelei", S. 273
Clara Wieck Schumann (1819-1896),
"Lorelei"
(Philipp) Friedrich Silcher (1789-1860), "Lore-Ley"
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fliesst der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.
Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet
Sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame
Gewaltige Melodei.
Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh,
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.
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