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Carl Maria von Weber

(1786 - 1826)


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The Lieder of Carl Maria von Weber


Lieder – index:

1) op. 30 no. 6. Sind es Schmerzen, sind es Freuden
2) op. 41 no. 1. Gebet während der Schlacht
3) op. 42 no. 6. Schwertlied
4) op. 66 no. 3. Ich denke dein!

1. "Sind es Schmerzen, sind es Freuden"
 
Text by Johann Ludwig Tieck (1773-1853) from Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter von Provence

Music by Carl Maria von Weber, "Sind es Schmerzen, sind es Freuden", op. 30 no. 6 (1813)

See also:
 
Johannes Brahms
(1833-1897), op. 33 (1861-1869), from Romanzen aus L. Tiecks Magelone, no. 3

Sind es Schmerzen, sind es Freuden,
Die durch meinen Busen ziehn?
Alle alten Wünsche scheiden,
Tausend neue Blumen blühn.
Durch die Dämmerung der Tränen
Seh' ich ferne Sonnen stehn, -
Welches Schmachten? welches Sehnen!
Wag' ich's? soll ich näher gehn?
Ach, und fällt die Träne nieder,
Ist es dunkel um mich her;
Dennoch kömmt kein Wunsch mir wieder,
Zukunft ist von Hoffnung leer.
So schlage denn, strebendes Herz,
So fließet denn, Tränen, herab,
Ach, Lust ist nur tieferer Schmerz,
Leben ist dunkles Grab, -
Ohne Verschulden
Soll ich erdulden?
Wie ist's, daß mir im Traum
Alle Gedanken
Auf und nieder schwanken!
Ich kenne mich noch kaum.
O, hört mich, ihr gütigen Sterne,
O höre mich, grünende Flur,
Du, Liebe, den heiligen Schwur:
Bleib' ich ihr ferne,
Sterb' ich gerne.
Ach, nur im Licht von ihrem Blick
Wohn Leben und Hoffnung und Glück!

2. "Gebet während der Schlacht"
 
Text by Theodor Körner (1791-1813)
Music by Carl Maria von Weber, op. 41 no. 1 (1814), from Leyer und Schwert, Heft I

See also:
 
Franz Schubert
(1797-1828), D. 171 (1815), published 1831

Vater, ich rufe dich!
Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze,
Sprühend umzucken mich raßelnde Blitze.
Lenker der Schlachten, ich rufe dich!
Vater du, führe mich!
Vater du, führe mich!
Führ' mich zum Siege, führ' mich zum Tode:
O Herr, ich erkenne deine Gebote;
Herr, wie du willst, so führe mich.
Gott, ich erkenne dich!
Gott, ich erkenne dich!
So im herbstlichen Rauschen der Blätter,
Als im Schlachtendonnerwetter,
Urquell der Gnade, erkenn' ich dich!
Vater du, segne mich!
Vater du, segne mich!
In deine Hand befehl' ich mein Leben,
Du kannst es nehmen, du hast es gegeben;
Zum Leben, zum Sterben segne mich!
Vater, ich preise dich!
Vater, ich preise dich!
S'ist ja kein Kampf für die Güter der Erde;
Das Heiligste schützen wir mit dem Schwerte:
Drum, fallend und siegend, preis' ich dich!
Gott, dir ergeb' ich mich!
Gott, dir ergeb' ich mich!
Wenn mich die Donner des Todes begrüßen,
Wenn meine Adern geöffnet fließen:
Dir, mein Gott, dir ergeb' ich mich!
Vater, ich rufe dich!

3. "Schwertlied"
 
Text by Theodor Körner (1791-1813)
Music by Carl Maria von Weber, op. 42 no. 6 (1814), from Leyer und Schwert, Heft II

See also:
 
Franz Schubert
(1797-1828), D. 170

Du Schwert an meiner Linken,
Was soll dein heitres Blinken?
Schaust mich so freundlich an.
Hab meine Freude dran.
Hurra!
"Mich trägt ein wackrer Reiter,
Drum blink ich auch so heiter,
Bin freien Mannes Wehr;
Das freut dem Schwerte sehr."
Hurra!
Ja, gutes Schwert, frei bin ich
Und liebe dich herzinnig,
Als wärst du mir getraut
Als eine liebe Braut.
Hurra!
"Dir hab ich's ja ergeben,
Mein lichtes Eisenleben.
Ach, wären wir getraut!
Wann holst du deine Braut?"
Hurra!
Zur Brautnachts-Morgenröte
Ruft festlich die Trompete;
Wenn die Kanonen schrein,
Hol ich das Liebchen ein.
Hurra!
"O seliges Umfangen!
Ich harre mit Verlangen.
Du Bräutgam, hole mich,
Mein Kränzchen bleibt für dich!"
Hurra!
Was klirrst du in der Scheide,
Du helle Eisenfreude,
So wild, so schlachtenfroh?
Mein Schwert, was klirrst du so?
Hurra!
"Wohl klirr ich in der Scheide,
Ich sehne mich zum Streite,
Recht wild und schlachtenfroh.
Drum, Reiter, klirr ich so."
Hurra!
Bleib doch im engen Stübchen!
Was willst du hier, mein Liebchen?
Bleib still im Kämmerlein,
Bleib, bald hol ich dich ein.
Hurra!
"Laß mich nicht lange warten!
O schöner Liebesgarten,
Voll Röslein blutigrot
Und aufgeblühtem Tod!"
Hurra!
 
So komm denn aus der Scheide,
Du Reiters Augenweide!
Heraus, mein Schwert, heraus!
Führ dich ins Vaterhaus.
Hurra!
"Ach, herrlich ist's im Freien,
Im rüstgen Hochzeitreihen!
Wie glänzt im Sonnenstrahl
So bräutlich hell der Stahl!"
Hurra!
 
Wohlauf, ihr kecken Streiter,
Wohlauf, ihr deutschen Reiter!
Wird euch das Herz nicht warm?
Nehmt's Liebchen in den Arm!
Hurra!
Erst tat es an der Linken
Nur ganz verstohlen blinken;
Doch an die Rechte traut
Gott sichtbarlich die Braut.
Hurra!
Drum drückt den liebeheissen,
Bräutlichen Mund von Eisen
An eure Lippen fest!
Fluch! wer die Braut verläßt!
Hurra!
Nun laßt das Liebchen singen,
Dass helle Funken springen!
Der Hochzeitmorgen graut. -
Hurra! du Eisenbraut!
Hurra!

4. "Ich denke dein"
 
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Music by Carl Maria von Weber, "Ich denke dein!", op. 66 no. 3 (1806)

See also:
 
Ludwig van Beethoven
(1770-1827), "Andenken" (Remembrance), WoO. 136
Ferdinand Ries (1784-1838), "Ich denke dein" (I think of you), op. 7 no. 2, published 1810
Franz Schubert (1797-1828), "Andenken", D. 99 (1814), published 1894
Hugo Wolf (1860-1903), "Andenken", 1876
Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), "Andenken", from Kleine Balladen und Lieder Heft III no. 18

Ich denke dein,
Wenn durch den Hain
Der Nachtigallen
Akkorde schallen!
Wann denkst du mein?
Ich denke dein
Im Dämmerschein
Der Abendhelle
Am Schattenquelle!
Wo denkst du mein?
Ich denke dein
Mit süßer Pein
Mit bangem Sehnen
Und heißen Tränen!
Wie denkst du mein?
O denke mein,
Bis zum Verein
Auf besserm Sterne!
In jeder Ferne
Denk ich nur dein!